Rohstoff-ETCs: Hauptsache Gold


18.03.19 12:01
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gold und Öl bestimmen das Bild am Markt für Exchange Traded Commodities, so die Deutsche Börse AG.

"Auch breiter investierende Rohstoff-ETCs finden bei unseren Kunden Anklang", beschreibe Florian Lenhart von der UniCredit. Anleger setzten beispielsweise auf Tracker des Commerzbank Commodity ex-Agriculture Index (ISIN LU0419741177 / WKN ETF090), der die Entwicklung von zwölf Rohstoffen in den Bereichen Energie, Edel- und Industriemetalle widerspiegele.

Hauptsächlich hätten sich Investoren jedoch für Gold interessiert. "Je nach Marktlage wurde gekauft oder verkauft", beschreibe Andreas Bartels von der Commerzbank und verweise auf die jüngsten Preisschwankungen. Von den 1.341 US-Dollar am 20. Februar sei es runter bis auf zwischenzeitlich 1.285 US-Dollar pro Feinunze Gold gegangen. Seitdem erhole sich der Markt wieder, aktuell koste eine Feinunze Gold 1.302 US-Dollar. "Unterm Strich standen Zuflüsse im Vordergrund." Neben den gern gehandelten und zumeist gesuchten Physical Gold-ETCs etwa von INVESCO (ISIN DE000A1MECS1 / WKN A1MECS) lande Xetra-Gold in den Depots. "Zunehmend gefragt sind Produkte mit Währungsabsicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G) zum Euro oder Schweizer Franken."

Lenhart spreche von einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Zu- und Abflüssen in Gold-Verbriefungen. Von ihren Xetra-Gold-Positionen hätten sich Anleger allerdings überwiegend getrennt.

Solange die Zinsen nur langsam ansteigen würden, sollte die geldpolitische Normalisierung nach Meinung von Dora Borbély nur begrenzte Auswirkungen auf den Goldpreis haben. Die DekaBank-Analystin rechne nach wie vor für dieses Jahr mit tendenziell noch etwas nachgebenden Notierungen. Die für 2020 erwarteten ersten Zinssenkungen vonseiten der Federal Reserve dürften demnach mit einem zeitlichen Vorlauf zu leicht steigenden Goldpreisen beitragen. Die recht hohe politische Unsicherheit könne allerdings jederzeit für stärkere Preisschwankungen sorgen.

Nicht nur in Krisenzeiten sorge Gold in einem Portfolio nach Meinung vieler Experten für eine sinnvolle Diversifikation. Die Unternehmensberatung Mercer komme in ihrem jüngsten Bericht über Gold als Anlageklasse - zu finden diesen auf xetra-gold.de - zu dem Ergebnis, dass eine Beimischung von Gold in Höhe von bis zu 5 Prozent des Portfoliowertes das Verlustrisiko reduziere. Wer sich intensiver mit den Formen, Chancen und Risiken von Edelmetall-Investitionen beschäftigen wolle, könne sich auf boerse-frankfurt.de/rohstoffe das Edelmetall-Handbuch kostenlos herunterladen oder gedruckt bestellen.

Öl-ETCs führe die UniCredit auf der Kaufseite. Die höchsten Zuflüsse verbuche Lenhart für einen WTI-Produkt, der sich an der Entwicklung des UBS Bloomberg CMCI WTI Crude Oil Hedged CHF Index orientiere. Bartels Kunden hingegen hätten sich zumeist von ihren WTI- (ISIN DE000A0KRJX4 / WKN A0KRJX) und Brent-ETCs getrennt. "Obwohl es mit dem Ölpreis seit Jahresbeginn aufwärts geht, verbuchen wir deutliche Abgaben."

Nach Auffassung von Frank Schallenberger von der LBBW könnte am Ölmarkt im zweiten Halbjahr 2019 durchaus ein Angebotsdefizit entstehen. Die Ölproduktion der 14 OPEC-Staaten sei von Oktober bis Februar statt um die geplanten 0,8 tatsächlich um 2,0 auf 30,5 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen. Im März könne die Förderung in Libyen zwar wieder etwas anziehen. Für Saudi Arabien erwarte Schallenberger indes niedrigere Mengen, sodass die OPEC-Produktion auf etwa 30 Millionen Barrel pro Tag abnehmen werde. Bleibe es bei dem strikten Kurs und halte die USA an ihren Sanktionen gegen Venezuela und den Iran fest, rechne der Rohstoff-Analyst im weiteren Jahresverlauf mit einem OPEC-Output von höchstens 31 Millionen Barrel pro Tag. Mit Blick auf die rückläufige Zahl der aktiven Bohrlöcher komme die USA 2019 vermutlich auf lediglich rund eine Million Barrel pro Tag.

Trotz nachlassendem Wirtschaftswachstum und der damit verbundenen schwächeren Ölnachfrage werde das schwarze Gold im Jahresverlauf voraussichtlich zulegen. Schallenberger prognostiziere einen Anstieg um 10 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent werde vermutlich bis Mitte 2019 auf 70 US-Dollar pro Fass anziehen und dieses Niveau auch halten. (Ausgabe vom 14.03.2019) (18.03.2019/fc/a/e)





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LU0419741177 ETF090 95,14 € 81,18 €
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