Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 04/2020-Bericht, Wertanstieg von 10,1% - Fondsanalyse


02.06.20 15:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten im April gemessen am MSCI Europe Small Cap ex-UK Index 10,9% fester geschlossen und sich von ihrem 7-Jahres-Tief im März erholt. Während weite Teile der Welt weiterhin Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 unterlägen, würden Q1-Makrodaten einen ersten Überblick über die wirtschaftlichen Schäden liefern. Das BIP sei in den USA um 4,8%, in China um 6,8% und in der Eurozone um 3,8% geschrumpft. Die meisten Konjunkturumfragen in Europa und den USA seien auf nie da gewesene Tiefstände gesunken, was darauf hindeute, dass das Q2 wenigstens ebenso schwach ausfallen könnte.

Vor diesem Hintergrund hätten europäische Regierungen zahlreiche neue Stützungsmassnahmen angekündigt, darunter ein Konjunkturpaket im Umfang von EUR 540 Mrd. und die Auflage eines Wiederaufbaufonds. In diesem Zusammenhang hätten sich Zykliker erholt, wobei Nicht-Basiskonsumgüter (+16,3%), IT (+15,4%) und Grundstoffe (+14,2%) die beste Performance geboten hätten, während Immobilien (+2,3%), Versorger (+5,9%) und Medien (+8%) am Ende des Feldes rangiert hätten. Vor diesem Hintergrund habe der Fonds im April 10,1% (EUR/B-Anteile) zugelegt, womit er seinen Vergleichsindex um 80 Bp verfehlt habe.

Die Schlusslichter im Berichtsmonat seien Arjo (-0,1%), Cloetta (-2,4%) und Ipsos (-7,4%) gewesen. Arjo habe mit seinen Q1-Zahlen und einem Umsatzwachstum von 3,3% den Erwartungen entsprochen. Die Nachfrage nach medizinischen Betten sei infolge der Coronakrise deutlich gestiegen. Andere Geschäftsbereiche hätten jedoch vorübergehend aufgrund der deutlichen Verringerung sämtlicher nicht-Covid-relevanter medizinischer Aktivitäten geschwächelt, weshalb Arjo seine Prognosen vorübergehend aussetze. Der CEO bestätigte jedoch in der Telefonkonferenz der Experten der Bellevue Asset Management AG die soliden mittelfristigen Aussichten des Unternehmens. Cloettas Süßwarengeschäft habe sich weniger widerstandsfähig als erwartet erwiesen, da die Kundenfrequenz im Reiseeinzelhandel, in der Unterhaltungsbranche und in Convenience-Stores zurückgegangen sei. Obwohl sie diese Entwicklung enttäuschte, gehen die Experten der Bellevue Asset Management AG davon aus, dass die Sparte mit der Normalisierung der sozialen Aktivitäten ihre historische Widerstandsfähigkeit wiederfindet.

Das Marktforschungsunternehmen Ipsos habe einen Rückgang seiner Auftragseingänge um 60% in den Wochen nach Einführung der Eindämmungsmaßnahmen signalisiert. Dies habe einen starken Jahresstart 2020 mit einem Auftragsplus im Januar und Februar von ca. 5% überschattet. Angesichts des begrenzten Drucks auf den FCF im laufenden Jahr und einer attraktiven Rendite von mehr als 10% würden die Experten die Aktie auf den Prüfstand stellen.

Die beste Performance hätten im Berichtsmonat Asetek (+51,6%), Zur Rose (+30,2%) und Vitrolife (+26,6%) geboten. Asetek, Spezialist für Wasserkühlungen für Computer und Datenzentren, habe ermutigende Q1-Zahlen veröffentlicht. Seine DC-Sparte weise endlich (!) eine positive kommerzielle Dynamik auf dank der Unterzeichnung des bisher größten Auftrags in der Unternehmensgeschichte und einer scheinbar gut gefüllten Projektpipeline. Zur Rose, die führende Online-Apotheke in Deutschland und der Schweiz, habe einen fulminanten Jahresstart mit einem Umsatzwachstum von 16% hingelegt. Auch die Entscheidung des Deutschen Bundestages, die elektronische Verordnung von Arzneimitteln ab 2022 verpflichtend zu machen, habe den Aktienkurs beflügelt. Elektronische Rezepte dürften dazu beitragen, die Marktdurchdringung des Online-Medikamentenversands in Deutschland zu steigern, die derzeit bei rund 1% liege (vs. 10% in der Schweiz).

Vitrolife habe für das Q1 ein über den Erwartungen liegendes Umsatzwachstum von 7% bekannt gegeben, das durch eine starke Performance seiner Segmente Technology und Genomics getrieben worden sei. Q2 werde ein schwieriges Quartal, aber der "Schluckauf 2020" dürfte ein Ausnahmefall bleiben, denn die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens sei intakt.

Unter Vorwegnahme der Ergebnisse der Q1-Berichtssaison hätten Sell-Side-Analysten ihre Prognosen weiter gesenkt, und der Konsens erwarte inzwischen einen 2020-EPS-Rückgang um 28%. Das impliziere einen konjunkturellen Tiefpunkt im Q2, gefolgt von einer schrittweisen Erholung, deren Form und Ausmaß ungewiss seien. In diesem herausfordernden Umfeld konzentrieren sich die Experten der Bellevue Asset Management AG weiterhin auf Risikosteuerung und den engen Kontakt zu Unternehmensführungen und Analysten, wobei sie in Bezug auf die Bilanzstärke von Unternehmen keine Zugeständnisse machen wollen. In diesem Sinne würden sie nach wie vor Ausschau nach neuen Anlageideen mit Fokus auf Aktien halten, die relative Gewinner der Krise seien. Die Experten hätten eine Position in VARTA eröffnet. Das Wachstumspotenzial des Unternehmens basiere neben defensiven Eigenschaften (nicht wiederaufladbare Batterien für Hörgeräte) auch auf zahlreichen Opportunitäten im Bereich kabelloser Kopfhörer.

Außerdem bauten die Experten der Bellevue Asset Management AG eine neue Position in Scout24 auf. Nachdem sich das Unternehmen vor kurzem von seinem Autokleinanzeigengeschäft getrennt habe, fokussiere es sich nun auf sein führendes Immobiliengeschäft in Deutschland. Scout24 erweitere sein Leistungsangebot für den riesigen Dienstleistungsmarkt für Immobilienmakler, was sich in einer stärkeren digitalen Marktdurchdringung, Marktanteilsgewinnen und einem steigenden ARPU äußere und das Wachstumspotenzial des Unternehmens unterstreiche. Angesichts der Barmittel in Höhe von EUR 2,6 Mrd. plane Scout24 zudem Aktienrückkäufe im Wert von EUR 1,5 Mrd. Das entspreche in etwa 23% der aktuellen Marktkapitalisierung und dürfte den Aktienkurs stützen. (Stand vom 30.04.2020) (02.06.2020/fc/a/f)






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