ETF-Handel: Auf Schnäppchenjagd


24.05.17 10:01
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Rücksetzer an den Aktienmärkten weltweit führten auch am ETF-Markt zu einigen Abflüssen, viele nutzten die niedrigeren Kurse aber auch für einen Einstieg, so die Deutsche Börse AG.

Oliver Kilian von der UniCredit spreche von einem klaren Verkaufstrend, Sascha Cronemeyer von der Commerzbank melde hingegen einen eindeutigen Käuferüberhang.

Vergangene Woche sei die Rally ins Stocken geraten, der DAX habe Mittwoch und Donnerstag über 200 Punkte abgegeben, habe sich jetzt aber etwas erholt: Am Dienstagmittag habe der deutsche Leitindex bei 12.654 Zählern gelegen. "Ein panischer Sell-Off war das ohnehin nicht", bemerke Cronemeyer. "Die Volatilität stieg nur leicht an, von einem historisch niedrigen Niveau." Die Umsätze seien den Händlern zufolge sehr gut gewesen. Cronemeyer melde über 41.000 Transaktionen für die Vorwoche.

Bei den Kunden der Commerzbank hätten Aktien-ETFs auf den Einkaufslisten gestanden - vor allem europäische. Zuflüsse melde Cronemeyer zum Beispiel für EURO STOXX 50-Indexfonds, aber auch S&P 500- und MSCI USA-Tracker, Zu- und Abflüsse hingegen für DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und MSCI World-ETFs.

Kilian berichte stattdessen von Abgaben durch die Bank: In europäischen, US-amerikanischen und asiatischen Aktien. Betroffen gewesen seien zum Beispiel MSCI Europe-ETFs wie der Amundi MSCI Europe sowie DAX-, MDAX- und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU, ISIN FR0007054358 / WKN 798328).

"Ganz klar verkauft wurden auch italienische Aktien", ergänze der UniCredit-Händler. Auch das könnten Gewinnmitnahmen sein: Der iShares FTSE MIB habe seit vergangenem Sommer um 42 Prozent zugelegt. Gesucht gewesen seien Kilian zufolge hingegen breit streuende europäische Aktien-ETFs, etwa mit MSCI Europe- oder STOXX Europe 600-ETFs. Aus den Portfolios seien auch japanische Aktien geflogen, in Form von Nikkei-, Topix- und MSCI Japan-ETFs.

Viel Aufregung habe es am brasilianischen Aktienmarkt gegeben, nachdem Korruptionsermittlungen auch gegen den amtierenden Präsidenten Michel Temer erhoben worden seien. Der Bovespa sei kräftig eingebrochen, auch der Brasilianische Real habe deutlich verloren. Die Gewinne seit Anfang vergangenen Jahres seien damit fast gänzlich dahin geschmolzen. Generell seien Emerging Markets-Tracker abgegeben worden, wie Kilian feststelle. "Bezüglich Brasilien war die Anzahl der Anfragen außergewöhnlich hoch", bemerke Cronemeyer. "Allerdings sind die Umsätze in diesem Bereich generell klein." Neben Verkäufen habe er aber auch Käufe gesehen.

Im Handel mit Sektoren-ETFs hätten Banken-Indexfonds diesmal keinen Gefallen gefunden, Anleger hätten sich vom iShares EURO STOXX Banks und vom iShares STOXX Europe 600 Banks verabschiedet. Laut Cronemeyer hätten sich Anleger auch von Indexfonds getrennt, die die Industriebranche abbilden würden, und sich in Immobilien-ETFs positioniert. Rege gehandelt werde derzeit im Übrigen der iShares STOXX Europe 600 Health Care, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage zeige.

Gut an komme aktuell auch ein ETF, der die IT-Sicherheitsbranche abbilde: Der ETFS ISE Cyber Security. "Das hängt wohl mit der Wannacry-Attacke zusammen", vermute Kilian. Die Schadsoftware Wannacry habe vor kurzem zehntausende Computer weltweit lahmgelegt, darunter die von britischen Krankenhäusern und der Deutschen Bahn. Der ETFS ISE Cyber Security-ETF, der im Oktober 2015 aufgelegt worden sei und erst Verluste eingefahren habe, habe seit Februar 2016 um 60 Prozent zugelegt.

Im Anleihebereich hätten Anleger vor allem auf kurzlaufende Staatsanleihen aus der Eurozone und aus den USA gesetzt, wie Kilian berichte. "In den USA sind die gesuchten Laufzeiten kürzer." So würden etwa der iShares Euro Govt Bond 3-7yr und der iShares USD Treasury Bond 1-3yr gekauft. Die Commerzbank berichte von umfangreichen Abgaben von Unternehmensanleihen-ETFs wie dem iShares Core Euro Corporate Bond. In Eonia- und kurzlaufenden europäischen und US-amerikanischen Staatsanleihen würden hingegen beide Seiten gespielt. (Ausgabe vom 23.05.2017) (24.05.2017/fc/a/e)





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