Aramea Rendite Plus Nachhaltig R-Fonds: 06/2020-Bericht, Wertzuwachs von 1,52% - Fondsanalyse


31.07.20 09:00
Aramea Asset Management

Hamburg (www.fondscheck.de) - Die Anlagestrategie des Aramea Rendite Plus Nachhaltig R-Fonds soll durch die gezielte Auswahl von verzinslichen und sonstigen Anlageinstrumenten umgesetzt werden, so die Experten von Aramea Asset Management.

Der Schwerpunkt der Anlage solle auf in Euro ausgestellten Nachranganleihen und Genussscheinen liegen. Anlagen in Fremdwährungen könnten vorgenommen werden. Die Anlage erfolge ausschließlich in Emittenten mit nachhaltigem Profil.

Im Juni habe sich die Erholung im Segment der Nachranganleihen fortgesetzt. Der Risikoappetit der Investoren habe sich in diesem Monat besonders auf die Financials gerichtet. Finanzinstitute (Banken & Versicherungen) hätten im Berichtszeitraum per Saldo 1,22% höher notiert. Die Banken hätten dabei mit einem Kursgewinn von 1,66% deutlich die Nase vorn gegenüber den volatileren Versicherungsnachrängen gehabt. Das dynamische Chancen-Risiko-Profil der CoCos habe sich im Mai in einer Performance von 1,48% widergespiegelt. Trotz interessanter Einstiegsgelegenheiten seien Hybridanleihen von Industrieunternehmen im Juni auf etwas weniger Interesse gestoßen und hätten eine Performance von nur 0,20% gezeigt.

Etwas mehr gefragt gewesen sei das High Yield Segment, das um 0,64% habe zulegen können. Weitere Emittenten würden die verbesserte Stimmung an den Märkten nutzen, um mit Neuemissionen an frisches Geld zu gelangen. Mit BP habe ein ganz neuer Player den Hybridmarkt betreten und ein beachtliches Volumen von über 10 Mrd. EUR eingesammelt. Aber auch andere bekannte Namen wie Volkswagen oder Helvetia hätten neue Nachränge platziert. Insgesamt sei der Juni ein sehr starker Emissionsmonat mit deutlich überzeichneten Büchern gewesen.

Im Juni habe sich die Wertentwicklung des Aramea Rendite Plus Nachhaltig (ARPN) auf 1,52% belaufen. Wertbeiträge hätten insbesondere Anleihen der Lufthansa, Air France KLM, Stichting Rabobank und Aegon geliefert. Der ARPN sei darauf spezialisiert, Sondersituationen am Markt zu antizipieren und sich frühzeitig in den jeweiligen Papieren zu positionieren. Ein Beispiel dafür sei zuletzt die turbulente Situation in der Airline-Branche mit zahlreichen Staatshilfeprogrammen gewesen, in der die Einschätzung des Laufzeiten-Risikos durch die Investoren sehr divergierte und somit volatile Anleihepreise zur Folge gehabt habe. Die Kurse der Hybride von Lufthansa und Air France KLM hätten attraktive Kaufgelegenheiten geboten, bei denen zum Teil auch schon wieder Kursgewinne realisiert worden seien.

Nach dem quartärlichen Update des investierbaren Anlageuniversums, das den ESG-Kriterien von ISS-ESG entspreche, werde es einige Anpassungen im Fonds geben. So würden Anleihen von Total nicht mehr zulässig sein und einige interessante Anlagealternativen wie Société Générale und Mapfre dürften gekauft werden. Alle investierbaren Anleihen hätten bereits vorab erfolgreich vier Ausschluss-Kriterienkataloge (Richtlinien des United Nations Global Impact, der Evangelischen Kirche Deutschland, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und des Österreichischen Umweltzeichens) durchlaufen.

Die anhaltende Risikoaversion habe die regulatorische Einflussnahme auf die Bilanzstrukturierung bei Finanzinstituten etwas in den Hintergrund treten lassen. Kündigungswahrscheinlichkeiten bei vielen Papieren erscheinen ausgepreist, so die Experten von Aramea Asset Management. Dies betreffe vor allem die von der Regulatorik betroffenen Nachranganleihen von Banken und Versicherungen. Trotz der Erholung in den letzten Wochen bestünden weiterhin interessante Chancen. Hinsichtlich der aufziehenden Rezession müsse man den Banken zugute halten, dass ihre Kapitalausstattung deutlich besser sei als in der letzten Finanzkrise und Bilanzen qualitativ besser aufgestellt seien. Während wir 2008 eine endogene Krise im Finanzsektor hatten, die auf die Realwirtschaft übergriff, stellt sich die Situation heute invers dar, so die Experten von Aramea Asset Management. Demnach dürften Banken dieses Mal nicht Teil des Problems, sondern der Lösung sein, was den Sektor stärken dürfte. Zudem hätten EZB und Bankenaufsicht regulatorische Erleichterungen beschlossen, um den Sektor bei seiner Aufgabe der Kreditversorgung zu unterstützen.

Der Schwerpunkt des Fonds liege auf stabilen Emittenten. Das durchschnittliche Rating aller im Fonds enthaltenen Wertpapiere belaufe sich auf "BBB-", das durchschnittliche Rating aller im Fonds enthaltenen Emittenten auf "A-". Diese Tatsache sei wichtig, da Nachranganleihen im Regelfall zwei bis vier Ratingstufen schlechter notieren würden als das emittierende Unternehmen selbst.

Der Fonds weise zum Ende des Berichtszeitraumes einen durchschnittlichen Kupon von 3,97% bei einer durchschnittlichen erwarteten Rendite von 8,45% auf. An dieser deutlichen Differenz lasse sich die Auspreisung von regulatorisch getriebenen Kündigungen erkennen. Dabei sei zu erwähnen, dass dieser Wert bereits um Absicherungskosten gegenüber Fremdwährungsrisiken bereinigt sei. Bekanntermaßen solle der Fokus des Fonds auf der Ausnutzung attraktiver Renditekomponenten liegen, die Nachranganleihen aufgrund regulatorischer Veränderungen (Basel III & Solvency II) und struktureller Besonderheiten mit sich bringen würden. Strategische Positionierungen auf Währungsbewegungen würden nicht dazu gehören und würden daher konsequent abgesichert. (Stand vom 30.06.2020) (31.07.2020/fc/a/f)






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