ETF-Handel: Virusangst vertreibt Käufer - Chinas Aktien im Ausverkauf


29.01.20 09:23
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus haben die Börsen weiter fest im Griff, so die Deutsche Börse AG.

"Es ging Ende letzter Woche los, diese Woche ist der Verkaufsdruck nochmal gestiegen", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank. Betroffen seien vor allem ETFs, die chinesische oder Emerging Markets-Aktien abbilden würden. An den Aktienmärkten sei es am Montag zu kräftigen Verlusten gekommen, am Dienstag sei es nochmals leicht nach unten gegangen. Dow Jones und NASDAQ hätten zu Wochenbeginn ebenfalls deutlich verloren. Der DAX habe am Dienstagmittag bei nur noch 13.178,08 Punkten gelegen.

Viel um gehe bei MSCI China- sowie MSCI Emerging Markets-ETFs. "Da die Börsen in China und Hongkong wegen des Neujahrsfestes geschlossen sind, können sich Anleger nicht von ihren Aktien trennen, sie verkaufen stattdessen ihre ETFs, um aus dem Markt herauszugehen", stelle Bartels fest. Der Xtrackers MSCI China habe seit seinem Hoch Mitte Januar mittlerweile knapp 10 Prozent eingebüßt, der Xtrackers MSCI Emerging Markets gut 6 Prozent.

Betroffen von den Abflüssen seien laut Bartels auch der iShares MSCI China (ISIN IE00BQT3WG13 / WKN A12DPT) und die ESG-Variante UBS MSCI China ESG Universal. Verschont bleibe bislang der UBS MSCI Emerging Markets Socially Responsible. Cornelia Schübel von der UniCredit Group melde Abgaben für den Amundi MSCI Emerging Markets.

Auch europäische und US-amerikanische Aktien seien schon vergangene Woche unter Druck geraten, nachdem zuvor noch neue Allzeithochs erreicht worden seien. Zumindest DAX-ETFs seien auf Wochensicht überwiegend abgeben worden, wie Bartels melde. Bei S&P 500 und MSCI World-ETFs hätten noch die Zuflüsse überwogen. Schübel melde ebenfalls Käufe von S&P 500-, MSCI USA- und NASDAQ-ETFs (ISIN IE0032077012 / WKN 801498) und Verkäufe von MSCI Europe-Trackern.

Umsatzspitzenreiter an der Börse Frankfurt seien der iShares DAX, der iShares Core S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG), der iShares Core EURO STOXX 50, der iShares Core MSCI World, der iShares STOXX Europe 600 und der Deka DAX gewesen.

Branchen-ETFs seien ebenfalls rege gehandelt worden. Bartels berichte von hohen Umsätzen mit Technologie-ETFs und überwiegend Käufen, Energie-ETFs mit Verkäufen sowie Grundstoff-Indexfonds mit einem ausgewogenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen. Höchste Umsätze an der Börse Frankfurt verzeichne weiter der iShares EURO STOXX Banks, viel um gehe aber auch im iShares STOXX Europe 600 Utilities und im iShares Automation & Robotics,

Auch im Handel mit Anleihe-ETFs sei derzeit viel los. "Die machten 20 Prozent unserer Umsätze aus", stelle Bartels fest. Das Bild sei aber nicht eindeutig: Gesucht gewesen seien von Kunden der Commerzbank US-Treasuries mit kurzen Laufzeiten, während Anleihen aus dem Euroraum und speziell Italien abgestoßen worden seien. Schübel berichte hingegen von Abflüssen aus US-Treasuries unterschiedlicher Laufzeiten (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202, ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) sowie europäischen Staatsanleihen (ISIN IE00B1FZS681 / WKN A0LGP6). "Nur Bundesanleihen wurden gekauft, etwa über den Deka Deutsche Boerse Eurogov Germany 3-5. Rege gehandelt würden der Händlerin zufolge auch Anleihen in Britischen Pfund. "Das liegt wohl am anstehenden Brexit".(Ausgabe vom 28.01.2020) (29.01.2020/fc/a/e)





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