ETF-Handel: So manche Tracker auf den Verkaufslisten


27.03.18 16:43
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Rege Aktivitäten mit deutlicher Abkehr von Aktien der Industrienationen: so beschreiben Händler das Geschäft mit Exchange Traded Funds in den vergangenen Tagen, so die Deutsche Börse AG.

"Donnerstag und Freitag hatten wir ausgesprochen gut zu tun. Im Mittelpunkt standen Abgaben breit aufgestellter Indexfonds mit europäischen Werten", berichte Tobias Runkehl von IMC Markets. Unter anderem seien EURO STOXX 50- und STOXX Europe 600-Tracker (ISIN DE0002635307 / WKN 263530, ISIN LU0328475792 / WKN DBX1A7) in der Abwärtsbewegung an den Börsen fast ausschließlich aus den Depots herausgegangen. "Recht viel Nachfrage gibt es für Smart Beta-Produkte wie den Amundi ETF Europe Equity Multi Smart Allocation Scientific Beta", informiere der Händler. "Auf die aktuelle Erholung reagieren ETF-Investoren eher verhalten."

Carsten Schröder von der Commerzbank spreche von einem Verkäufermarkt über alle Anlageklassen hinweg und mache dies in besonderem Maße an den Transaktionen im Aktiensegment fest. "DAX- (WKN PBX1DA), EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU1681047236 / WKN A2H59L) und MSCI Japan-ETFs belegen in unserer ETF-Verkaufsstatistik in dieser Reihenfolge die Spitzenplätze."

Auf weiter fallende Notierungen würden Käufer von Short-ETFs setzen, die etwa an DAX (ISIN FR0010869495 / WKN LYX0FV) und EURO STOXX 50 (ISIN FR0010757781 / WKN A0X8ZY, ISIN DE000A0X9AA8 / WKN A0X9AA) gekoppelt seien. Die meisten Zuflüsse hätten S&P 500- und MSCI World-Produkte erhalten. Seit Montag hätten sich Anleger aber wieder verstärkt von ihren MSCI-World-Positionen getrennt.

"Vor den Osterfeiertagen geht es trotz Entspannungstendenzen am Aktienmarkt etwas gemächlicher zu." Für Schröder seien die jüngsten Gewinne eher kurzfristiger Natur, die die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China widerspiegeln würden.

Die Kunden der UniCredit hätten sich ebenfalls verstärkt von ihren Engagements in europäischen und japanischen Aktien verabschiedet. Anders als bei den Kollegen würden Indexfonds mit US-Werten rege und ausgeglichen auf beiden Seiten gehandelt.

"Drei Viertel unserer Umsätze mit Aktien-ETFs in entfallen auf S&P 500-Tracker (ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9, ISIN IE0031442068 / WKN 622391, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG), bei denen viel hin und hergeht", registriere Oliver Kilian. Russel 2000-ETFs kämen unterm Strich raus. Mit einem leichten Kaufüberhang führe der Händler Nasdaq-Tracker (ISIN IE0032077012 / WKN 801498). Vereinzelt hätten Investoren zudem zu Aktien kleiner und mittlerer US-Unternehmen im S&P SmallCap 600-Index gegriffen.

Im Handel mit Branchen-ETFs liege der Fokus auf IT-Aktien, wie Kilian anmerke. Vom Tracker des S&P 500 Information Technology-Index würden auf beiden Seiten sehr viel gehandelt. Die jüngsten Verluste der Facebook-Aktie hätten am Kurs des Barometers geknabbert. "Das Unternehmen macht knapp 7 Prozent vom Index aus. Die vier Schwergewichte Apple, Microsoft, Facebook und Alphabet kommen derzeit auf einen Anteil von 40 Prozent."

Technologiewerte kämen auch bei der Commerzbank in beide Richtungen häufig zum Tragen. Zumeist abgegeben würden Bankaktien. "Die Diskussionen um die Deutsche Bank spielen vermutlich eine Rolle."

Bei Festverzinslichem stünden Kilian zufolge meist Abflüsse in den Büchern. Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung (WKNA1JADV), US-Treasuries (ISIN IE00B44CND37 / WKN A1JJTT, ISIN LU1399300455 / WKN DBX0QG) und europäische Staatsanleihen (ISIN FR0010737544 / WKN LYX0EE, ISIN LU0840098734 / WKN A1J55T) kämen deutlich aus den Depots heraus. An britischen Staatsanleihen im FTSE Actuaries Government Securities UK Gilts All Stocks Index sowie an ein- bis fünfjährigen in Euro geführten Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate ex-Financials 1-5 (ISIN IE00B4L5ZY03 / WKN A0RPWP) fänden Investoren zumeist Gefallen. "Hier stehen Zuflüsse im Vordergrund." (27.03.2018/fc/a/e)





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