ETF-Handel: Seitwärtstrend bremst Kauflaune


13.05.20 13:31
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Angst vor einer zweiten Infektionswelle versus Hoffnungen, die Pandemie einigermaßen in den Griff bekommen zu haben: Corona gibt weiter den Takt vor, so die Deutsche Börse AG.

Der DAX bewege sich schon seit über einem Monat zwischen 10.300 Punkten und 11.000 Punkten, mit allenfalls leichter Tendenz nach oben. Am Dienstagmorgen habe der Index bei 10.863 Punkten gelegen.

Das bestimme auch den ETF-Handel. Je nach Tagestrend würden Anleger kaufen oder verkaufen. Am vorgestrigen Montag hätten die Sorgen dominiert, die Abgaben hätten überwogen, wie Carsten Schröder von der Société Générale feststelle. So hätten sich Anleger von S&P 500-ETFs von Amundi oder Lyxor sowie MSCI Japan- und FTSE China-Trackern getrennt. Das Handelsaufkommen habe sich nach den extremen Spitzen im März und April normalisiert, fasse Schröder zusammen.

Auf Wochensicht hätten die "Klassiker" die höchsten Umsätze verzeichnet, also DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA), EURO STOXX 50-, STOXX Europe 600-, MSCI World-, S&P 500- und NASDAQ-ETFs (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF, ISIN IE0032077012 / WKN 801498), wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Viel werde auch weiterhin mit Short-ETFs gehandelt, vor allem dem Xtrackers Short DAX Daily Swap (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und dem Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap (ISIN LU0411075020 / WKN DBX0BY).

Rege gehandelt würden unverändert Aktien aus der Öl- und Gasbranche, meist mit dem iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas. Zwar hätten die Ölpreise die Tiefs vom April hinter sich gelassen, lägen aber immer noch auf extrem niedrigem Niveau. Daher habe der iShares STOXX Europe Oil & Gas Anlegern seit Jahresanfang ein Minus von 33 Prozent gebracht.

Auch Banken-ETFs würden wieder viel gekauft und verkauft, etwa der iShares Euro STOXX Banks. Der habe sich nach dem Corona-bedingten Einbruch im März noch gar nicht erholen können. Anleger würden seit Jahresanfang auf Verlusten von 45 Prozent sitzen.

Auffällig hoch sei derzeit das Interesse an Anleihen-ETFs: Der iShares US-Dollar Treasury Bond 7-10yr und der iShares Core Euro Govt Bond würden auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage die ungewohnt hohen Plätze zwei und drei belegen. Schröder berichte von Käufen des Lyxor Euro Government Bond, des Lyxor Euro Corporate Bond und des Xtrackers II ESG Euro Corporate Bond (ISIN LU0484968812 / WKN DBX0E8) mit Nachhaltigkeitsfokus. Aus den Portfolios geflogen seien hingegen der Geldmarkt-ETF Lyxor Smart Overnight Return und der EM-Staatsanleihen-ETF Lyxor iBoxx USD Liquid Emerging Markets Sovereign (ISIN LU1686830909 / WKN LYX0Y5).

Der Trend hin zu ESG-Anlagen mache sich auch im Anleihe-Segment bemerkbar. Die Zahl der Produkte steige und steige, liege aber weiter deutlich hinter der von Aktien-ETFs unter Beachtung der Nachhaltigkeitskriterien: Während an der Börse Frankfurt mittlerweile 117 ETFs mit solchen Filtern gehandelt würden, seien es 31 Anleihe-ETFs 31, die meisten davon mit Unternehmensanleihen.

Das Angebot decke bereits ein breites Spektrum ab von europäischen über US-amerikanischen, globalen und Emerging Markets-Anleihen bis hin zu gemischten Portfolios unterschiedlicher Laufzeiten. Einige ETFs würden konkret Green Bonds tracken, also Bonds, die zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaprojekten aufgelegt würden.

Nach Ansicht von Jose Garcia Zarate von Morningstar sei die Frage der ESG-Bewertung von Staatsanleihen weiter heikel. Die meisten ESG-relevanten Bewertungen von Staaten als Anleiheemittenten konzentrierten sich auf soziale und makroökonomische Indikatoren, etwa die Daten zum Arbeitsmarkt, Bildungssystemen oder sozialer Mobilität. "Solche Ansätze sind bei Emerging Markets vielversprechender als bei entwickelten Märkten, auch weil die Unterschiede und Disparitäten zwischen den einzelnen Emerging Markets sehr viel größer sind als in den entwickelten Märkten."

Schwierig sei die Implementierung von ESG-Strategien bei Staatsanleihen auch, weil hier die Abweichungen zum globalen Rentenmarkt sehr groß sein könnten. Wer also den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen mit einem Ausschluss von US-Anleihen quittieren wolle, müsse sich vom größten und liquidesten Rentenmarkt der Welt verabschieden. "Solche Entscheidungen sind, vor allem für institutionelle Investoren, nicht trivial." (Ausgabe vom 12.05.2020) (13.05.2020/fc/a/e)






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