ETF-Handel: Emerging Markets überzeugen


05.03.19 16:23
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Während ETFs, die Emerging Markets-Indices abbilden, gut nachgefragt werden, fehlt für Aktien der aus Industrieländern die klare Richtung, so die Deutsche Börse AG.

Der Schwung an den Börsen in Europa und den USA sei weg, daran ändere auch die Nachricht von "substanziellen Fortschritten" im US-chinesischen Handelsstreit nichts. Der DAX sei wieder unter die 11.600 Punkte-Marke gefallen, der Dow Jones habe gestern bei 25.880 Zählern geschlossen. Allerdings komme der DAX seit dem Dezembertief damit immer noch auf ein Plus von 11 Prozent, der Dow Jones sogar auf 19 Prozent.

Das ETF-Handelsaufkommen sei durchschnittlich bis gut. "Nach dem ruhigen Februar haben bei uns die Umsätze wieder angezogen", erkläre Oliver Kilian von UniCredit. "Die Leute sind wieder da." Andreas Bartels von der Commerzbank melde 39.200 Transaktionen für die vergangene Woche, was in etwa dem Durchschnitt entspreche.

Während Kilian einen Käuferüberhang bei europäischen Aktien (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU1681047236 / WKN A2H59L, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und einen Verkaufsüberhang bei US-Aktien (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) feststelle, berichte Bartels von einem ausgeglichenen Bild bei S&P 500- und Abflüssen aus DAX-ETFs. Kunden von IMC hätten sich von EURO STOXX- und DAX- getrennt und stattdessen auf S&P 500-ETFs gesetzt. Gekauft würden bei IMC auch weiterhin Schweizer Aktien (ISIN CH0131872431 / WKN A1JB69, ISIN CH0226274246 / WKN A1W7EG), wie Rick van Leeuwen bemerke.

Für hohe Umsätze sorge weiter das Thema Brexit. "FTSE-ETFs werden viel gehandelt, und zwar in beide Richtungen", so Bartels. Auch ETFs, die den MSCI Europe ex UK abbilden würden, würden viel Interesse finden. Van Leeuwen berichte von Umschichten aus FTSE 100- in FTSE 250-ETFs mit Aktien von kleineren und mittelgroßen Unternehmen.

Umfangreiche Verkäufe habe es Kilian außerdem beim iShares Edge MSCI World Minimum Volatility gegeben. Hier würden offenbar Gewinne mitgenommen: Der ETF komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 9,4 Prozent und könne auch für die vergangenen drei bzw. fünf Jahre mit beachtlichen jährlichen Renditen von 8,1 bzw. 13,3 Prozent aufwarten. Das Ziel von Minimum Volatility-ETFs: geringere Schwankungen bei einem breiten Exposure zum Aktienmarkt. Begründet werde der Erfolg dieser Faktor-Strategie mit der sogenannten "Low Volatility-Anomalie", die auch gut belegt sei. Offenbar seien Anleger im Durchschnitt bereit, für schwankungsreiche, riskantere Aktien mehr zu bezahlen, etwa, weil sie nach dem nächsten Google oder Amazon suchen würden. Schwankungsärmere Aktien seien hingegen - im langjährigen Durchschnitt - günstiger.

Klar auf den Einkaufslisten stünden weiterhin Schwellenländeraktien. "Diesen Trend sehen wir schon seit einigen Wochen", erkläre Bartels. Anleger hätten auf breite Indices wie den MSCI Emerging Markets, aber auch auf einzelne Länder wie Brasilien oder China gesetzt.

Der MSCI Emerging Markets sei nach großen Verlusten 2018 in diesem Jahr kräftig gestiegen, der SPDR MSCI Emerging Markets zum Beispiel um 10,6 Prozent. ETFs, die den chinesischen Aktienindex CSI 300 abbilden würden, etwa der Xtrackers CSI300 Swap (LU0779800910/ WKN DBX0M2), kämen seit Jahresanfang sogar auf ein Plus von knapp 34 Prozent. Damit sei der heftige Verlust aus 2018 fast wettgemacht.

Im Anleihebereich würden Anleger derzeit lieber auf europäische Staatsanleihen setzen und sich von US-Treasuries trennen, wie Kilian beobachtet habe. Gekauft würden zum Beispiel Staatsanleihen aus Deutschland (ISIN LU0643975161 / WKN DBX0KA) oder Spanien (ISIN IE00B428Z604 / WKN A1JXZK), verkauft solche aus den USA mit kurzen (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) und langen Laufzeiten (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4). Bei Kunden der Commerzbank stünden derzeit Geldmarkt- oder geldmarktnahe ETFs wie der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) in der Gunst weit oben, aber auch auf US-Dollar lautende High Yield Unternehmensanleihen wie der iShares USD High Yield Corporate Bond. (05.03.2019/fc/a/e)





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