Erweiterte Funktionen

OPEC wird zeitnah die Richtung des Ölpreises (mit)bestimmen


19.05.17 15:22
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Doch mit ihrer Ankündigung, die Ende 2016 beschlossene und bis Mitte 2017 laufende Drosselung der Öl-Fördermenge zu verlängern, haben die beiden Öl-Schwergewichte Saudi-Arabien und der Nicht-OPEC-Staat Russland ein klares Zeichen gesetzt, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Freude über eine mögliche Verlängerung des Abkommens habe aber nicht allzu lange angehalten. Nachdem der Ölpreis der Sorte Brent nach der Ankündigung kräftig zugelegt habe, habe er zuletzt wieder einen Teil der Gewinne abgegeben. Welchen Kurs der Preis in den kommenden Tagen und Wochen einschlage, werde auch vom OPEC-Treffen am 25. Mai bestimmt. Sollte es tatsächlich zu einer Verlängerung der Förderkürzungen kommen, könnte der Kurs - zumindest kurzfristig - noch einmal ein wenig Höhenluft schnuppern. Werde darüber hinaus das Fördervolumen nochmals gekürzt, dürfte der Kurs auch kräftig zulegen. Auch eine Fortsetzung des Abwärtstrends beim Dollar könnte die Nachfrage und somit auch den Ölpreis beflügeln.

Auf der anderen Seite würden aber auch einige Gefahren lauern, die den Kurs wieder unter die 50-Dollar-Marke drücken könnten. Unklar sei - trotz der Ankündigung Russlands und Saudi-Arabiens -, ob das Abkommen tatsächlich in die nächste Runde gehe. Und wenn ja, welche Staaten sich beteiligen würden. Schließlich dürfte das Interesse der Ölförderer, weitere Marktanteile an US-Schieferölproduzenten zu verlieren, recht überschaubar sein. Sollten die Skandale rund um US-Präsident Donald Trump nicht abreißen, dürften Investoren auch zunehmend riskantere Anlagen - Ölinvestments inklusive - meiden. (19.05.2017/fc/a/m)