Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 03/2020-Bericht, Wertrückgang von 18,0% - Fondsanalyse


05.05.20 10:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten den März gemessen am MSCI Europe Small Cap exUK infolge der unerwarteten und schnellen Ausbreitung von Covid-19 19,4% schwächer beendet. Während die Regierungen weltweit eine weitreichende Eindämmung des Virus angeordnet hätten, habe es erste Anzeichen für ernsthafte negative Auswirkungen auf die Wirtschaft gegeben. In der Eurozone sei der Composite PMI im März auf ein Allzeittief von 31,4 Punkten gesunken. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA seien auf USD 3,2 Mio. gestiegen, den bei weitem höchsten gemessenen wöchentlichen Anstieg in der Geschichte. Regierungen und Notenbanken hätten zügig mit einem noch nie da gewesenen Paket an fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen darauf reagiert, die zur Stabilisierung der Aktienmärkte beigetragen hätten.

Die Renditen von US-Treasuries seien gefallen, seien jedoch in der Eurozone gestiegen. Den zweiten Monat in Folge hätten alle Sektoren Performanceverluste verzeichnet. Gesundheit (-8,2%), Basiskonsumgüter (-10,3%) und Kommunikationsdienstleistungen (-14,3%) hätten die beste Wertentwicklung geboten, während Energie (-32,6%), Finanzen (-25,0%) und Nicht-Basiskonsumgüter(-24,7%) am schlechtesten performt hätten.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds im Berichtsmonat 18,0% (EUR/B-Anteile) nachgegeben, womit er seinen Vergleichsindex um 140 Bp übertroffen habe und seine relative Performance seit Jahresanfang auf +380 Bp gestiegen sei. Die größten Verlierer im Berichtsmonat seien Ferratum (-59,4%) Liberbank (-51,2%) und Subsea7 (-45,8%) gewesen. Ferratum habe im Rahmen der Veröffentlichung seiner Jahreszahlen 2019 (Umsatz +12% auf EUR 293 Mio.; EBIT-Marge 15,5%) gewarnt, dass Umsatz und Rentabilität 2020 wegen der zurückhaltenderen Kreditvergabe und gestiegener Wertminderungen infolge der Covid-19-Krise deutlich sinken würden. Die Experten der Bellevue Asset Management AG haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich das Unternehmen von einem Kreditgeber, begrenzt durch die eigene Bilanz, zu einer Finanzplattform oder einem Lösungspartner entwickelt, indem es neue Wege zur Monetarisierung seiner ausgezeichneten technischen Fähigkeiten findet. In Ermangelung wertschöpfender strategischer Aktionspläne werde sich die Aktie so schnell nicht erholen. Die Position der Experten belaufe sich auf 0,6% des NAV.

Die spanische Liberbank und das norwegische Offshore-Bauunternehmen Subsea 7 seien sinkenden Ölpreisen und Zinsen zum Opfer gefallen. Auf Sektorebene seien die Experten sowohl im Energie- als auch im Finanzbereich unterdurchschnittlich engagiert.

Die beste Performance hätten im Berichtsmonat Swissquote (+3,6%), Arjo (-0,3%) und Zur Rose (+9,3%) geboten. Die Schweizer Online-Bank Swissquote habe gute Jahreszahlen 2019 und eine optimistische Prognose für 2020 mit einem erwarteten Umsatz- und Gewinnwachstum von über 10% veröffentlicht. Das Unternehmen profitiere von der gegenwärtig hohen Volatilität, der steigende Handelsvolumina und einen großen Bedarf an neuen Kontoeröffnungen nach sich ziehe. Wie erwartet bestätigte Arjos CEO den Experten der Bellevue Asset Management AG während einer Telefonkonferenz, dass die Gruppe trotz Pandemie unverändert an ihrem Ausblick für 2020 festhält. Der internationale Lieferant von Medizinalprodukten dürfte die Umsatzschwäche bei einigen Produkten in der Langzeitpflege durch die anhaltende Nachfrage nach medizinischen Betten mehr als wettmachen.

Zur Rose, die führende Online-Apotheke in Deutschland und der Schweiz, werde weiterhin durch das aktuelle Umfeld begünstigt. Das Unternehmen habe bei der Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2019 seine Prognose für 2020 bestätigt und die mittelfristigen Ziele (Umsatz CHF 3 Mrd.; EBITDA-Marge 8%) angehoben. Zur Rose erwarte von der Covid-19-Krise eine schnellere Marktdurchdringung und -akzeptanz des Versandhandels von Medikamenten und digitalen Gesundheitsdienstleistungen. In den Tagen nach Bekanntgabe der Eindämmungsmaßnahmen und "Stay at home"-Appelle habe das Unternehmen eine kurzfristige Nachfragesteigerung von über 100% in all ihren Märkten erlebt.

Top-down-Fragen sowie V- oder U-förmige Erholungsszenarien würden weiterhin die Diskussionen bestimmen. Sell-Side-Analysten hätten erst begonnen, ihre Prognosen zu senken, aber die Konsensschätzungen für 2020 würden immer noch auf einem unrealistischen EPS-Wachstum von 7% basieren. Die Zukunft sei voller Herausforderungen und Dividendenkürzungen seien unternehmensseitig an der Tagesordnung. Wenn Unternehmen überleben und als relative
Gewinner aus der Krise hervorgehen wollten, sei eine starke Bilanz heutzutage unerlässlich. Mit einem starken ND/EBITDA von durchschnittlich 0,2x dürfte die Auswahl der Experten an Aktien eigentümergeführter Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil besitzen - angesichts einer allgemeinen Schuldenverdopplung seit 2008. Die Experten der Bellevue Asset Management AG intensivieren ihre ausführlichen Gespräche mit Unternehmensführungen und aktualisieren ihre Modelle, um Risiken und Chancen einzelner Aktien im Auge zu behalten. So hätten sie eine neue Position im deutschen Fotodienstleister CEWE aufgebaut, der 85% seines Umsatzes online erziele. Im Tech-Sektor hätten sie das Portfolio um Huber+Suhner ergänzt, ein Schweizer Anbieter von Kommunikationstechnologie, der von der positiven Dynamik bei 5G-Mobilnetzwerken profitieren dürfte. (Stand vom 31.03.2020) (05.05.2020/fc/a/f)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0631859229 A1JG2H 316,71 € 205,85 €
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