Managementinterview - S.E.A. Asian High Yield Bond Fonds: "Eine positive Performance von rund 6%"


02.12.19 11:00
GBC AG

Augsburg (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des S.E.A. Funds - S.E.A. Asian High Yield Bond Funds ist es, unter Berücksichtigung des Anlagerisikos einen angemessenen Wertzuwachs in der Teilfondswährung zu erzielen, wobei Investitionen im Raum Asien angestrebt werden, so Matthias Greiffenberger, Analyst der GBC AG.

Zudem werde angestrebt, innerhalb der in der Anlagepolitik dargestellten Grenzen für Renten in High Yield Bonds zu investieren, also in festverzinsliche Anleihen ohne ein Investment Grade Rating, welche die Möglichkeit von höheren Renditen eröffnen würden.

GBC AG: Herr Zeeh, Ihre Fondsstrategie ist auf kurzfristige Hochzinsanleihen im asiatischen Markt ausgerichtet. Könnten Sie uns noch kurz die Schwerpunkte beziehungsweise Struktur des Fonds erläutern?

Alexander Zeeh: Im globalen Vergleich ist der asiatische Hochzinsanleihemarkt noch relativ klein. Insbesondere in den USA ist der Markt sehr breit und tief. Deshalb kann man hier recht interessante Renditen mit sehr kurzen Laufzeiten finden. In den letzten zehn Jahren haben sich Credit Ratings in Asien sehr verbessert. Indonesien, Malaysia, Thailand, Philippinen und China gehören aufgrund ihres starken Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren heute zum Investment Grade. Vielerorts in der westlichen Welt haben sich Credit Ratings verschlechtert. Dies sollte nicht überraschend sein, denn bis 2050 wird erwartet, dass der Anteil Asiens am Welthandel auf 50% steigen wird. Der Rest der Welt wird gerade überholt. Um an dieser Entwicklung optimal teilzunehmen investiert der Fonds hauptsächlich in Hochzinsanleihen (6% bis 12% Rendite) mit sehr kurzen Laufzeiten (zwei bis drei Jahre Duration) im gesamten Asien-Pazifik Raum. Als UCITS SICAV bietet der S.E.A. Asian High Yield Bond Fund tägliche Liquidität und maximale Transparenz. Währungsrisiken werden nahezu voll abgesichert.

GBC AG: Die Investition in Fonds ist derzeit ein beliebtes Anlageinstrument. Wie schätzen Sie das zukünftige Investitionsverhalten der Marktteilnehmer in diesem Fondssegment ein?

Alexander Zeeh: Wir glauben auch in Zukunft sollte als Anlageinstrument für asiatische Hochzinsanleihen ein Fonds gewählt werden. Auf der Gebührenseite sind ETFs derzeit nur unwesentlich billiger und bieten, aufgrund ihrer hohen Immobiliengewichtung in China, wenig Diversifizierung an. Beides ist marktbedingt.

GBC AG: Ihre Fondsstrategie basiert auf der Fokussierung auf kurzfristige asiatische Hochzinsanleihen. Wie sehen Sie das Chance-Risiko-Verhältnis Ihres Fonds?

Alexander Zeeh: Das größte Risiko im Fonds sind Ausfälle bei Einzeltiteln, da wir mit dem Portfolio in Titeln von kleineren Emittenten mit sehr niedrigem Kreditrating investieren. Da das Portfolio jedoch recht diversifiziert ist, können die restlichen Titel ein bis zwei Ausfälle pro Jahr gut ausgleichen. Zusätzlich investieren wir wenig in Werte, die als Benchmarktkomponenten überkauft sind. Dadurch ist das Portfolio in Phasen von Marktkorrekturen relativ geschützt. Im Laufe der Zeit erwarten wir deshalb ein Sharpe Ratio, das über dem asiatischen Hochzinsmarkt liegt.

GBC AG: Erachten Sie das momentane Niedrigzinsumfeld als vorteilhaft in Bezug auf die Portfolioperformance beziehungsweise können Sie uns wichtige Werttreiber nennen?

Alexander Zeeh: Die Tatsache, dass der S.E.A. Asian High Yield Bond Fund keiner Benchmark folgt, sind wir in der Lage Anleihen zu kaufen die nicht überkauft sind. Auch ist unser Risiko regional besser gestreut, da wir eine recht niedrige Gewichtung in China haben. Herkömmliche asiatische Hochzinsanleihen haben aufgrund ihrer Benchmark über 60% Gewichtung in chinesischen Anleihen die hauptsächlich aus dem Immobiliensektor stammen. Bislang gibt es keine Benchmarks, die in ASEAN oder Asien ex-China investieren und deshalb auch keine Fonds die asiatische Anleihen ohne China anbieten. Herkömmliche Emerging Market High Yield Bond Fonds haben nur knapp 10% Asiengewichtung und praktisch keine Gewichtung in Südostasien.

GBC AG: Hat der Handelskrieg zwischen China und den USA sichtbare Auswirkungen auf Ihre Fondsstrategie?

Alexander Zeeh: Eine der Auswirkungen des Handelskrieges, die alle Emmittenten bedroht, ist die der Refinanzierung. Bei temporären oder anhaltenden Liquiditätsengpässen im Anleihemarkt kann es passieren, dass Unternehmen existierende Anleihen nicht durch neue Anleiheemissionen refinanzieren können. Wir haben deshalb unsere Strategie angepasst und tätigen vermehrt Zukäufe in Anleihen mit besserer Kreditwürdigkeit. Zusaetzlich haben wir den Diversifikationsgrad des Portfolios erhöht, indem Investitionen weiter gestreut sind, sowohl regional als auch was Industriesektoren anbelangt.

GBC AG: Das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik China hat sich abgeschwächt. Hat dies Auswirkungen auf Ihre Bondauswahl?

Alexander Zeeh: Es gab eine Periode, in der chinesische aber auch andere asiatische Anleihen aufgrund des drohenden Handelsstreits korrigierten. Aufgrund unserer sehr kurzen durchschnittlichen Laufzeit im Portfolio von zwei bis drei Jahren hat uns dies weniger getroffen. Die EUR währungsabgesicherte Tranche warf bislang +2,3% ab.

GBC AG: Können Sie uns einen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monaten Ihres Fonds geben?

Alexander Zeeh: Seit Anfang des Jahres hat sich der Markt sehr positiv entwickelt. Der S.E.A. Asian High Yield Bond Fund (USD) kann eine positive Performance von rund 6% aufweisen.

GBC: Herr Zeeh, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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