Erweiterte Funktionen

Anlegerstimmung wieder auf Rekordniveau


09.05.07 15:22
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Seit Anfang April ist von den Marktkorrekturen der Vormonate nicht mehr viel zu spüren: Die Börsen kennen nur eine Richtung - aufwärts, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Da verwundere es nicht, dass die Stimmung der Privatanleger wieder auf Rekordniveau steige, nachdem sich diese im Vormonat von den volatilen Märkten kurzfristig verunsichert gezeigt hätten. So erreiche der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index1 im April mit 172 den höchsten Wert seiner Erhebung.

Der Index zeige die Erwartung der Börsenoptimisten - das seien die Befragten, die es für "wahrscheinlich" oder sogar "sehr wahrscheinlich" halten würden, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten 6 Monaten positiv entwickeln werde. Insgesamt seien 69,7 Prozent der Befragten dieser Meinung. Ein höherer Anteil der Optimisten sei bisher nur im Januar dieses Jahres (70,7 Prozent) erreicht worden. Zum Jahresbeginn habe der Anteil derjenigen, die "sehr optimistisch" seien, jedoch noch bei 10,8 Prozent gelegen, aktuell seien sogar 13,4 Prozent derart positiv gestimmt.

"Die Privatanleger nehmen immer stärker die Hinweise für einen Konjunkturaufschwung in Deutschland wahr, von dem auch die Börse profitiert", so Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management, über den schnell wiedergekehrten Optimismus der Investoren. Entsprechend sei der Anteil derjenigen, die an weiter steigende Börsen glauben würden, im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 6,3 Prozentpunke angestiegen.

Parallel sei der Anteil der Pessimisten um 3,1 Prozentpunkte zurückgegangen und liege mit 7,7 Prozent auf dem zweitniedrigsten Wert in seiner Historie. "Diese Entwicklung zeigt: Die Privatinvestoren sehen die Korrekturen im Februar und März als eine kurzfristige Bereinigung der überkauften Märkte an. Nachdem das Volatilitätsniveau der Aktienmärkte kurz angestiegen war, ist es nun wieder auf ein unterdurchschnittliches Niveau gesunken. Es ist aber mittelfristig damit zu rechnen, dass es sich wieder auf einem normalen - also höheren - Niveau einpendeln wird", betone Servais.

Das Stimmungshoch der Privatanleger im April manifestiere sich auch im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex2: Dieser Mittelwert aus allen Antworten habe im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozentpunkte zugelegt und erneut die im Januar aufgestellte Bestmarke von 7,3 erreicht. Dies sei eine der größten Aufwärtsbewegungen innerhalb eines Monats seit Ermittlung dieses Indexes.

Die positive Entwicklung des Anlegervertrauens zeige sich besonders deutlich bei den weiblichen Befragten. Der Anteil der Börsenoptimistinnen habe über 10 Prozentpunkte zugelegt, während der Anteil der Pessimistinnen sich von 16,5 Prozent auf 8,2 Prozent sogar halbiert habe. Ihr Indexwert sei somit um 2,5 Prozentpunkte gestiegen und erreiche eine neue Rekordmarke von 6,5. Bei den erfahrungsgemäß weniger vorsichtigen männlichen Befragten sei der Indexwert zwar auch angestiegen, aber nicht ganz so steil (7,9 nach 7,2 im Vormonat). Somit zeichne insbesondere die weibliche Börseneuphorie für den Stimmungsaufschwung verantwortlich.

Schon in den Vormonaten habe sich die Stimmung in den alten und neuen Bundesländern häufig entgegengesetzt entwickelt: Während beispielsweise im März das Anlegervertrauen der west-deutschen Investoren rückläufig gewesen sei, hätten sich die Investoren der neuen Bundesländer von den Kurskorrekturen völlig unbeeindruckt gezeigt, der Stimmungsindex sei sogar gestiegen. In der April-Umfrage verhalte es sich wieder genau umgekehrt: In den neuen Bundesländern sei die Stimmung trotz Hochkonjunktur an den Aktienmärkten leicht eingebrochen. Der Indexwert sei um 0,9 Prozentpunkte auf 6,1 gesunken. Somit sei die Anlegerstimmung im Westen Deutschlands für die positive Entwicklung des Indexes verantwortlich: Hier sei der Gesamtindex um 1,9 Punkte auf 7,7 gestiegen.

Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittle die Fondsgesellschaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolge monatlich in Deutschland sowie vierteljährlich in Österreich, Schweden und der Schweiz. Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland sei gemäß der Studie im April 2007 leicht um 0,6 Prozentpunkte auf 20,9 Prozent gesunken. Auch hier würden sich die alten und neuen Bundesländer gegensätzlich entwickeln. Während der Anteil der Investmentbesitzer im Osten um fast 5 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent angestiegen sei, sei er im Westen um 2,3 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent zurückgegangen.

Da aufgrund der immer noch sehr geringen Investmentaktivität kaum mehr als jeder fünfte der rund 2.000 Befragten im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst werde, sei ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung sinnvoll, um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten. Auch hier scheinen die überzeugenden Konjunkturdaten eine positive Wirkung zu entfalten, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management. Der Wert des Investor-Confidence-Gesamtindexes sei von +0,3 auf +0,5 Prozent angestiegen und erreiche damit den zweithöchsten Wert seiner Historie. Erst im Januar 2007 habe er erstmals den positiven Bereich erreicht und halte sich bis jetzt trotz der Turbulenzen im Februar dort.

Das Stimmungshoch unter den Anlegern beflügle auch das Investitionsklima. So sei die Bereitschaft der Anleger, in den nächsten 12 Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, erneut gestiegen und betrage nun 51,1 Prozent - das entspreche einem Anstieg von 2,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Zuletzt sei die Investitionsbegeisterung im April des Vorjahres so groß gewesen. Auch hier hätten die weiblichen Befragten wieder eine besondere Dynamik gezeigt: Ihre Bereitschaft sei um beachtliche 4,1 Prozentpunkte auf 46,9 Prozent gestiegen.

Fonds lägen dabei in der Anlegergunst weiterhin vorn: Mit 29,2 Prozent plane weiterhin fast jeder dritte Befragte weitere Fondsanlagen. Sie hätten im Vergleich zum Vormonat zwar 1,4 Prozentpunkte eingebüßt, würden alle anderen Anlageformen aber nach wie vor weit hinter sich lassen.

Direktinvestitionen in Aktien hätten dagegen im April zulegen können: Ihr Wert habe sich um weitere 0,8 Prozentpunkte erhöht, nachdem er im März schon um 1,5 Punkte angestiegen sei. Nun würden 13,3 Prozent der Befragten planen, in Aktien zu investieren. Den Platz als zweitbeliebtestes Investment belege allerdings trotz aller Börseneuphorie nach wie vor das Sparbuch, das 18,3 Prozent als Favorit für zukünftige Anlagen angeben würden. "Dass die Privatanleger trotz der sehr positiven Grundstimmung konservative Investments bevorzugen zeigt, dass nach wie vor eine gewisse Verunsicherung besteht", schließe Jean Guido Servais. (09.05.2007/fc/a/m)