Rohstoff-ETCs: Goldpreis weiter auf hohem Niveau


15.02.19 11:18
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit den vielen Unsicherheiten an den Kapitalmärkten ist Gold wieder gefragt, so die Deutsche Börse AG.

Auch der moderatere Zinserhöhungskurs der US-Notenbank spiele eine Rolle. "Die Ankündigungen der FED, eine Pause im Zinserhöhungszyklus einzulegen und die Bilanzreduktion zu verlangsamen, sprechen für eher niedrigere US-Treasury-Renditen und einen schwächeren US-Dollar", erkläre Dora Borbély von der DekaBank. Von beiden Entwicklung profitiere der Goldpreis. Die Feinunze sei am Donnerstagmorgen zu 1.306 US-Dollar gehandelt worden, im Herbst seien es noch weniger als 1.200 US-Dollar gewesen.

Auch Gold-ETCs (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB, ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G, ISIN DE000A0LP781 / WKN A0LP78, ISIN DE000A1E0HR8 / WKN A1E0HR) seien gesucht, wie Wisdom Tree melde. "Nach den Finanzturbulenzen im Dezember und den vielen geopolitischen Risiken wie dem Shutdown in den USA, der Ungewissheit um den Brexit und den Ängsten vor einem Handelskrieg versuchen Anleger, ihr Portfolio mit Gold abzusichern", erkläre Nitesh Sha. Der Bestand an Xetra-Gold sei laut Deutsche Börse Commodities mittlerweile auf über 190 Tonnen geklettert - ein neuer Rekord.

Das Chance-Risiko-Verhältnis für Gold sei laut Heinrich Peters von der Helaba mittlerweile ausgeglichen. Einerseits seien die Zinserwartungen gesunken, profitieren werde Gold aber auch vom voraussichtlich schwächeren US-Dollar. "Andererseits ist mit nachlassenden politischen und konjunkturellen Unsicherheiten zu rechnen, die Risikoaversion der Finanzinvestoren wird zurückgehen."

Auch Silber-ETCs (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F, ISIN DE000A1EK0J7 / WKN A1EK0J, ISIN DE000A1E0HS6 / WKN A1E0HS) würden weiter rege gehandelt. Der Silberpreis sei ebenfalls gestiegen, aktuell notiere Silber bei 15,61 US-Dollar (14.02.2019), Mitte November seien es nur 14 US-Dollar gewesen.

Nach der extremen Achterbahnfahrt des Ölpreises sei es zu einer gewissen Stabilisierung gekommen. Bis Oktober sei der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rasant bis auf über 86 US-Dollar gestiegen, dann bis kurz vor Weihnachten unter 50 US-Dollar gefallen und habe sich dann wieder in Richtung 60 US-Dollar bewegt. Aktuell seien es 64,60 US-Dollar (14.02.2019).

"Die Produktionskürzungen der OPEC und Russlands zeigen Wirkung", bemerke Borbély. Die Ölförderung der OPEC-Länder sei zudem durch die US-Sanktionen gegen Venezuela sowie durch ungeplante Produktionsrückgänge in anderen OPEC-Ländern wie Iran oder Libyen beeinträchtigt worden. "So bewegt sich der globale Ölmarkt derzeit in Richtung eines Gleichgewichts." Für den weiteren Jahresverlauf erwarte die Bank eine Seitwärtsbewegung der Ölpreise. In Öl-ETCs (ISIN DE000A1N49P6 / WKN A1N49P, ISIN DE000A1AQGX1 / WKN A1AQGX) überwiegen Sha zufolge die Gewinnmitnahmen.

Die Preise der Industriemetalle seien in diesem Jahr wieder etwas gestiegen. Anleger hätten laut Wisdom Tree auch Industriemetall-ETCs gekauft wie den ETFS Industrial Metals. Sha begründe das mit Anzeichen für eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China. "Der Markt bleibt aber in Habachtstellung, diese Woche schauen Anleger auf das Treffen von Verhandlungsführern in Peking."

Wieder deutlich verteuert habe sich Nickel. Der Preis liege jetzt bei 12.302 US-Dollar nach 10.600 US-Dollar Ende Dezember. Nickel-ETCs hätten mit 228 Millionen US-Dollar nach Gold übrigens die höchsten Zuflüsse in den vergangenen zwölf Monaten verzeichnet, wie die Statistik von Wisdom Tree zeige.

Peters zufolge spreche einiges dafür, dass sich die Rohstoffpreise eher im Bereich eines Tiefs befänden als vor einer anhaltenden Talfahrt. "Gemäß dem Motto: "Totgesagte leben länger" erwarten wir, dass von China kein anhaltender wachstumsbedingter Druck auf die Rohstoffpreise ausgeht." Jahrelang sei der Rohstoffbedarf vor allem Chinas überzeichnet worden, jetzt sei man zu pessimistisch. "Darüber hinaus dürften die Entwicklung des US-Dollar und der Marktpsychologie eher wieder für eine Stabilisierung der Rohstoffnotierungen sorgen." (Ausgabe vom 14.02.2019) (15.02.2019/fc/a/e)





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