Comeback der Immobilienfonds - Fondsanalyse


14.10.15 14:06
Euro Advisor Services GmbH

München (www.fondscheck.de) - Die weltweite Finanzkrise 2008 hatte vor allem offene Immobilienfonds getroffen, so die Experten der Euro Advisor Services GmbH.

Aufgrund von Liquiditätsproblemen - Investoren hätten Milliardensummen aus der Anlageklasse abgezogen - hätten nicht wenige schließen müssen. Euro Advisor Services analysiere die aktuelle Situation.

Die derzeitige Niedrigzinsphase scheine den Markt für Immobilienfonds wieder zu beleben. In einem Kommentar für die "Börsen Zeitung" sage Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied von Union Investment: "Die Attraktivität des offenen Immobilienfonds ist nicht temporär. Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil der privaten und professionellen Asset-Allokation. Die Regulierung hat ihn zudem als eines der transparentesten Investmentvehikel noch zukunftssicherer gemacht." Immobilienfonds hätten durch die Wertbeständigkeit ihrer Objekte, solide Cash-Flows und kalkulierbare positive Renditen überzeugt.

Anleger würden also wieder das Vertrauen zurück zu gewinnen scheinen: Universal-Investment habe institutionelle Investoren (Pensionseinrichtungen und Versicherungen mit einem verwalteten Gesamtvermögen von über 100 Milliarden Euro) zu Immobilienanlagen befragt: Die Studie ergebe, dass Wohnimmobilien in Deutschland und Nordamerika wieder stärker nachgefragt würden. Die Immobilienquote der Teilnehmer liege aktuell bei etwa acht Prozent und solle auf über 12 Prozent ausgebaut werden.

"Wir beobachten schon seit geraumer Zeit, dass institutionelle Investoren die anhaltende Niedrigzinsphase zur Stärkung ihrer Immobilienquoten nutzen. Renditen von drei bis vier Prozent im Immobilienbereich sind im Vergleich zu anderen risikoarmen und wenig volatilen Anlagealternativen derzeit für viele außerordentlich attraktiv", kommentiere Alexander Tannenbaum, Geschäftsführer der Universal-Investment, die Ergebnisse.

Duncan Owen, Head of Real Estate des Finanzberaters Schroders, nenne insgesamt vier Gründe, die aus seiner Sicht für Investitionen in kontinentaleuropäische Immobilienmärkte sprechen würden: Europäische Immobilienmärkte hätten über erhebliche Liquidität und ein hohes Maß an Transparenz verfügt, die europäische Wirtschaft bekomme endlich die Kurve, das Einkommenspotenzial in vielen wichtigen Städten liege über dem Durchschnitt der Eurozone und europäische Immobilien böten eine höhere Rendite, als viele andere westliche Märkte sowie einen Schutz vor Inflation.

"Immobilienmarkt - ein Lichtblick im China-Debakel", würden derzeit Experten des Assetmanagers AB in ihrem Blogbeitrag titeln. Die Transaktionstätigkeit sei im August robust geblieben (+15,6% gegenüber dem Vorjahr) sowie die Hypothekenkreditvergabe angestiegen (+50% gegenüber dem Vorjahr, im dritten Monat in Folge). Dies weise auf eine echte marktbasierte Korrektur hin. Seit Anfang September gehöre zudem mit Vonovia erstmals ein Immobilienkonzern zu den DAX-Mitgliedern. Bis zum Jahresende wollten die Deutsche Wohnen und LEG, zwei Schwergewichte der Immobilienbranche, fusionieren.

Mit Beschluss des Kapitalanlagegesetzbuch 2013 unterlägen offene Immobilienfonds in Deutschland nun strengeren Regeln: Bei einem Kauf von Anteilen gelte eine zweijährige Mindesthaltedauer sowie eine einjährige Kündigungsfrist. Verkaufe ein Anleger seine Anteile, müsse er also zwölf Monate warten, ehe er sein Geld tatsächlich erhalte. Diese Regeln sollten Stabilität in die Branche bringen und Liquiditätsengpässe wie 2008 vermeiden. Betont werde so also die Langfristigkeit einer Immobilienanlage. Gleichzeitig würden die Regeln jedoch zu Kosten der Flexibilität der Anleger gehen.

Stelle sich die Frage, wie sich Immobilienfonds in den letzten Monaten und Jahren im Detail geschlagen und welche sich besonders hervorgetan hätten.

Der größte Immobilienfonds mit europäischem Schwerpunkt sei der Deka-Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956). Aktuell belaufe sich das Fondsvermögen auf 13,2 Milliarden Euro. Innerhalb von drei Jahren erziele das Schwergewicht einen Wertzuwachs von 6,1 Prozent. Im selben Zeitraum büße der Fonds maximal 0,04 Prozent an Verlust ein. Die längste Verlustphase dauere einen Monat. Im laufenden Jahr erreiche der Fonds ein Plus von 1,5 Prozent. Anleger, die seit seiner Auflegung 1997 in den Fonds investiert gewesen wären, könnten sich heute über eine Wertentwicklung von plus 103,5 Prozent freuen.

Mit einer Volatilität in drei Jahren von 0,3 Prozent agiere das Fondsmanagement jedoch sogar noch risikoreicher als das Management des UniImmo: Deutschland. Im drei-Jahres-Vergleich betrage die Volatilität hier 0,1 Prozent und der Immobilienfonds erreiche einen Wertzuwachs von 7,7 Prozent. Im selben Zeitraum schreibe der Fonds zudem keine Verluste. 2015 gehe es bisher um 2,1 Prozent rauf. 10,4 Milliarden Euro seien aktuell in den Fonds investiert. Der Fonds sei somit nicht nur ein Schwergewicht, sondern auch ein Oldtimer - Seit seiner Auflegung 1966 gewinne er 1.463,7 Prozent hinzu.

In drei Jahren reiche die Spannbreite der Gewinne und Verluste in der Kategorie "Immobilienfonds Europa" von 21,5 Prozent (Catella MAX) bis zu minus 49,4 Prozent (UBS (D) 3 Sector Real Estate Euro (ISIN DE0009772681 / WKN 977268)).

Das größte Fondsvermögen in der Kategorie "Immobilienfonds weltweit" besitze der hausInvest: 10 Milliarden Euro seien in ihn investiert. Im laufenden Jahr gehe es bereits 2,1 Prozent rauf. Innerhalb von drei Jahren 7,9 Prozent. In diesem Zeitraum schreibe der Fonds keine Verluste. Seit seiner Auflegung 1972 erreiche der Fonds einen Wertzuwachs von 1.003,9 Prozent. Auch der Deka-Immobilien Global (ISIN DE0007483612 / WKN 748361) gehöre zu den Schwergewichten. 3,7 Milliarden Euro lägen im Fonds. 2015 erziele er ein Plus von 1,5 Prozent. In drei Jahren betrage der Wertzuwachs 6,4 Prozent. Die längste Verlustphase in diesem Zeitraum dauere einen Monat.

Im drei-Jahres-Vergleich reiche die Spannbreite der Gewinne und Verluste von 8,8 Prozent (Unilmmo: Global (ISIN DE0009805556 / WKN 980555)) bis zu minus 52,6 Prozent (TMW Immobilien Weltfonds P).

Die Qualität eines Immobilienfonds werde jedoch auch durch besondere Kennzahlen wie beispielsweise der Vermietungsquote und auslaufenden Mietverträgen bestimmt. (Ausgabe Oktober 2015) (14.10.2015/fc/a/f)





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