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Deutschland Anlegeroptimismus leicht gedämpft


08.03.07 13:38
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Als hätten sie es geahnt: Bei der Februar-Befragung der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie zeigten sich die deutschen Privatanleger bereits wieder etwas vorsichtiger, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Und das, obwohl der DAX erst am 21. Februar die magische 7.000-Punkte-Grenze durchbrochen habe. "Es scheint, als hätten die Privatinvestoren der allgemeinen Börseneuphorie schließlich doch nicht getraut", sage Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management. So sei der Anlegeroptimismus nach viermonatigem Aufwärtstrend im Februar 2007 zum ersten Mal wieder leicht um 3,2 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent abgesunken.

Im Januar sei angesichts der immer weiter nach oben strebenden Börsenkurse sogar ein Allzeithoch von 70,7 Prozent Optimisten - das seien die Befragten, die es für "wahrscheinlich" oder sogar "sehr wahrscheinlich" halten würden, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten 6 Monaten positiv entwickeln werde - erreicht worden.

Der leichte Stimmungsdämpfer bei den Börsenoptimisten lasse sich als Hinweis auf die immer wahrscheinlicher werdenden Kurskorrekturen am Aktienmarkt werten, die auch nicht lange auf sich hätten warten lassen. "Einige Indikatoren haben seit mehreren Wochen darauf hingedeutet, dass die globalen Börsen insgesamt überkauft sind", begründe Servais die Abwärtsbewegung der weltweiten Märkte seit Ende Februar.

Gegenläufig zu diesem Trend sei der Anteil der Börsenpessimisten allerdings weiter zurückgegangen. Er sei um 1,5 Punkte auf 7,2 Prozent gesunken und erreiche damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Investor-Confidence-Befragung. "Angesichts der Marktentwicklung der letzten Monate hat sich auch bei den Börsenskeptikern ein Grundvertrauen in die Aktienmärkte eingestellt. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Vertrauen durch das aktuell sehr volatile Marktumfeld nicht wieder erschüttert wird", unterstreiche Servais.

Mit dem aktuellen leichten Rückgang des Stimmungshochs sei auch der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex leicht abgesunken. Der Mittelwert aus den einzelnen Antworten sei um 0,2 Prozentpunkte auf 7,1 zurückgegangen. Dieser Wert markiere in der Historie des Index insgesamt immer noch ein sehr positives Niveau und sei der zweithöchste jemals erreichte Wert nach dem Rekordlevel im Vormonat.

Die Schere der Erwartungen an den Aktienmarkt klaffe bei den weiblichen und männlichen Befragten immer weiter auseinander: So sei der Indexwert der Männer sogar um 0,1 Punkte auf 8,3 gestiegen. Bei den Frauen sei der Indexwert von 5,8 auf 5,5 zurückgegangen. Diese gegenläufige Entwicklung mit tendenziell vorsichtigeren weiblichen Investoren sei seit Beginn der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie zu beobachten.

"Dies bietet der Diskussion über das unterschiedliche Anlegerverhalten von Männern und Frauen neuen Nährboden - gibt es doch keine einhellige Meinung darüber, welches Geschlecht die "besseren" Investoren hervorbringt. Und auch diese Studie kann leider keinen Aufschluss darüber geben, ob der aktuell schwindende Optimismus der befragten Damen auf übertriebener Vorsicht oder weiblicher Intuition beruhte," erläutere Jean Guido Servais.

Schon in den Vormonaten habe sich die Stimmung in den alten und neuen Bundesländern häufig entgegengesetzt entwickelt. Während im Januar die unterschiedlich großen Schritte zumindest noch in die gleiche Richtung gegangen seien, hätten sich die Februar-Indices in Ost und West wieder auf gegenläufige Entwicklungen begeben. Dabei sei der Index in den alten Bundesländern sogar leicht von 7,1 auf 7,2 gestiegen, während der Wert in den neuen Bundesländern um 1,0 Prozentpunkte nach unten gefallen sei. Dieser gegenläufige Trend sei bereits seit April 2006 zu beobachten. Insgesamt sei die Ost-West-Schere diesen Monat auf 0,4 Prozentpunkte gesunken.

Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittle die Fondsgesellschaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolge monatlich in Deutschland sowie vierteljährlich in Österreich, Schweden und der Schweiz.

Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland sei gemäß der Studie im Februar 2007 leicht um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Allerdings sei der Anteil der Befragten, die bereits Aktien, Investmentfonds, Optionsscheine oder Rentenpapiere besitzen würden, mit 21,9 Prozent immer noch sehr niedrig. Besonders bemerkenswert sei die Investmentaktivität in den neuen Bundesländern gewesen, die um beeindruckende 4 Prozentpunkte gestiegen sei.

Mit 20,4 Prozent Investmentbesitzern würden die Anleger "Ost" nur noch 1,9 Prozentpunkte unter dem Wert in den alten Bundesländern liegen. Besonders hoch im Kurs stünden hier Investmentfonds, die 16,5 Prozent aller Investments ausmachen würden. Auch im gesamten Bundesgebiet würden Fonds mit 15,3 Prozent die beliebteste Anlageklasse darstellen, gefolgt von Aktien und Rentenpapieren.

Da aufgrund der immer noch sehr geringen Investmentaktivität kaum mehr als jeder Fünfte der rund 2.000 Befragten im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst werde, sei ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung sinnvoll, um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten. Das Vertrauen in die Börsenentwicklung habe hier stark zugenommen: Der Wert des Investor-Confidence-Index sei auf 1,0 gestiegen, nachdem er im Vormonat mit 0,2 erstmals einen Wert im positiven Bereich erzielt habe.

Der Anteil der Optimisten sei zwar moderat von 40,7 auf 40,2 gesunken, was aber durch den stärkeren Rückgang bei den Skeptikern ausgeglichen werde. Der Anteil der Pessimisten sei um 3,1 Prozentpunkte gefallen und liege bei 23,2 Prozent.

Der leicht gedämpfte Optimismus der Anleger schlage sich auch auf das Investitionsklima nieder. Die Bereitschaft der Anleger, in den nächsten 12 Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, sei wieder unter die 50-Prozent-Marke auf 47,3 Prozent gesunken. Fondsinvestitionen würden in der Anlegergunst dabei weiterhin vorn liegen und hätten in den neuen Bundesländern um 7,7 Prozentpunkte zulegen können. Im gesamten Bundesgebiet habe ihre Popularität zwar etwas abgenommen, aber nach wie vor würden sie mit einem Anteil von 30,4 Prozent die anderen Anlageklassen weit hinter sich lassen.

Direktinvestitionen in Aktien hätten mehr als 3,5 Prozentpunkte eingebüßt und seien mit einem Anteil von 11 Prozent in der Anlegergunst wieder hinter das Sparbuch zurückgefallen. Dieses habe um über 3 Punkte zugelegt und sei mit 16,2 Prozent zur zweitbeliebtesten Anlageklasse aufgestiegen. "Ein Indiz dafür, dass die Privatanleger bereits im Februar über die Aktienmarktentwicklung verunsichert waren," schließe Jean Guido Servais. (08.03.2007/fc/a/m)