Aktienfonds Russland: Wendepunkt in 2015


27.01.16 09:12
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Der Ölpreis fällt und fällt, so die Experten von "FundResearch".

Darunter leide auch die russische Wirtschaft: Sie hänge am Tropf der Öleinnahmen. Dabei sei Russland durch die Wirtschaftssanktionen des Westens, die Krise in der Ukraine sowie Auseinandersetzungen mit der Türkei und anderen Staaten ohnehin bereits mächtig unter Druck geraten. Michail Gorbatschow, ehemaliger sowjetischer Staatspräsident, finde für die aktuellen Entwicklungen mahnenden Worte: "Die Situation ist äußerst schwierig. Wir befinden uns in einer derartigen Lage, dass gigantische Anstrengungen nötig sind - und zwar kluge, konstruktive -, um sie zu überwinden", habe der 84-Jährige gegenüber der Agentur Ria Nowosti gesagt. Regierungschef Dimitri Medwedew habe bereits Mitte Januar Maßnahmen angekündigt, um die Einnahmen des Staates zu erhöhen. Eine Möglichkeit sei die Teilprivatisierung des Energiekonzerns Rosneft. Derweil sei der Russische Rubel (RUB) auf ein neues Rekordtief gefallen. Am 20. Januar habe ein US-Dollar mehr als 80 RUB gekostet.

All diesen Entwicklungen zum Trotz könne die Kategorie Aktienfonds Russland des FINANZEN FundAnalyzers (FVBS) 2015 ein Plus von 13,5 Prozent erzielen. Damit habe die Kategorie die Peergroup Aktienfonds Deutschland knapp geschlagen. Sie schaffe ein Plus von 13,2 Prozent. Noch 2014 hätten russische Aktienfonds einen Verlust in Höhe von 37,8 Prozent im Schnitt hinnehmen müssen. Auch 2013 sei kein leichtes Jahr gewesen. Über zehn Jahre würden Russland-Anleger rund zwölf Prozent mit Aktienfonds des Landes verlieren. Über zwölf Jahren stehe immerhin ein Plus von 54,5 Prozent zu Buche. Der Markt zeige sich also sehr volatil.

2015 könne vor allem der Pioneer Russian Equity glänzen. Mit 22,9 Prozent Zuwachs innerhalb eines Jahres sichere er sich die Goldmedaille. Zwar verliere er im Dezember ganze elf Prozent, über vier Jahre werde er jedoch mit der FondsNote 1 bewertet. Sie messe das Rendite-Risiko-Verhältnis. Doch Anleger sollten vorsichtig bleiben: Seit seiner Auflegung 2011 büße der Fonds mehr als 33 Prozent ein. 28,7 Millionen Euro seien in den Pioneer Fonds investiert. Das Geld fließe vor allem in den Energiesektor und in Finanzdienstleister.

Ebenfalls die FondsNote 1 erhalte der Parvest Equity Russia Classic. 2015 habe er seinen Wert um 18,7 Prozent steigern können. Auch der Parvest-Fonds schreibe im Dezember rote Zahlen: rund 13 Prozent verliere er an Wert. Das Fondsvermögen von rund 451 Millionen Euro sei hauptsächlich in den Energiebereich (36,6 Prozent) investiert. Lediglich rund acht Prozent würden im den Finanzsektor angelegt. Gleichzeitig gehöre der Fonds zu den größten der Kategorie.

Die Fondsnote 2 trage der Danske Russia A. Mit einer Wertentwicklung von 16 Prozent liege genau im Mittelfeld der Russland-Fonds. Auch für ihn sei das Jahr mit einem Verlust von rund zwölf Prozent im Dezember schwierig zu Ende gegangen. Derzeit seien in den Fonds 6,6 Millionen Euro investiert.

Habe die gesamte Kategorie 2014 mit roten bis tiefroten Zahlen abgeschlossen, habe sich 2015 das Blatt über das Jahr vollständig gedreht. Auch wenn Fonds zwischenzeitlich starken Schwankungen unterworfen gewesen seien, kein Fonds der Kategorie verliere 2015 an Wert. Den geringsten Zuwachs verzeichne der CS (L) Russia Equity BH (ISIN LU0348404079 / WKN A0NEVZ). Der rund 60 Millionen Euro schwere Fonds erziele im abgelaufenen Jahr ein Plus von 4,9 Prozent. Seit seiner Auflegung 2009 verliere er jedoch 23,6 Prozent seines Wertes.

Am erfolgreichsten seit seiner Auflegung präsentiere sich der PIA-Russia Stock. Der 31 Millionen Euro schwere Fonds erziele seit 2002 ein Plus von 146,4 Prozent. 2015 schaffe er 8,7 Prozent. Insgesamt würden nur fünf Fonds der Kategorie seit ihrer Auflegung überhaupt eine positive Wertentwicklung erzielen. Langfristig könne im Vergleich vor allem der CS (L) Russia Equity (ISIN LU0348403774 / WKN A0NEVW) überzeugen: Seit 2009, dem Jahr seiner Auflegung, erziele er ein Plus von 4,5 Prozent. Viele Fonds mit einer ähnlich langen Historie würden dagegen in der Verlustzone stecken bleiben. Zudem erhalte der rund 61 Millionen schwere Fonds die FondsNote 2. 2015 sei es 17,3 Prozent nach oben gegangen. (Ausgabe vom 26.01.2016) (27.01.2016/fc/a/f)





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