ETF-Handel: Verunsicherte Anleger


29.08.17 15:49
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auch am ETF-Markt sorgt der Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan für Nervosität, so die Deutsche Börse AG.

"Heute wird fast alles verkauft, über alle Asset-Klassen hinweg", stelle Oliver Kilian von der Unicredit Group fest. Andreas Bartels von der Commerzbank berichte ebenfalls von einem sehr aktiven Handel. "Anfangs überwogen die Verkäufe, jetzt sieht man schon wieder einige Käufe." Der DAX sei heute unter die 12.000 Punkte-Marke gerutscht und notiere am Mittag bei 11.920 nach 12.123 Zählern am Montagabend.

Die Stimmung sei bereits in der vergangenen Woche gedrückt gewesen. Das liege auch am Euro: Die Gemeinschaftswährung sei nach einer Rede von EZB-Chef Mario Draghi auf dem Notenbanker-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole vergangene Woche abermals gestiegen. Mittlerweile koste der Euro wieder 1,20 US-Dollar - soviel wie zuletzt im Januar 2015. Auch der US-Wirbelsturm Harvey, der in Texas verheerende Spuren hinterlasse, beunruhige. Gefragt seien die "sicheren Häfen" Gold, Schweizer Franken und Yen.

Die Handelsaktivitäten seien in der vergangenen Woche noch durch die Ferienzeit geprägt gewesen. "Es herrschte Urlaubsmodus", bemerke Bartels. Er melde 22.000 Transaktionen auf Wochensicht, eine unterdurchschnittliche Zahl. "Auch die Volumina waren überschaubar." Kilian zufolge hätten die Umsätze in Deutschland wieder angezogen, während in Italien - für Unicredit ein wichtiger Markt - nicht viel los gewesen sei.

Bei Aktien aus Industrieländern sei im Standardmodus der vergangenen Woche den Händlern zufolge noch kein klarer Trend auszumachen gewesen. Die Commerzbank melde einen leichten Käuferüberhang: Abgestoßen worden seien vor allem EURO STOXX 50-, S&P 500- und MSCI World-Tracker, während in DAX-ETFs die Zuflüsse leicht überwogen hätten. "Der niedrige DAX-Stand wurde von einigen Anlegern für einen Einstieg genutzt", erkläre Bartels.

Bei den Kunden der UniCredit hätten DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und FTSE-ETFs auf den Verkaufslisten gestanden, ebenso EURO STOXX 50 und STOXX 600-Tracker. Sehr viel Zuspruch habe es Kilian zufolge aber für den iShares Core S&P 500-ETF gegeben.

Auffällig viel Umsatz hätten vergangene Woche MSCI World-Tracker verzeichnet, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Dort würden sich der währungsgesicherte iShares MSCI World EUR Hedged und der iShares Core MSCI World weit oben finden.

Wie bereits zuvor seien in den Portfolios der UniCredit-Kunden weiterhin MSCI Japan-, Nikkei- und Topix-ETFs gelandet, als Beispiel nenne Kilian den Source JPX-Nikkei 400 (ISIN DE000A119T29 / WKN A119T2). Auch MSCI EM Asia und MSCI Korea-ETFs seien vergangene Woche noch gekauft worden. "Da wurde wohl erwartet, dass sich der Konflikt wieder beruhigt. Diese Woche dürfte es wieder in die andere Richtung gehen."

MSCI Korea-Tracker von Lyxor (WLN LYX0A) und der HSBC würden heute kräftige Verluste verzeichnen, auch die anderen asiatischen Börsen würden unter dem Konflikt leiden.

Im Handel mit Branchen-ETFs fehle der klare Trend: Kilian berichte von Zu- und Abflüssen in Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930; ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) sowie Käufen in Grundstoff- (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) und Verkäufen in Versorger- (ISIN DE000A0Q4R36 / WKN A0Q4R3; ISIN LU0292104899 / WKN DBX1SU) sowie Gesundheits-ETFs.

Noch ruhiger sei der Handel mit Renten-ETFs geblieben. "Vergleichsweise viel los war nur bei Geldmarkt- und geldmarktnahen ETFs", stelle Bartels fest. Kilian bestätige das, gut nachgefragt werde weiter der Pimco Euro Short Maturity Source (ISIN IE00BVZ6SP04 / WKN A14PHG). Tendenziell zugegriffen worden sei außerdem im db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone und im iShares Core Euro Govt Bond, ebenso wie in ETFs, die sehr kurz laufende Unternehmensanleihen abbilden würden wie der iShares Euro Ultrashort Bond.

Auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangene Woche stünden Geldmarkt-ETFs und ETFs, die kurzfristige Anleihen abbilden würden, weit oben, etwa der iShares Euro Corp Bond 1-5yr (WKN A0RPW) und der db x-trackers II Sterling Cash.

Laut Kilian sei zudem das Interesse an US-Unternehmensanleihen mit variabler Verzinsung nach wie vor hoch, konkret dem Amundi Floating Rate USD Corporate Hedged Euro (ISIN FR0013141462 / WKN A2AG3Q). (29.08.2017/fc/a/e)





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