Fonds-Handel: Viel Zuspruch für Aktien


11.05.17 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aktienfonds kommen angesichts immer neuer Allzeithochs im DAX und vielen anderen Indices derzeit gut an, so die Deutsche Börse AG.

Fondshändler würden hohe Umsätze melden. "Anleger greifen wieder zu. Gefragt sind europäische und internationale Aktienfonds", melde Andreas Kehnen von der Baader Bank. "Besonders vor den zwei Wahlen in Frankreich war hier richtig viel los", berichte Frank Wöllnitz von der ICF Bank. "Alles, was mit Europa zu tun hat, wurde rege gehandelt."

Seit dem ersten Wahlgang in Frankreich am 23. April sei es immer weiter nach oben am deutschen Aktienmarkt gegangen, am Dienstag habe der DAX ein neues Rekordhoch von 12.783 Punkten erreicht. Am Mittwochmorgen mache der Index eine kleine Verschnaufpause und notiere bei 12.737 Zählern. Am US-amerikanischen Aktienmarkt sei die Dynamik seit Februar dahin, allerdings lägen Dow Jones und S&P 500 immer noch nahe ihren historischen Höchstwerten.

Europäische und internationale Aktien stünden bei der Baader Bank überwiegend auf den Einkaufslisten, wie Kehnen feststelle. Am höchsten seien die Umsätze von Fonds mit internationalen Aktien. "Offensichtlich wird bewusst auf eine ganz breite Streuung gesetzt." Zugegriffen werde etwa beim Comgest Growth Greater Europe Opportunities, den beiden deutschen Nebenwertefonds DB Platinum IV Platow und Lupus alpha Smaller German Champions, dem Morgan Stanley Global Opportunity und dem DWS Top Dividende. Mit deutschen Nebenwerten hätten Anleger in diesem Jahr abermals genau richtig gelegen: So habe sich der DB Platinum allein seit Ende 2016 um 18,9 Prozent verteuert, in den vergangenen drei Jahren seien es 15,7 Prozent im Jahr gewesen.

Abgegeben worden seien Kehnen zufolge lediglich der Amundi Absolute Volatility Euro Equities, der Fondak von Allianz Global Investors (ISIN DE0008471012 / WKN 847101), der BS Best Strategies Trend & Value von IP Concept (ISIN LU0288759672 / WKN A0MLQE) und der Dirk Müller Premium Aktien.

Der Dirk Müller Premium, ein internationaler Aktienfonds des als "Mr. Dax" bekannten ehemaligen Börsenhändlers trete seit Jahresanfang auf der Stelle - trotz Hausse an zahlreichen Börsen. Seit Auflegung im April 2015 habe der Fonds sogar über 10 Prozent an Wert verloren. Das liege zum einen an teuren Absicherungsstrategien, zum anderen am bewussten Ausklammern von Banken und Energieversorgern - Branchen, die zuletzt besonders gut gelaufen seien.

"Ordentliche" Umsätze verzeichne die Baader Bank auch in Fonds mit asiatischen Aktien, allerdings überwögen die Abflüsse: Verkauft werde etwa der Templeton Asian Growth, relativ konstant gekauft würden hingegen der Comgest Growth Greater China (ISIN IE0030351732 / WKN 756455) und der Fidelity Funds - Asian Smaller Companies. "Die Käufe sind aber eher die Ausnahme", bemerke Kehnen. Der Comgest Growth Greater China komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 10,9 Prozent, in den vergangenen drei Jahren habe er um jeweils 24,8 Prozent zugelegt. Für den Fidelity-Fonds seien es immerhin 9,1 Prozent seit Jahresanfang und 17,1 p.a. für die vergangenen drei Jahre.

Wöllnitz melde außerdem hohe Umsätze mit Mischfonds. Allerdings würden beide Seiten gespielt, etwa im Flossbach von Storch Multiple Opportunities, im Carmignac Patrimoine und im M&G Optimal Income. Eindeutig gefragt sei Kehnen zufolge der Arero Weltfonds.

Mit reinen Aktienfonds könnten die Mischfonds in diesem Jahr nicht mithalten, doch auch hier seien die Unterschiede groß: Mit 4,1 Prozent habe aktuell der Flossbach-Fonds die Nase vorn, gefolgt vom Arero mit 3,1 Prozent, dem Carmignac Patrimoine mit 2,3 Prozent und dem M&G Optimal Income mit 1,8 Prozent.

Die durchaus deutlichen Bewegungen im Goldpreis hätten sich auch im Handel mit Minenfonds bemerkbar gemacht, wie Kehnen beobachtet habe: Er berichte von Zu- und Abflüssen im Earth Gold Fund von Universal (ISIN DE000A0Q2SD8 / WKN A0Q2SD) und Verkäufen im BGF World Mining von BlackRock. Der Preis für eine Feinunze Gold sei von Mitte März bis Mitte April von unter 1.200 auf knapp 1.300 US-Dollar geklettert, dann aber wieder gefallen auf aktuell nur noch 1.221 US-Dollar.

Von sehr hohen Käufen und Verkäufen berichte Wöllnitz für den Bereich der Immobilienfonds. "Das hat damit zu tun, dass Ende April die Abwicklungsfrist für den CS Euroreal und den SEB Immoinvest nach fünf Jahren abgelaufen ist", stelle der Händler fest. Das Verwaltungsmandat sei damit von der Kapitalanlagegesellschaft auf die depotführenden Banken übergegangen, für den CS Euroreal die Commerzbank, für den SEB Immoinvest die Caceis Bank. Anleger würden ihre Ausschüttungen und die aktuellen Berichte jetzt von diesen Banken erhalten.

Die Abwicklung werde Experten zufolge noch lange dauern. "An der Börse werden die Fonds weiter gehandelt. Am Tag der Übergabe an die depotführende Bank Ende April ist das Handelsaufkommen geradezu explodiert." (Ausgabe vom 10.05.2017) (11.05.2017/fc/a/f)





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