Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 01/2021-Bericht, Performanceplus von 1,8% - Fondsanalyse


22.02.21 08:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten den Januar gemessen am MSCI Europe Small Cap exUK Index 0,6% im Plus geschlossen, während die breiteren Indices leichte Verluste (SXXR -0,8%) verzeichnet hätten. Der positive Konjunkturausblick 2021 sei durch die weiterhin steigenden COVID-19-Fälle, erweiterten Lockdowns, das Auftreten neuer Virusmutationen sowie Verzögerungen bei den Erstimpfungen aufgrund von Produktionsengpässen getrübt worden. All dies sorge für einen schwachen Jahresstart mit -2,5% Q1'21 BIP-Prognose für die Eurozone. Für das Folgequartal werde dann ein Wachstum von 12,6% (YOY) erwartet. Der Composite PMI sei im Januar auf 47,5 Punkte nach 49,1 Zählern im Dezember gesunken und liege damit immer noch deutlich über den Niveaus der ersten Pandemie-Monate. Somit würden die negativen wirtschaftlichen Folgen der zweiten Corona-Welle bisher erheblich weniger heftig ausfallen als im Frühling.

Am widerstandsfähigsten habe sich weiterhin das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone präsentiert, dessen Produktionsvolumen dank nachhaltig steigender Neuaufträge und Exporte den siebten Monat in Folge expandiert habe. Auf Sektorebene hätten Werkstoffe (+4,8%), Informationstechnologie (+3,7%) und Gesundheit (+2,5%) die beste Performance geboten, während Kommunikationsdienstleistungen (-3,5%), Energie (-3,2%) und Versorger (-1,9%) am meisten hinterhergehinkt seien.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds 1,8% (EUR/B-Anteile) fester geschlossen und seine Benchmark um 110 Bp übertroffen. Die größten Gewinnbringer im Berichtsmonat seien Zur Rose (+44,8%), VARTA (+24,5%) und Swissquote (+12,9%) gewesen. Zur Rose habe mit seinen Q4-Umsatzzahlen die Erwartungen um 3% übertroffen und auch im Quartalsvergleich einen steigenden Umsatz erzielt. Die Einführung elektronischer Rezepte in Deutschland dürfte dem Online-Versand verschreibungspflichtiger Medikamente einen kräftigen Schub bescheren, der mit der E-Rezept-Pflicht ab 2022 vollumfänglich zum Tragen kommen sollte. VARTA habe ab Mitte Januar einen massiven "Short Squeeze" erlebt, nachdem eine Gruppe amerikanischer Hedgefonds, die auch maßgeblich vom gezielten Kaufansturm auf GameStop durch Kleinanleger betroffen gewesen seien, auf einen Kursverfall gewettet habe. Die Experten der Bellevue Asset Management AG nutzten diese Chance für Gewinnmitnahmen und eine deutliche Reduzierung ihrer Position, da der Kurs der Aktie sich deutlich über ihrem Fair Value bewegte.

Swissquote habe mit einer weiteren positiven Gewinnwarnung überrascht. Umsatz und Vorsteuergewinn sollten demzufolge 5% über den bisherigen Vorhersagen liegen. Die NNM-Zuflüsse seien auf CHF 5,3 Mrd. gestiegen und hätten damit deutlich über der Unternehmensprognose von CHF 3 Mrd. gelegen. Damit summiere sich das Kundenvermögen auf insgesamt CHF 39,8 Mrd. und übertreffe bereits jetzt die Guidance für 2022 von CHF 36 Mrd. Das verheiße Gutes für weitere positive Gewinnkorrekturen und zeige darüber hinaus, dass der Schweizer Markt trotz seiner Reife nach wie vor Möglichkeiten für Marktanteilsgewinne auf Kosten größerer etablierter Marktteilnehmer biete.

Die größten Verlustbringer im Berichtsmonat seien Invisio (-21,3%), Liberbank (-16,3%) und Subsea 7 (-7,7%) gewesen. Nach der Kursexplosion von 33% im Dezember sei Invisios Aktie nach Bekanntgabe eines Auftragsstopps durch das US Marine Corps eingebrochen. Das USMC sei zwar ein wichtiger potenzieller Kunde für die Zukunft, aber dieser Rückschlag beeinträchtige in keinerlei Hinsicht das allgemeine Wachstumspotenzial Invisios. Die lang ersehnte Fusion von Unicaja und Liberbank (ein reiner Aktien-Deal ohne Aufschlag) habe nicht die erwartete Marktreaktion ausgelöst und beide Titel hätten eine deutliche Unterperformance verzeichnet. Durch den Zusammenschluss entstehe die fünftgrößte Finanzgruppe Spaniens mit einer Bilanzsumme von EUR 109 Mrd. und Kundeneinlagen in Höhe von EUR 67 Mrd. Die Synergieeffekte seien bedeutend und würden sich auf mehr als 40% des heutigen kombinierten Marktwertes belaufen. Die Lokalpresse stelle offensichtlich infrage, ob die jeweiligen Stiftungen und Hauptaktionäre in Sachen Führung an einem Strang ziehen würden. Die a.o. GV im März sollte als positiver Impulsgeber für eine Neubewertung der Aktie dienen. Liberbank sei mit einem P/TE von 0.2x äußerst günstig bewertet.

Subsea 7 habe nach einer starken Kursentwicklung im Q4 2020 konsolidiert, bleibe aber dank seiner Kombination aus starker Bilanz und hervorragender Umsatzvisibilität für 2021 ein Top-Pick unter den Öldienstleistern. Die Experten der Bellevue Asset Management AG sehen zahlreiche Impulsgeber für Subsea 7, die von einer konjunkturellen Aufhellung bis hin zu einer möglichen Neubewertung oder Ausgliederung ihrer Renewables-Aktivitäten reichen.

Die Börsen seien bewertungstechnisch im Jahr 2020 davongeeilt. Somit müsse 2021 die eskomptierten Gewinnerwartungen liefern. In dem wahrscheinlichen Szenario eines synchronisierten weltweiten Wachstums ab H2 2021 dürften Zykliker am besten positioniert sein, mit einer sehr deutlich besseren Gewinndynamik als ihre defensiven Peers. Als Region dürfte Europa die steilste Erholung erleben, nach dem es auch heftigsten Rückgang erlitten habe und in Bezug auf die Indexzusammensetzung die zyklischere Ausrichtung aufweise. Dies erscheint den Experten der Bellevue Asset Management AG wie bereits in den Jahren 2016/17 ein positives Umfeld für Small Caps, Value-Titel und Zykliker. Sie hätten ihr Value-Exposure daher entsprechend auf rund 36% des Fondsvermögens aufgestockt. (Stand vom 31.01.2021) (22.02.2021/fc/a/f)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
359,46 € 363,39 € -3,93 € -1,08% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0631859229 A1JG2H 369,70 € 205,85 €
Werte im Artikel
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