J.P. Morgan Funds - Global Bond Opportunities Fund: Ist das Glas für Anleiheinvestoren halb voll oder halb leer?


12.04.19 15:06
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management hat sich mit dem jüngsten Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Wahrscheinlichkeit einer weichen Landung der globalen Wirtschaft erhöht und die spätzyklische Erholung dürfte sich ausweiten.

"Die unmissverständliche Abkehr der FED von ihrem dreijährigen Straffungskurs hat nicht nur dafür gesorgt, dass die US-Leitzinsen unverändert bleiben. Mit ihrem überraschend detaillierten Plan für das Ende des Bilanzabbaus bestätigt die FED zudem ihre zurückhaltende Ausrichtung der letzten Monate. Auch andere Zentralbanken folgten, nachdem die US-Notenbank den ersten Schritt gemacht hatte, und halten ebenfalls an ihrem expansiven Kurs fest. Was will man als Anleiheninvestor mehr?", sage Iain Stealey, International Chief Investment Officer des Fixed Income, Currency & Commodities Teams von J.P. Morgan Asset Management. Die eigentliche Arbeit beginne laut dem Experten aber erst jetzt.

"Sollten Anleger nun dem Anleihemarkt hinterherjagen, mit seinen flachen Zinskurven und engeren Risikoaufschlägen? Oder sollte man auf eine Konsolidierung warten und hoffen, dass man den Einstieg schafft, solange die hohen Barbestände noch nicht abgebaut sind?" Stealey betone, dass er den Anleihemarkt wieder positiv einschätze und nach jedem Renditeanstieg und nach jeder Ausweitung der Credit-Spreads auf der Käuferseite gewesen sei: "Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll", unterstreiche er und stelle drei Anlageideen vor, die derzeit zu seinen Favoriten gehören würden.

1. Vom US-Konsum profitieren: "Das Verbrauchervertrauen in den USA ist zwar nicht mehr auf dem Rekordstand vom Oktober 2018, liegt aber immer noch über dem Zehnjahresdurchschnitt. Diese Konsumfreudigkeit lässt sich für das Anleihenportfolio nutzen - beispielsweise mit US-amerikanischen Verbriefungen mit kurzer Duration. Bei diesen Verbriefungen hängt das Kreditrisiko von der Fähigkeit der Verbraucher zur Rückzahlung ihrer Haushaltskredite ab. Der Sektor bietet eine attraktive Kombination aus Zinsvorteilen, die auf Indexebene drei Prozent betragen, verbunden mit beschränkter Duration (2 Jahre auf Indexebene, Quelle: Bloomberg). Dazu kommt eine gute Diversifizierung der Unternehmensallokationen und verbrieften hypothekenbesicherten Anleihen. Ein interessanter Sektor in dieser Anlageklasse ist die Verbriefung von KFZ-Krediten: Die Fundamentaldaten überzeugen nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass 85 Prozent der Arbeitnehmer in den USA ein Auto benötigen, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen: Laut den Daten des US Census Bureau (Stand 12/2017) betrifft dies rund 117 Millionen Pendler und annähernd 14 Millionen Mitglieder von Fahrgemeinschaften.

2. Attraktive Risikoaufschläge auf US-Hochzinsanleihen nutzen: Trotz der guten Entwicklung von Risikoanlagen seit Jahresbeginn machen Hochzinsanleihen von US-Unternehmen einen attraktiven Eindruck. Da die Ausfallquoten erwartungsgemäß niedrig ausfallen sollten und die Rezessionsrisiken abflauen, müsste dieser Markt von weiteren Zuflüssen profitieren. Die sogenannten "Rising Stars", also auf das Qualitätsrating "Investment Grade" hochgestufte Unternehmen, überflügeln die "Fallen Angels", die ihr Qualitätsrating verloren haben - auch dies lässt auf robuste Fundamentaldaten schließen. Nicht zuletzt sind die technischen Faktoren günstig mit verhaltener Emissionsaktivität bei stark gestiegener Nachfrage 2019. Als interessanten Sektor haben wir den "Megatrend Gesundheit" mit positiven fundamentale Trends aufgrund der alternden Bevölkerung identifiziert. Unternehmen in diesem Sektor profitieren davon, dass sich das regulatorische Umfeld stabilisiert. Im Dienstleistungssektor etablieren sich vielfach kostengünstige Alternativen, was sich positiv auf die Kostenbasis der Unternehmen auswirkt.

3. Mit Schwellenländeranleihen in Lokalwährung auf Lokalmatadore setzen: Im letzten Jahr waren die USA mit Wachstum über dem Trend die Ausnahme, während der Aufschwung in anderen Regionen an Fahrt verlor. Die restriktivere US-Geldpolitik stärkte den US-Dollar, was sich auf Schwellenländeranleihen negativ auswirkte. Das Ausmaß des daraufhin erfolgenden Abverkaufs war unseres Erachtens übertrieben. Inzwischen machen die Renditen im Verhältnis zu den Fundamentaldaten in ausgewählten Ländern einen vielversprechenden Eindruck. Des Weiteren zeigt der Richtungswechsel der FED in diesem Jahr, dass der Zinserhöhungszyklus in den USA unerwartet früh unterbrochen wird. Davon sollten die Schwellenländer profitieren. Ein Land, das wir derzeit favorisieren, ist Indonesien: Dank kräftigem Wachstum und einer stabilen Inflation, leitete die Zentralbank einen Zinsanhebungszyklus ein, der kurz vor seinem Höchststand ist. Wir rechnen künftig mit einer geldpolitischen Lockerung, was sich positiv für den Anleihenmarkt auswirken sollte. Auch die Fiskalpolitik wurde von der Regierung gut gemanagt."

Der Markt sei davon ausgegangen, dass die US-Notenbank auch im Jahr 2019 und sogar noch Anfang 2020 an ihren Zinserhöhungen festhalten würde. Diese Erwartung, gepaart mit dem Bilanzabbau und der restriktiven Rhetorik vieler anderer Zentralbanken, habe darauf hingedeutet, dass die Renditen steigen und die Kredit-Spreads sich ausweiten sollten. Da die Anleger die erwartete Krise geduldig aussaßen, flossen Gelder in Anleihenfonds, die Liquiditätsstrategien, eine kurze Duration sowie Absolute-Return-Strategien verfolgen, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Die abrupte Kehrtwende der US-Notenbank und anderer Zentralbanken habe den Markt unvorbereitet getroffen. Während das bereits in Anleihen angelegte Geld Short-Positionen eingedeckt habe, seien die vorhandenen Barbestände noch nicht ernsthaft auf den Markt gebracht worden. "Ab einem gewissen Punkt dürfte die neue Realität hingenommen werden müssen: Es ist an der Zeit, die Anleihenmanager wieder mit offenen Armen zu empfangen", unterstreiche Stealey.

Um für die anhaltenden Herausforderungen der globalen Anleihemärkten gerüstet zu sein, sollten laut Iain Stealey alle Anleihenmarktsegmente in die Allokation einbezogen werden. Mittels eines benchmarkunabhängigen Ansatzes sei es möglich, von möglichst vielen Chancen aus dem gesamten Anlageuniversum zu profitieren. Seit mehr als sechs Jahren nutze der JPMorgan Funds - Global Bond Opportunities Fund (ISIN LU0867954264 / WKN A1KA5L, A (acc) USD; ISIN LU0890597635 / WKN A1KC0A, A (acc) EUR (hedged)), den Stealey gemeinsam mit Robert Michele manage, eine solche Strategie.

Das breit diversifizierte Portfolio kombiniere dynamisch alle Anleihenmarktsegmente. Eine klassische Benchmark nutze das Management nicht, sondern setze auf aktives Durationsmanagement, um die Sensibilität des Portfolios gegenüber Zinsänderungen anzupassen und auf Veränderungen im Wirtschaftsumfeld und in den Marktbedingungen einzustellen. Hinzu komme ein mehrdimensionaler Ansatz für das Risikomanagement: Das Portfolio werde einerseits breit diversifiziert und gleichzeitig werde die Korrelation im Hinblick auf verschiedene Faktoren wie Veränderung der Marktzinsen, Wechselkurse und Kreditspreads kontrolliert. (12.04.2019/fc/a/f)





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