Fondshandel: Nebenwerte im Rampenlicht


06.07.17 10:17
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Vor der Sommerpause zeichnen Händler ein uneinheitliches Bild vom Handel mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

Bei guten Umsätzen würden Immobilienfonds vordere Ränge in der ICF-Umsatzstatistik belegen und würden in Summe gekauft, wie Ivo Orlemann von der ICF Bank melde. Zu den meist gehandelten Produkten hätten der CS Euroreal ebenso wie der SEB Immoinvest, grundbesitz europa, grundbesitz global und der Deka Immobilien Europa (WKN 980956) gehört. "Wenngleich wir generell auf beiden Seiten viel zu tun haben, scheinen Anleger tendenziell positiv gestimmt", bemerke der Händler. Die Preise vieler Werte sich recht hätten stabil gehalten.

Mischfonds kämen bei den Kunden der ICF Bank gut an und seien unterm Strich in den Depots gelandet. Nachdem es um Klassiker wie den Flossbach von Storch Multiple Opportunities in der Vergangenheit etwas ruhiger geworden sei, belege der Wert in der Umsatzstatistik nun wieder einen vorderen Rang. Dem Fondsmanagement stehe das gesamte Wertpapier-Universum offen. Neben Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumenten dürfe die Gesellschaft bis zu 15 Prozent des Vermögens direkt und bis zu 10 Prozent indirekt beispielsweise in Gold investieren. Auf der Verkaufsseite führe Orlemann den HVB Vermögensdepot privat Balance (ISIN DE000A0M0341 / WKN A0M034). "Hier hatten wir fast nur Abflüsse."

Die Vorliebe für gemischte Portfolios und Immobilien ziehe sich statistisch gesehen übrigens durch das gesamte vergangene Jahr mit Fortsetzung in 2017. Laut Fondsverband BVI hätten Mischfonds 2016 11,6 Milliarden Euro neue Gelder eingesammelt. Bis einschließlich April käme das verwaltete Vermögen gemischter Portfolios immerhin auf 247 Milliarden Euro und liege damit hinter Aktienfonds auf Platz zwei. Immobilienfonds hätten laut BVI im vergangenen Jahr Zuflüsse in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verzeichnet. Darin seien Substanzauszahlungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro als Rückflüsse enthalten, die Immobilienfonds in Auflösung an Anleger überwiesen hätten. Faktisch käme die Anlageklasse damit netto auf 6,9 Milliarden Euro.

An europäischen Nebenwerten fänden Investoren derzeit tendenziell Gefallen. Die ausschüttende Variante des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mit Schwerpunkt auf kleine und mittlere Werte aus dem deutschsprachigen Raum gehöre zu den in Summe gefragten Publikumsfonds. Die thesaurierende Version (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD) sei nicht mehr unbegrenzt verfügbar, nachdem das Management im vergangenen Jahr die Entscheidung getroffen habe, das Fonds-Volumen bei etwa 1,5 Milliarden Euro zu stabilisieren.

Auf kleinere und mittlere deutsche Gesellschaften würden die Käufer des Lupus Alpha Smaller German Champions vertrauen, die Matthias Präger zufolge in der Überzahl seien. Aktienkörbe des überwiegend auf große und mittlere deutsche Unternehmen setzenden FT Frankfurt Effekten Fonds (ISIN DE0008478058 / WKN 847805) stünden indes ebenso unterm Strich zur Disposition wie der auf hiesige Standardwerte fokussierte Fondak. Der Händler der Baader Bank spreche von insgesamt eher überschaubaren Fonds-Umsätzen.

Ein Szenario von zumeist Abgaben zeichne Präger von den Bewegungen bei international aufgestellten Aktienfonds. Bei schwachem Aufkommen hätten sich Investoren etwa vom DWS Top Dividende sowie vom Dirk Müller Premium Aktien zumeist abgewendet. Gleichzeitig hätten sich Anleger häufiger als nicht für den Arero der Weltfonds und den Siemens Global Growth entschieden. Letzterer investiere unter anderem in innovative Zukunftsunternehmen aus den Branchen Internet, Technologie, Medien und Unterhaltung, Telekommunikation sowie Biotechnologie in Europa, Nordamerika und Japan.

Das Interesse an asiatisch geprägten Aktienfonds nähme derzeit eher zu, wenngleich das Anlegerverhalten wenig Aussagekraft liefere. Unterm Strich hätten sich Anleger von ihren Positionen etwa des Baring Hong Kong China Fund und des in US-Dollar geführten Templeton Asian Growth Fund verabschiedet, während der Asian Smaller Companies und China Consumer Fund von Fidelity in Summe gekauft würden. Die gestiegene Aufmerksamkeit für die Region führe Präger auf überzeugende chinesische Wirtschaftsdaten sowie aufwärts gerichtete Aktienbörsen zurück. (Ausgabe vom 05.07.2017) (06.07.2017/fc/a/f)





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