ETFs Rückkehr zur Normalität


23.08.11 10:43
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Wie die Market Maker einhellig berichten, lässt mit der Beruhigung an den Aktienmärkten zu Beginn dieser Woche auch der hohe Verkaufsdruck im ETF-Handel nach, so die Deutsche Börse AG.

Bei sommerlich durchschnittlichen Umsätzen hätten sich Anleger hinsichtlich Investitionen in Aktien weiterhin zurückhaltend gezeigt. Zugewendet hätten sie sich stattdessen Geldmarkt-, Rohstoff- und Renten-Trackern. "Insgesamt registrieren wir aber einen ausgeglichenen Handel", melde Andreas Bartel. Zu Buche schlagen würde das rege Interesse an Geldmarktfonds. "Anleger scheinen frei gewordene Mittel aus den Verkäufen von Aktienpositionen in Währungen zu parken", beobachte der Händler der Commerzbank. Auffallend sei zudem, dass in der vergangenen Woche die Anzahl der Trades im Vergleich zur Vorwoche deutlich geringer gewesen sei, das Handelsvolumen aber vergleichbar hoch.

Mit einem Verkaufsüberhang im Verhältnis Zweidrittel zu einem Drittel beziffere Mark Schönbrodt den Fluss der ETFs. "Investoren sind erst einmal verunsichert und beobachten, wie nachhaltig die hohe Volatilität abgeebbt ist", glaube der Händler der DekaBank. Keine Zurückhaltung beim Anleger spüre dagegen Bernardus Roelofs, der auch bei den Aktien-ETFs eine Wiederbelebung ausmache. "Wir erkennen eine gewisse Gelassenheit bei Investoren", berichte der Händler von Flow Traders. Sicherlich seien die Rezessionsängste weiterhin präsent, der ETF-Handel liefe aber wieder im normalen Fahrwasser.

Uneinheitlich würden Anleger und Trader in den großen Märkten agieren. Bei EURO STOXX 50-Indexfonds (ISIN FR0007054358 / WKN 798328; ISIN IE0008471009 / WKN 935927; ISIN DE0005933956 / WKN 593395) etwa spreche Roelofs von einem deutlichen Kaufüberhang. Auch gehebelt (ISIN FR0010468983 / WKN LYX0BZ) finde das europäische Aktienbarometer Anklang.

Den Handel mit DAX-Trackern bezeichne Flow Traders dagegen als eher ausgeglichen, während DekaBank und Commerzbank bei DAX-ETFs (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN DE0005933931 / WKN 593393) von einem Abgabeüberhang sprechen würden. Abgestoßen würden auch ETFs auf den MSCI Europe und ETFs auf den S&P 500.

Generell hätten Anleger laut Bartels versucht, mit gehebelten Produkten (ISIN FR0010791178 / WKN A0X9QV; ISIN FR0010869495 / WKN LYX0FV) etwa auf den DAX oder Produkten (ISIN DE000ETFL334 / WKN ETFL33) auf den EURO STOXX 50 von den hohen Schwankungen innerhalb eines Tages zu profitieren. "Das ist durchaus typisch für Marktphasen mit hohen Volatilitäten, wie wir sie aktuell haben", beschreibe der Händler.

Rund um die Diskussionen über Für und Wider von Euro-Bonds würden ETF-Anleger per Saldo derzeit bei deutschen Staatsanleihen zugreifen. Sie würden sich Schönbrodt zufolge beispielsweise mit dem Kauf des ETFlab Deutsche Börse Eurogov Germany für ein gemischtes Portfolio mit Restlaufzeiten zwischen ein und zehn Jahren entscheiden. Hiesige Langläufer (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) zwischen fünf und zehn Jahre würden der DekaBank zufolge ebenfalls gut ankommen. Roelofs berichte zudem von Käufen etwa bei europäischen Staatsanleihen (ISIN DE000A0YBRY0 / WKN A0YBRY) mit Restlaufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren.

Weniger beliebt und in dieser Woche tendenziell von Abgaben geprägt seien laut Schönbrodt Körbe von Unternehmensanleihen (ISIN DE000ETFL375 / WKN ETFL37) und europäische Kurzläufer (ISIN DE000ETFL128 / WKN ETFL12). Ins Depot würden sich Anleger Geldmarktfonds (ISIN LU0378437684 / WKN ETF100; ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) holen, berichte Andreas Bartel, der darin eine Umschichtung zulasten von Aktienengagements vermute.

Das Interesse an Gold bewege sich auch in dieser Woche auf einem hohen Niveau und zeuge von nach wie vor unsicheren Konjunkturaussichten in Europa und den USA. Einhellig würden die Händler von Käufen etwa bei Xetra Gold berichten. Nach der deutlichen Korrektur bei den Rohstoffkursen insgesamt hätten Anleger sich optimistisch gezeigt und würden die niedrigeren Preise zum Einstieg oder für Zukäufe nutzen, glaube Bartels. Ins Depot seien insbesondere breiter aufgestellte Rohstofffonds (ISIN LU0419741177 / WKN ETF090; ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC) gewandert.

Die Lebensmittelbranche (ISIN DE000A0H08H3 / WKN A0H08H), die Konsumgüterindustrie sowie der Bau- und Baustoffsektor (ISIN DE000A0H08F7 / WKN A0H08F) kämen in dieser Woche bei Investoren besonders gut an, würden Roelofs und Schönbrodt bemerken. Insgesamt sei es aber ruhig bei den Sektorindices. "Den Trendmodellen fehlen schlichtweg die Richtungssignale", glaube Andreas Bartels. (23.08.2011/fc/a/e)






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