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Deutsche Privatanleger in euphorischer Stimmung


18.01.07 13:26
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung der deutschen Privatanleger war zum Jahresende geradezu euphorisch, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Der Anteil der Börsenoptimisten habe im Dezember 2006 bei 65,8 Prozent gelegen, das sei ein Anstieg um 9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. "Dies ist nicht nur das beste Ergebnis seit Mai 2006, sondern der dritthöchste Wert der Optimisten überhaupt in der Geschichte des J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index", unterstreiche Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management.

Der Anteil der Pessimisten sei zudem von 12,6 auf 8,0 Prozent gesunken. "So wenige Pessimisten gab es noch nie", betone Servais. "Nachdem sich das Vertrauen in die Börse trotz immer wieder neuer DAX-Höchststände monatelang nicht von den Kurskorrekturen im Frühsommer erholte, belegen die aktuellen Ergebnisse nun, dass das Vertrauen in die Aktienmärkte zurückgekehrt ist", erläutere er.

Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittle die Fondsgesellschaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolge monatlich in Deutschland und Großbritannien sowie vierteljährlich in Belgien, Österreich, Schweden und der Schweiz. Mit dem aktuellen Stimmungshoch zeige sich auch beim J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex ein ordentlicher Aufwärtstrend. Der Mittelwert aus den einzelnen Antworten sei um 1,5 Prozentpunkte auf 6,7 geklettert - das sei der zweithöchste bisher jemals erreichte Wert. Der Stimmungsaufschwung sei etwas stärker auf die männlichen Befragten zurückzuführen: Ihr Indexwert sei von 6,0 auf 7,7 gestiegen. Der Wert der üblicherweise etwas vorsichtigeren weiblichen Befragten sei dagegen etwas weniger steil um 0,9 Punkte auf 5,3 angestiegen.

Wie schon in den Vormonaten habe sich die Stimmung in den alten und neuen Bundesländern im Dezember erneut konträr entwickelt. Dieser gegenläufige Trend sei bereits seit April 2006 zu beobachten. Während in den alten Bundesländern der Index von 5,3 auf 6,9 gestiegen sei, sei der Wert in den neuen Bundesländern mit 5,6 auf gleichem Niveau geblieben. Damit steige die Ost-West-Differenz, die im November noch bei 0,3 Prozentpunkten gelegen habe, nun auf 1,1 Punkte.

Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland sei im Dezember leicht zurückgegangen. Nun hätten 21,8 Prozent der Befragten angegeben, bereits in Aktien, Investmentfonds, Optionsscheine oder Rentenpapiere investiert zu haben. Im November seien es immerhin noch 22,4 Prozent gewesen. Somit werde weiterhin kaum mehr als jeder Fünfte der rund 2.0001 Befragten im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst.

Um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten, biete sich ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung an. Das Vertrauen in die Börsenentwicklung habe auch hier zugenommen: Der Anteil der Optimisten sei von 32 auf 34,3 Prozent gestiegen. Allerdings habe sich parallel der Anteil der Pessimisten um 0,5 Prozentpunkte erhöht, der auf 26,9 Prozent gestiegen sei. Analog sei der Indexwert konstant bei -0,4 geblieben. Auch bezogen auf die Gesamtbevölkerung sei der Stimmungsindex lediglich in den alten Bundesländern (von -0,3 auf -0,1) gestiegen, während dieser in den neuen Bundesländern sogar gesunken sei (-0,5 auf -1,9).

Bereits im November habe das Investitionsklima massiven Auftrieb erhalten und die Bereitschaft, in den nächsten zwölf Monaten Geld anzulegen, sei auf 50 Prozent angestiegen worden. Im Dezember hätten sich die Anleger nun etwas weniger investitionsfreudig gezeigt: der Anteil der Kauflustigen sei um 3,5 Prozentpunkte auf 46,5 Prozent zurückgegangen. Dies habe der Begeisterung für Fondsinvestitionen keinen Abbruch getan: diese würden nach wie vor als beliebteste zukünftige Anlageform vorn liegen. Nun würden 29 Prozent der Befragten Fondsanlagen planen.

Der Vorsprung vor dem zweitplazierten Sparbuch, das 15,4 Prozent erreicht habe, sei damit um einen weiteren Punkt auf 13 Prozent gestiegen. Direktinvestitionen in Aktien hätten ebenso leicht zulegen können und würden nun bei 12,6 Prozent liegen. Der pan-europäische Vergleich der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Befragung zeige, dass zum Jahresausklang der Optimismus in den meisten untersuchten Ländern weiter gestiegen sei. Nach dem Einbruch im zweiten Quartal habe sich die Anlegerstimmung in fast allen untersuchten Ländern bereits per Ende Oktober wieder erholt: Lediglich der bisherige Optimismus-Spitzenreiter Schweiz habe aktuell einen kleinen Rückgang von 72,2 auf 69,7 Prozent hinnehmen müssen. Im europäischen Vergleich seien die Schweizer damit aber immer noch äußerst positiv gestimmt.

Auch in Schweden habe sich die Stimmung zum Jahresausklang leicht eingetrübt, die Anzahl der Optimisten sei hier um 3 Prozentpunkte auf 52 Prozent zurückgegangen. In den anderen Ländern sei der Anteil der Börsenoptimisten gestiegen, allen voran Österreich mit einem Sprung von 67,2 auf 71,2 Prozent - damit würden sie nun europaweit vorn liegen. Zudem sei die Optimisten-Quote in Deutschland von 56,8 auf 65,8 Prozent, in Belgien von 50 auf 58 Prozent und selbst bei Stimmungs-Schlusslicht Großbritannien von 27,5 auf 34,9 Prozent gestiegen. In Österreich gebe es nicht nur die meisten Optimisten, sondern mit 9,9 Prozent auch sehr wenige Börsen-Skeptiker. Lediglich bei den oft als Schwarzseher gescholtenen Deutschen seien mit 8 Prozent noch weniger Pessimisten zu finden.

Auch in der Schweiz würden mit 10,2 nur wenige Befragte befürchten, dass die Aktienkurse im nächsten halben Jahr wieder sinken würden. In Schweden und Großbritannien habe dagegen fast jeder Fünfte (18 beziehungsweise 19,8 Prozent) und in Belgien sogar mehr als jeder Vierte (26 Prozent) weitere Korrekturen vor Augen. "Die insgesamt sehr zuversichtliche Stimmung zum Ende des Jahres 2006 liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass in 2006 europaweit überdurchschnittliche Unternehmensgewinne mit rund 13 Prozent für Freude bei den Anlegern gesorgt haben. Und die Bewertungen sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 13 für Europa auch immer noch attraktiv", schließe Jean Guido Servais und schüre damit die Erwartungen für das Börsenjahr 2007. (18.01.2007/fc/a/m)