Rohstoff-ETCs: Anleger setzen auf Gold


21.01.19 10:27
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Turbulente Aktienmärkte, zurückgeschraubte Erwartungen hinsichtlich des Zinsanhebungstempos der Federal Reserve und ein nachlassendes weltweites Wirtschaftswachstum sind Händlern zufolge die Zutaten, die Gold vermehrt in den Anlegerfokus rücken, so die Deutsche Börse AG.

"Seit Dezember verbuchen wir sehr starke Zuflüsse in Goldprodukten", melde Tobias Runkehl. Neben den gern gehandelten und unterm Strich gesuchten Physical Gold-ETCs etwa von iShares und INVESCO (IE00B579F325/ WKN A1AA5X) bauten die Kunden von IMC insbesondere seit vergangener Woche ihre Positionen in Xetra-Gold aus.

Das decke sich mit den Beobachtungen von Florian Lenhart. "Gold ist Hauptthema im Handel mit Rohstoffen", beschreibe der UniCredit-Händler, der von einem deutlichen Kaufüberhang spreche. Der Löwenanteil der Anlegergelder sei in Xetra-Gold und db Physical Gold-ETC geflossen.

Im vergangenen Jahr habe der Bestand des europaweit führenden physisch hinterlegten Gold-Wertpapiers um über 7 Tonnen auf 181,47 Tonnen zugelegt und in den ersten Wochen dieses Jahres noch einmal einen gewaltigen Satz nach oben gemacht auf 188,5 Tonnen.

Mit der preislichen Kehrtwende - der Goldpreis habe sich in der Gemeinschaftswährung seit Ende September um über 10 Prozent verteuert - sei auch die Nachfrage deutlich gestiegen. Aktuell koste eine Feinunze Gold um 1.294 US-Dollar oder 1.135 Euro. "In turbulenteren Zeiten ist Gold für viele als Beimischung interessant", befinde Runkehl.

Für Nitesh Shah von WisdomTree habe die Gold-Rally begonnen und mache gerade den Großteil der Schwäche aus 2018 wieder wett. Neben langsamer steigenden US-Zinsen spielten geopolitische Ängste und Themen wie Brexit oder die brachliegenden US-Regierungsbehörden Gold in die Karten. Zum Jahresende vermute Shah die Feinunze Gold um 1.370 US-Dollar.

Dora Borbély von der DekaBank bleibe hingegen bei ihrer bisherigen Einschätzung und traue dem gelben Edelmetall langfristig nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu. In Nichtkrisenzeiten werde der Goldpreis in der Regel vom Zinsniveau in den USA beeinflusst. Selbst moderate Zinssteigerungen machten die Goldhaltung in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Borbély rechne für dieses Jahr mit leicht nachgebenden Goldnotierungen. Von möglichen Signalen Richtung Zinssenkungen vonseiten der US-Zentralbank im Jahr darauf würde Gold hingegen vermutlich profitieren. Die recht hohe politische Unsicherheit könne derweil jederzeit für stärkere Preisschwankungen sorgen.

Ölwerte führe Runkehl mit einem Kaufüberhang, wenngleich sich das Interesse an dem Sektor in Grenzen halte. Auf überschaubarem Niveau hätten sich Investoren in Summe mit dem ETFS Brent 1mts (ISIN GB00B15KXW40 / WKN A0KRKV) eingedeckt.

Auch bei der Commerzbank sei es rund um die Ölprodukte eher unauffällig, wie Wurm beschreibe. Stattdessen werde in breiter investierenden Rohstoffportfolios einiges umgesetzt. Zu den meist gehandelten Produkten mit Aufträgen in beide Richtungen gehöre ein Wert auf den hauseigenen Commodity ex-Agriculture Index (ISIN LU0419741177 / WKN ETF090), der die Entwicklung von zwölf Rohstoffen in den Bereichen Energie, Edel- und Industriemetalle widerspiegele. Im Zuge der US-Dollar-Abwertung zum Euro fokussierten sich Investoren stärker auf die Version mit Währungsabsicherung (ISIN LU1275255799 / WKN ETF099).

Alles in allem dürften sich die Rohstoffpreise mit einem deutlichen Anstieg nach Ansicht von Borbély auf absehbare Zeit schwer tun. Die nach unten revidierten Erwartungen an das globale Wachstum würden sich auf die weltweite Rohstoffnachfrage auswirken. "Da sollte das Angebot weitgehend mit der Nachfrage Schritt halten können", schätze die Analystin und halte an der Aussicht fest, dass sich die Rohstoffpreise in 2019 bei zwischenzeitlich größeren Schwankungen allenfalls seitwärts bewegen würden. (Ausgabe vom 17.01.2019) (21.01.2019/fc/a/e)





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