Fondshandel: Technologieaktien ziehen


17.01.20 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gute bis sehr gute Nachfrage prägt den Handel mit aktiv verwalteten Fonds zu Jahresbeginn, so die Deutsche Börse AG.

Als klare Gewinner sehe Jan Duisberg Publikumsfonds mit Technologieaktien. Das liege nicht zuletzt an dem weiterhin guten Lauf des NASDAQ. "Der technologielastige Index verbucht einen Rekord nach dem anderen", fasse der ICF-Händler zusammen. Nach einem Plus von rund 35 Prozent auf 8.972 Punkte im vergangenen Jahr, notiere der NASDAQ aktuell um 9.258 Punkte und liege seit Jahresbeginn gut 3 Prozent im Plus.

Viele Anleger scheinen weiteres Aufwärtspotenzial in der Branche zu vermuten, so die Deutsche Börse AG. "Abflüsse gibt es wenige, in erster Linie wird gekauft", beschreibe Duisberg. Sehr starken Zulauf gebe es zum Beispiel für die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (ISIN LU0346389348 / WKN A0NGW1; ISIN LU0099574567 / WKN 921800). Das gelte auch für den Franklin Technology Fund und BlackRock Global Funds - World Technology Fund. Letzterer komme mit Aktien von IT-Konzernen wie Microsoft, Apple, Alibaba, Alphabet, Tencent, Amazon, Salesforce, Adobe, Facebook, und PayPal im vergangenen Jahr 2019 auf ein Plus von gut 43 Prozent.

Vor dem Hintergrund stabiler Wertentwicklungen und laufender Ausschüttungen hätten Immobilienfonds wie gewohnt vordere Ränge in der ICF-Umsatzstatistik belegt. "Wir hatten sehr viele Zu-, aber auch Abflüsse", präzisiere Duisberg. Zu den gern gehandelten Produkten ohne eindeutige Tendenz hätten der grundbesitz global und Deka Immobilien Global gehört. Anleger hätten sich hingegen in Summe vom grundbesitz europa und CS Euroreal getrennt.

Die Branche boome. Weltweit seien 2019 nach Berechnungen der britischen Prequin 151 Milliarden US-Dollar in neuemittierte Immobilienfonds geflossen und hätten damit das Rekordjahr 2008 überflügelt. Mit der erstmaligen Überschreitung der 100 Milliarden Euro-Marke liege nach Angaben von Fonds Professionell auch das hiesige Volumen offener Immobilien-Publikumsfonds auf einem Spitzenniveau. Viele Manager hätten gegenwärtig bewusst den Mittelzufluss beschränkt, weil sie zunehmend Mühe hätten, das viele Geld rentabel zu investieren.

Gute Fonds-Umsätze - hauptsächlich auf der Verkaufsseite - melde Matthias Präger von der Baader Bank. Investoren hätten sich in Summe von ihren Aktienportfolios mit deutschen und internationalen Werten verabschiedet. Zu den meist verkauften Fonds mit Schwerpunkt auf hiesige Unternehmen zähle Präger den DWS Deutschland und Allianz Nebenwerte Deutschland. Im Comgest Growth Mid-Caps Europe (ISIN IE0004766014 / WKN 631027) hätten sich Anleger hingegen unterm Strich positioniert.

Auch der Arero der Weltfonds und LBBW Global Warming seien zumeist in den Depots gelandet. Letzterer ziele auf Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen zum Kampf gegen die globale Erwärmung anbieten würden. Vom Credit Suisse Global Value Equity und Templeton Growth hätten sich Anleger per saldo verabschiedet.

Die Fondsbranche im deutschsprachigen Raum blicke laut Mountain View übrigens mit Nettozuflüssen von 175 Milliarden Euro insgesamt nach 2017 auf das erfolgreichste Jahr seit 2008. Mit Plus 114 Milliarden Euro hätten Anleger besonders stark auf Rentenfonds gesetzt. Fast 37 Milliarden Euro davon hätten Portfolios mit Unternehmensanleihen eingesammelt - so viel wie nie zuvor. Mischfonds würden laut Mountain View auf rund 18 Milliarden Euro mehr kommen.

Trotz steigender Aktienmärkte hätten Investoren nach Angaben der Österreicher in Summe knapp 55 Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Produkte mit US-Unternehmen hätten 662 Millionen Euro eingebüßt, Schwellenländer-Fonds knapp vier Milliarden Euro. Das Minus von Produkten mit japanischen Aktien würden Mountain View mit 6,5 Milliarden Euro, das von Fonds mit Aktien der Euroländer mit rekordhohen acht Milliarden Euro beziffern. Verheerend sei 2019 auch für Fonds mit europäischen Werten verlaufen. Diese hätten knapp 31 Milliarden Euro verloren. (Ausgabe vom 16.01.2020) (17.01.2020/fc/a/f)





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