DWS Deutschland LC-Fonds: 10/2018-Bericht, Investitionsgrad auf 123% gesenkt - Fondsanalyse


30.11.18 16:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Christoph Ohme, Fondsmanager bei DWS.

Schwaches BIP-Wachstum für Q3 in der Eurozone, die fallenden ifo- und europäischen Einkaufsmanagerindices (PMI), eine geldpolitisch relativ restriktive FED, schwache US-Immobiliendaten, sich verschlechternde Wirtschaftsdaten in China, der fallende Ölpreis, politische Unsicherheit in Deutschland, der anhaltende Streit über die italienische Staatsverschuldung, der Stillstand in den Brexit-Verhandlungen, die Schwäche des chinesischen Aktienmarktes, bei Autoverkäufen und Währung, der Tod von Khashoggi, Gewinnwarnungen von DAX-Unternehmen und mehrere vorsichtige US-Gewinnaussichten hätten zu einem Black October 2018 für die globalen Aktienmärkte geführt. Das starke BIP-Wachstum in den USA in Q3, die Senkung der Mindestreservequote (RRR) um 100 BP durch die PBoC, Chinas Pläne für ein Steuersenkungsprogramm und reduzierte Steuern beim Autokauf sowie der neue United States-Mexico-Canada Handelsvertrag hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend unterstützt.

In Deutschland sei der DAX im Oktober um 6,5% auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016 gefallen - damit die schlechteste Monatsperformance seit Januar 2016. Der MDAX habe 7,0% verloren, der TecDAX 6,2% und der SDAX 7,0%. Die Konjunkturdaten in Deutschland und im Euroraum hätten sich weiter abgeschwächt. Der deutsche ifo Index sei von 103,7 auf 102,8 zurückgegangen. Der deutsche vorläufige PMI habe von 53,7 auf 52,3 korrigiert. Der entsprechende vorläufige PMI der Eurozone sei von 53,2 auf ein 26-Monatstief von 52,1 gefallen. Der Subindex für Auftragseingänge sei von 51,5 auf 49,8 gesunken, was den ersten Rückgang seit Ende 2014 darstelle.

Die deutsche Industrieproduktion sei um 0,3% im Monatsvergleich (m/m) gefallen. Die deutschen Auftragseingänge hätten sich dagegen um 2,0% m/m erholt. Das BIP der Eurozone für Q3 sei nur um 0,2% q/q gewachsen und sei damit so schwach wie seit vier Jahren nicht mehr gewesen. Die politische Unsicherheit in Deutschland und im Euroraum habe zugenommen. Die EU habe den Entwurf des italienischen Haushaltsplans abgelehnt und darum gebeten, innerhalb von drei Wochen einen neuen vorgelegt zu bekommen.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf 123% gesenkt worden. Die Experten würden an ihrem ausgewählten Übergewicht in Export orientierten Unternehmen, Industrie, Finanzwerten und IT-Unternehmen mit guten Wachstumsperspektiven und sehr stabilen Bilanzen festhalten. Für das Portfolio würden sie ebenfalls ihr Engagement in Nebenwerten mit einem Anteil von etwa 20% beibehalten.

Der Fonds habe im Verlauf des Oktobers um 8,2% (nach Abzug von Kosten) nachgegeben und damit um 1,6% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen negativen Beiträge aus dem Übergewicht in Industrie, Informationstechnologie und Grundstoffen gestammt. Das Untergewicht in RWE AG sowie das Übergewicht in Dialog Semiconductor PLC und Aixtron SE habe sich positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Übergewicht in Deutsche Post AG und Sixt SE habe die Wertentwicklung am deutlichsten belastet.

Das Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren (Welthandel, Italien, Brexit, Wachstum in China) und nachlassende fiskalische und monetäre Impulse in den USA dürften 2019 zu einer weltweiten Konjunkturabschwächung führen. Einige Sektoren hätten wahrscheinlich einen zyklischen Höhepunkt erreicht, am deutlichsten die Automobil- und Halbleiterindustrie. In einer deutlichen Reaktion hätten sich die Aktienmärkte an diese neue Realität angepasst, die eine Senkung der Gewinnerwartungen erforderlich mache. Auch wenn es noch früh in der Berichtssaison ist, scheinen mehrere Geschäftsmodelle mit Internetbezug den Zenith der ständig steigenden Wachstumserwartungen überschritten zu haben, so die Experten von DWS. Infolgedessen fordere ein etwas "langsameres Internet" seinen Tribut, wobei "Growth" und "Momentum" nicht mehr besser abschneiden würden.

Eine sorgfältige Auswahl habe bei Technologieinvestitionen noch mehr an Bedeutung gewonnen. Nach der entscheidenden Marktreaktion seien die P/E-basierten Bewertungskennzahlen in allen Regionen auf oder unter historische Durchschnittswerte zurückgegangen. Der Fokus habe sich vom "P" in der Bewertungsgleichung auf das "E", also die Nachhaltigkeit der Erträge, verlagert. Während ein zweistelliges Ergebniswachstum im Jahr 2019 außer Reichweite geraten sei, würden die Experten davon ausgehen, dass Erwartungen von ca. 5% weltweit realistischer seien und eine weitere deutliche Neubewertung am Markt verhindern sollten.

Die Aussichten auf eine weiterhin moderate Wirtschaftsexpansion und Ertragssteigerung sowie die weitere Innovation durch Digitalisierung dürften daher wieder Aktieninvestoren anziehen und zu einem höheren Aktienindexniveau führen. Eine Pause der US-Notenbank sowie positive Nachrichten über den Welthandel oder die italienische Finanzpolitik könnten als Auslöser dienen. Die Experten seien der Meinung, dass sich die Stimmung zu sehr verschlechtert habe und hätten ihr US-Absolut-Return-Signal für die nächsten 5% auf "aufwärts" statt "abwärts" geändert. Die Experten würden an ihrem 12-Monats DAX-Indexziel von 12.800 Indexpunkten festhalten. (Stand vom 31.10.2018) (30.11.2018/fc/a/f)






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