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Anteil der Börsenoptimisten geht leicht zurück


06.06.07 13:04
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Während der Deutsche Aktienindex DAX sein Allzeithoch aus dem Jahr 2000 ansteuert, zeigen die Privatanleger erste Anzeichen von Vorsicht: Nach den Rekordergebnissen vom April 2007 geht der Anteil der Börsenoptimisten im Mai leicht zurück, berichten die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Nun würden nur noch 67,6 Prozent der befragten Privatinvestoren glauben, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln werde. Das seien 2,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. "Nach wie vor sind jedoch immer noch mehr als zwei Drittel der Befragten "bullish" eingestellt", erkläre Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management angesichts der etwas getrübten Stimmung. Parallel sei der Anteil der Pessimisten noch weiter auf 7,2 Prozent abgesunken. "Erneut ein Tiefstand", unterstreiche Servais.

Der Rückgang bei den Börsenoptimisten wirke sich nur geringfügig auf den J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex1 aus, da der sinkende Anteil der Börsenpessimisten den negativen Einfluss weitgehend ausgeglichen habe. So sei der Mittelwert aus allen Antworten im Vergleich zum Vormonat lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent gesunken.

Die leichte Verminderung des Anlegervertrauens gehe allein auf die weiblichen Befragten zurück. "Während die männlichen Investoren die Entwicklung der Börse nach wie vor "bullish" sehen, scheint den Damen die DAX-Rally nicht ganz geheuer zu sein. Diese gegenläufige Entwicklung mit tendenziell vorsichtigeren weiblichen Investoren ist seit Beginn der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie häufig zu beobachten", erkläre Jean Guido Servais.

So sei der Anteil der Börsenoptimistinnen um 6,1 Prozentpunkte zurückgegangen, während sich der Anteil der Pessimistinnen von 8,2 Prozent auf 11,5 Prozent erhöht habe. Insgesamt sei der Indexwert der weiblichen Investoren somit um 1,0 Prozentpunkte gesunken und gehe auf 5,5 Prozent zurück. Bei den erfahrungsgemäß optimistischeren männlichen Befragten sei der Indexwert sogar um 0,7 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent angestiegen. Somit klaffe die Schere der Erwartungen an den Aktienmarkt bei den weiblichen und männlichen Befragten wieder weiter auseinander, nachdem sich die Werte im Vormonat stark angenähert hätten.

Wie schon in den Vormonaten habe sich die Stimmung in den alten und neuen Bundesländern im Mai erneut unterschiedlich entwickelt. Der gegenläufige Trend sei bereits seit April 2006 zu beobachten. Während in den alten Bundesländern der Anteil der Optimisten nur leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 69,1 Prozent zurückgegangen sei, sei er in den neuen Bundesländern um 9,1 Prozentpunkte eingebrochen und liege nur noch bei 61,1 Prozent.

Bei dem Anteil der Pessimisten verhalte es sich umgekehrt: Während der Anteil der negativ Eingestellten im Westen leicht angestiegen sei, sei er im Osten um 2,0 Prozentpunkte zurückgegangen. Der Gesamtindexwert weise sowohl in Ost als auch in West zwar die gleiche negative Tendenz auf, durch die unterschiedlich starke Ausprägung - 0,2 Prozentpunkte in den alten Bundesländern im Vergleich zu 0,5 Prozentpunkten in den neuen - öffne sich auch die Ost-West-Schere wieder weiter.

Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittle die Fondsgesellschaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolge monatlich in Deutschland sowie vierteljährlich in Österreich, Schweden und der Schweiz. Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland sei gemäß der Studie im Mai 2007 leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent angestiegen.

Auch hier sei eine gegensätzliche Entwicklung bei männlichen und weiblichen Befragten zu beobachten. Während der Anteil der Investmentbesitzer bei den Frauen um 2,1 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent angestiegen sei, sei er bei den Männern um 1,7 Prozentpunkte auf 23,1 Prozent zurückgegangen.

Da aufgrund der immer noch sehr geringen Investmentaktivität kaum mehr als jeder fünfte der rund 2.000 Befragten im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst werde, sei ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung sinnvoll, um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten. Auch hier scheinen einige der Aktienmarkthausse nicht mehr zu trauen, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Der Wert des Investor-Confidence-Gesamtindex sei leicht von 0,5 Prozent auf 0,4 Prozent zurückgegangen. Historisch betrachtet handle es sich aber immer noch um einen sehr guten Wert: Erst im Januar 2007 habe der Index der Gesamtbevölkerung erstmals den positiven Bereich erreicht und halte sich bis jetzt dort trotz der Turbulenzen im Februar.

Durch den Rückgang der Börseneuphorie sei auch das Investitionsklima leicht getrübt worden. So sei die Bereitschaft der Anleger, in den nächsten zwölf Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, unter die 50-Prozent-Marke gefallen und liege nur noch bei 48,3 Prozent. "Die Kurse sind fast auf dem Niveau des DAX-Rekordjahres 2000 angekommen. Für viele Investoren ist das Erreichen dieser psychologischen Grenze ein Zeichen für eine mögliche Verlangsamung der Entwicklung, das ihre Investitionsentscheidung negativ beeinflusst", begründe Servais die Verringerung der Investitionsbereitschaft unter den Anlegern. "Die Marktindikatoren weisen dabei durchaus auf weiteres Wachstum hin", erkläre er weiter.

Fondsinvestitionen würden dabei in der Anlegergunst weiterhin vorn liegen und hätten im Vergleich zum Vormonat sogar um 0,4 Prozentpunkte zulegen können: Mit 29,6 Prozent plane weiterhin fast jeder dritte Befragte weitere Fondsanlagen. Fonds und Zertifikate seien im Mai die einzigen Gewinner. Alle anderen Anlageklassen seien in der Anlegergunst zurückgefallen.

Am meisten habe das Sparbuch eingebüßt. Sein Anteil sei um 1,6 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent gesunken. Trotzdem bleibe es die zweitbeliebteste Anlageform, auch wenn sich der Abstand zu Aktien verringert habe. 12,1 Prozent der Investmentbesitzer hätten diese Anlageform als Favorit für ihre zukünftigen Anlagen angegeben. Das entspreche zwar ebenfalls einem Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Dieser falle mit 1,2 Prozentpunkten aber geringer aus als beim Sparbuch. (06.06.2007/fc/a/m)