Franklin Diversified Fonds: Breit aufgestelltes Depot dürfte für 2018 der richtige Ansatz sein - Fondsanalyse


07.12.17 09:30
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Matthias Hoppe, Portfoliomanager der Franklin Diversified Fonds - Franklin Diversified Conservative Fund, Franklin Diversified Balanced Fund und Franklin Diversified Dynamic Fund - bei Franklin Templeton, blickt auf das noch laufende Jahr zurück und verrät im Interview, wo er 2018 Chancen und Risiken sieht.

Wie fällt der Rückblick auf das Jahr 2017 aus Sicht eines Multi- Asset-Managers aus?

Matthias Hoppe: Erfreulich ist, dass bis Ende November viele Anlageklassen ein Plus erzielen konnten - wobei Aktien generell besser abgeschnitten haben als Anleihen. Das Ausmaß der Aufwertung des Euro hat uns sicherlich überrascht. Eine Konsequenz aus der Euro-Aufwertung ist jedoch, dass die Aktienerträge in Euro deutlich niedriger als diejenigen in US-Dollar sind. So kann man in der Gesamtbetrachtung von einem guten Jahr sprechen. Allerdings gibt es viele Diskrepanzen innerhalb der Anlageklassen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Hoppe: Nehmen wir etwa den Value-Stil, der nach wie vor dem Growth-Stil sehr weit hinterherhinkt. Der MSCI US Value Index hat bis Ende November dieses Jahres in US-Dollar lediglich rund 10 Prozent gewonnen, der MSCI US Growth Index dagegen rund 25 Prozent. Das heißt: Diese extremen Unterschiede in der Wertentwicklung konnten einem Portfolio schon ordentlich zusetzen, wenn man die Akzente anders gesetzt hatte.

Welche speziellen Chancen und Risiken sehen Sie für das Anlagejahr 2018?

Hoppe: Die anhaltende Konjunkturbelebung sollte sich weiter positiv insbesondere für Aktieninvestments auswirken. Allerdings sind die Aktienbewertungen bereits relativ ambitioniert - wenngleich nicht auf historisch extremen Niveaus. Man kann es auch so ausdrücken: Ohne eine anhaltende Flut positiver Unternehmensgewinne könnten die Bewertungen unter Druck geraten.

Und wie schätzen Sie die Aussichten auf den globalen Rentenmärkten ein?

Hoppe: Es gibt durchaus noch Bereiche, die interessant sind - darunter etwa Anleihen aus den Emerging Markets. Probleme könnten sich bei europäischen Staatsanleihen ergeben: Angesichts sehr niedriger Anleiherenditen können sich schnell die Verlustrisiken erhöhen. Hintergrund ist, dass die Inflationserwartungen in diesem Jahr immer weiter zurückgeschraubt wurden. Gleichzeitig hat die Erholung in der Eurozone auf breiter Front an Fahrt gewonnen.

Die Wachstumserwartungen wurden immer wieder nach oben korrigiert. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten wir schnell mit höheren Inflationsraten als erwartet konfrontiert werden. Das hätte beim aktuellen Zinsniveau klar negative Folgen für den Rentenmarkt.

Spielen Währungsinvestments für Sie in den kommenden Monaten eine Rolle?

Hoppe: Währungsinvestments sind für uns schon lange ein zentrales strategisches Feld. Nicht nur, um unerwünschte Währungsrisiken abzusichern, sondern auch als zusätzliche Renditequelle.

Kommen für Sie auch Alternative Investments infrage?

Hoppe: Ja, wir nutzen beispielsweise auf der Aktienseite strategisch und systematisch Risikoprämien in den Bereichen Value, Qualität und Momentum. Wir gehen hier auf jeden Fall breit gestreut vor. Denn eine Prognose, welche Prämie wann eine bessere Wertentwicklung aufweist, versuchen wir erst gar nicht. Market Timing funktioniert auch hier nicht. Mittel- bis langfristig ist ein breiter Korb an Strategien eine interessante Möglichkeit, das Portfolio besser zu diversifizieren - vor allem in Zeiten niedriger und sogar negativer Zinsen.

Im Oktober bauten wir zum Beispiel im Portfolio des Franklin Diversified Conservative Fund über eine börsengehandelte Rohstoff-Schuldverschreibung (ETC) eine Position in Gold auf. Dieses Engagement bietet Schutz gegen jeglichen Anstieg der politischen Unsicherheit weltweit und diversifiziert den Anlagenmix des Fonds insgesamt.

Darüber hinaus nutzten wir auch weiterhin Optionsstrategien, um Erträge sowohl über ausgewählte Aktienmärkte als auch das Gold-Engagement des Fonds zu erzielen. Angesichts der gedämpften Volatilität an den Aktienmärkten behielten wir Positionen bei, die von einem Anstieg der Volatilität profitieren sollten.

Haben Sie zuletzt größere Umschichtungen vorgenommen, um auf die Marktentwicklung zu reagieren?

Hoppe: Wir haben vor kurzem unsere Quote an Aktienrisikoprämienstrategien erhöht, um das Fondsportfolio weniger abhängig von der Entwicklung des Aktienmarkts zu machen. Und wir haben unser Aktienportfolio, das vorher einen starken Schwerpunkt auf Dividendentitel gesetzt hatte, weitaus breiter aufgestellt. (Ausgabe 71 vom Dezember 2017) (07.12.2017/fc/a/f)





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