BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: Europäische Small und Mid Caps - Resilienz in der Krise! Fondsanalyse


11.06.20 15:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Die Ausbreitung des Coronavirus hat die Weltwirtschaft brutal erschüttert. Kleine und mittlere europäische Unternehmen - darunter auch viele eigentümergeführte Unternehmen - könnten gestärkt aus der Krise hervorgehen, kommentiert Birgitte Olsen, Lead Portfolio Manager des BB Entrepreneur Europe Small Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) bei Bellevue Asset Management.

Europäische Small und Mid Caps seien historisch immer wieder in der Lage gewesen, eine konsistente Outperformance zu generieren. Begünstigt worden sei dies von ihrer Fähigkeit, überdurchschnittlich und profitabel zu wachsen. Dies stelle auch im derzeit von tiefen Zinsen und niedrigem Wirtschaftswachstum geprägten Marktumfeld ein attraktives Merkmal dar.

In der aktuellen Coronakrise befänden sich europäische Small und Mid Caps vergleichsweise in einer besseren Situation, hauptsächlich dank ihrer soliden Bilanzen, geringeren Verschuldung und historisch ausgeprägtem Kostenbewusstsein. Unabhängig davon, ob die Wirtschaftserholung einen V- oder U-Verlauf aufweise, diese Unternehmen dürften ihr starkes Ertragswachstum fortsetzen und ihre flexiblere Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen - was sich letztlich in einer positiven Kursentwicklung widerspiegeln sollte.

Der Markt erfahre gegenwärtig einen starken Rebound, nichtsdestotrotz sollten Anleger in Bezug auf Qualität keine Kompromisse eingehen. Es bleibe wichtig, das Augenmerk auf Bilanzqualität und Cashflow-Generierung zu richten, denn nur wer vor der Krise stark aufgestellt gewesen sei, werde in der Lage sein, seinen schwachen Wettbewerbern den Rang abzulaufen und als Gewinner hervorzugehen. In direktem Bezug zur Coronakrise stünden folgende Fragen im Mittelpunkt: Wie werde sich die Nachfrage in der Post-Corona-Ära entwickeln? Würden Unternehmen weiter investieren, um ihre Wachstumsstrategie umzusetzen?

Hoch verschuldete Firmen kämen vor diesem Hintergrund für Investments nicht in Frage. Denn das Sichern von Kreditlinien, das Aufstellen von Ad hoc-Kostensenkungsmaßnahmen und Gedanken rund um Cash-Erhaltung würden die Agenda beherrschen und von der Strategieumsetzung ablenken. Die aktuelle Lage spreche für Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung und insbesondere für eigentümergeführte Firmen, die historisch immer schon sehr viel konservativer finanziert seien. In diesem Segment würden viele sogar über erhebliche Nettoliquidität verfügen, was ihnen zusätzliche Freiräume in Bezug auf Investitionen und M&A sichere.

Eines der entscheidenden Kriterien für die Titelselektion sei und bleibe die Bewertung. Die Diskrepanz zwischen Value und Growth sei größer geworden, da sich die Prämie für Wachstumsaktien erhöht habe. Davon hätten neben Technologieunternehmen auch Healthcare-Titel profitiert. Der Sektor habe seine Resilienz gegenüber Marktunsicherheiten seit 2018 unter Beweis stellen können und zeige in der Coronakrise große Immunität, was der Markt mit einer deutlichen Outperformance belohnt habe.

Dazu gehöre Arjo, ein dänischer Zulieferer und Dienstleister für Altersheime und Spitäler. Als einer der führenden europäischen Produzenten von Krankenhausbetten könne das Unternehmen auf eine erhöhte Nachfrage zurückblicken. Auch zukünftig bleibe die Frage nach ausreichender Gesundheitsinfrastruktur ein wichtiges Thema für die öffentliche Hand. Vielversprechend sei zusätzlich die neue Produktentwicklung Wound Express, eine Manschette für offene Wunden, die bei älteren Patienten nur schwer oder gar nicht mehr heilen würden. Mit dieser Innovation rücke Arjo in den Medtechbereich vor und sei Anwärter auf eine höhere Bewertung.

Im Technologiesektor biete S&T ein interessantes Profil. Der österreichische IT-Dienstleister sei Spezialist für Lösungen im Bereich "Internet of Things" für eine Reihe von Sektoren wie Industrie, Transport und Energie, aber auch Medizin und Kommunikation. Der Ausblick für 2020 sei intakt, somit dürften das stetige Wachstum, die Margenverbesserung und die aktive M&A-Strategie langfristig zu einer Neubewertung führen.

Gute Opportunitäten im Segment der eigentümergeführten Unternehmen würden Industrieunternehmen bieten, die spezifische Nischen bedienen würden. Der Batteriehersteller VARTA etwa sei weltweit führend im Bereich Miniaturbatterien und dürfte vom strukturellen Trend zu kleineren Anwendungen wie Hörgeräten und kabellosen Kopfhörern profitieren. Dabei würden neben dem spürbaren Ertragswachstum auch der starke Cashflow sowie die Ausweitung der Investitionen in zusätzliche Kapazitäten helfen.

Invisio wiederum sei globaler Marktleader für Kommunikations- und Hörschutzsysteme in anspruchsvoller Umgebung. Der Marktanteil bei Spezial-Headsets für Polizei und Militär liege bei 99% und die bisherige Penetration unter 10%. Die Coronakrise wirkte sich bislang gar nicht auf das diesjährige Geschäft aus und die Experten von Bellevue Asset Management rechnen mit einer Umsatzsteigerung in den kommenden drei Jahren von mehr als 20% per annum. Die in Schweden ansässige Firma werde nun die Früchte der zurückliegenden Investitionen ernten und biete weiteres Kurspotenzial in den nächsten Quartalen.

Europäische Aktien seien verglichen mit den US-Indices weit abgeschlagen. Daran habe der relativ gute Umgang mit der Pandemie hierzulande auch nichts ändern können. Die massiven Stimuli-Programme seitens Regierungen und Zentralbanken würden Aktien eine Unterstützung bieten und hätten die Märkte seit Mitte März positiver gestimmt. Der von Merkel und Macron mit EUR 750 Mrd. dotierte Recovery Fund könnte sogar als Fundament für eine bessere und solidarische Europäische Union dienen. Dies sei der Auslöser einer Rotation in Nebenwerte und angeschlagene zyklischere Werte gewesen, was seit Ende April zu einer leichten europäischen Outperformance geführt habe. (11.06.2020/fc/a/f)





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