ETF-Handel: Anleger zählen auf Nebenwerte


18.01.17 10:03
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einem geschäftigen Start ins neue Jahr bleiben ETF-Anleger am Ball, so die Deutsche Börse AG.

"Unsere ETF-Umsätze zogen mit etwa 30 Prozent deutlich an", melde Oliver Kilian. Indexfonds (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX, ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT), die den DAX abbilden würden, seien bei den Kunden der UniCredit in Summe ebenso gut angekommen wie EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und MSCI Europe-Tracker.

"Es war einiges los", erkläre Andreas Bartels und melde knapp 37.000 ETF-Transaktionen mit teilweise hohen Volumina. Über alle Anlageklassen hinweg verbuche der Commerzbank-Händler mit 52 Prozent einen im Wochenvergleich kleiner gewordenen Kaufvorsprung. Dabei hätten sich Anleger überwiegend von ihren DAX-, EURO STOXX 50-, MSCI World und S&P 500-Engagements getrennt.

Mittelgroße Unternehmen aus Europa und den USA seien hingegen in der Anlegergunst nach vorn gerückt. Kilian berichte von Zuflüssen beispielsweise zu MSCI World Small Cap-ETFs. Auch bei der Commerzbank hätten Aktien aus der zweiten Reihe zu den meist gehandelten Produkten gehört. "MSCI EMU Small Cap- und MDAX-ETFs waren gesucht." Ebenso hätten Investoren per Saldo zu Russel 2.000-Produkten (ISIN FR0011636190 / WKN A1W9FT) gegriffen.

Asien sei ein Thema im ETF-Handel gewesen, wenngleich mit unterschiedlichen Vorzeichen. "Nikkei 225- und MSCI Japan-ETFs (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW, ISIN LU0927735406 / WKN DBX0NT) waren bei uns gefragt", registriere Bartels. Ebenso hätten Anleger zumeist auf Schwellenländer-Aktien gesetzt, beispielsweise im MSCI Emerging Marktes (ISIN IE00B3DWVS88 / WKN A1CWJF).

Kilian melde Rückgaben von MSCI India-ETFs sowie Nikkei 225- und Schwellenländer-Trackern. Der Nikkei 225-Index habe seit vergangenem Dienstag bis 18.735 Punkte 3,5 Prozent an Wert eingebüßt.

Mit Blick auf die Branchen hätten - wenig überraschend - Indexfonds mit Automobil- und Zulieferer-Aktien im Mittelpunkt gestanden, wie Bartels informiere. "Trackers (ISIN LU0378435043 / WKN ETF061, ISIN DE000A0Q4R28 / WKN A0Q4R2) des STOXX Europe 600 Automobiles & Parts-Index wurden von unseren Kunden zu über 70 Prozent abgestoßen." Donald Trump sende im Vorfeld seiner Vereidigung protektionistische Signale an die Autobauer und verunsichere Anleger damit, obwohl der Automobilmarkt in der Europäischen Union floriere.

Für das vergangene Jahr melde der Branchenverband ACEA 14,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in Deutschland hätten 3,35 Millionen Autos einen Abnehmer gefunden. In Großbritannien lägen die Neuzulassungen mit 2,69 Millionen Fahrzeuge 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Mit plus 16 Prozent sei der Automarkt in Italien am stärksten gewachsen.

Finanzwerte im MSCI Europe Financials würden in Bartels Umsatzstatistik der Sektor-ETFs den zweiten Rang belegen. "Mit 65 Prozent Abgaben war auch hier das Bild eindeutig."

Tendenziell Gefallen fänden Investoren indes an Chemie-Aktien im STOXX Europe 600 Chemicals, Unternehmen der Versicherungsindustrie im STOXX Europe 600 Optimised Insurance und europäischen Immobilien im FTSE REIT Developed Europe Total Return Index.

Mit rund 18 Prozent bewege sich der Anteil von Anleihen-ETFs am gesamten ETF-Geschäft bei der Commerzbank auf durchschnittlichem Niveau, wie Bartels bemerke. Geldmarktnahe Produkte (ISIN LU0378437684 / WKN ETF100) würden auf dem hauseigenen EONIA-Index basieren und Schwellenländer-Bonds mit Investment Grade seien verstärkt in den Depots gelandet. Überwiegend gut ankämen zudem Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate ex-Financials 1-5 Year Bond Index (ISIN IE00B4L5ZY03 / WKN A0RPWP) mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren. "Zudem lösten Anleger viele vor Jahresende aufgebaute Positionen nun wieder auf."

Kilian spreche von einem Verkaufsüberhang bei Festverzinslichen. Die Kunden der UniCredit hätten sich besonders häufig von ihren Kurzläufern verabschiedet. Zur Disposition stünden auch inflationsgeschützte US-Schatzanleihen (ISIN IE00B1FZSC47 / WKN A0LGP8).

Generell würden Indexfonds in Europa an Beliebtheit gewinnen. In seinem jüngsten Barometer mache Lyxor ein verwaltetes Vermögen von 516 Milliarden Euro in ETFs zum Ende Dezember aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Plus von 14 Prozent, davon seien etwa 5 Prozent dem Markteinfluss geschuldet. Allein im vergangenen Monat hätten sich dem ETF-Emittenten zufolge die Nettozuflüsse auf 4,7 Milliarden Euro summiert, dabei sei die Tendenz weg von Anleihen hin zu Aktien unterbrochen worden. Während sich Anleger unterm Strich weiterhin in ETFs mit Aktien der Industrieländer positioniert hätten, hätten Anleihe-ETFs Lyxor zufolge per Saldo keine weiteren Rückgaben verzeichnet. (Ausgabe vom 17.01.2017) (18.01.2017/fc/a/e)





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