Rohstoff-ETCs: Vertrauen in Gold bleibt hoch


31.01.20 15:29
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ein höheres Sicherheitsbedürfnis treibt die Nachfrage nach börsengehandelten Edelmetall-Produkten, so die Deutsche Börse AG.

"In diesem Segment spielte sich in den vergangenen Wochen das meiste ab", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Erst hätten Anleger auf die Irankrise reagiert, aktuell bringe die Verbreitung des Coronavirus in und mittlerweile auch außerhalb Chinas viele offene Fragen mit sich. Breiter aufgestellte Rohstoffkörbe basierend auf dem NYSE Arca Gold Bugs Index (ISIN LU0488317701 / WKN ETF091) seien Mohr zufolge ebenfalls unterm Strich in den Depots gelandet. "Industriemetalle und Öl spielten eher untergeordnete Rollen."

Besonders häufig hätten die Commerzbank-Kunden auf Gold vertraut. Neben dem gern gehandelten und unterm Strich gesuchten Xetra-Gold, hätten Anleger in vielen Gold-Produkten ihre Positionen ausgebaut, wie Mohr informiere.

Cornelia Schübel spreche von guter Nachfrage nach Edelmetallen auf der Kauf- und Verkaufsseite. "Insgesamt überwiegen leicht die Zuflüsse", präzisiere die UniCredit-Händlerin. Zu den beliebtesten Werten hätten der Gam Precious Metals (ISIN CH0044781257 / WKN A0RK1D) sowie die Physical Gold-ETCs von Invesco (ISIN IE00B579F325 / WKN A1AA5X) und iShares gezählt. Gut an kämen auch Gold-Produkte mit Währungsabsicherung etwa zum Euro (ISIN CH0106027144 / WKN A0YCVY) und Schweizer Franken (ISIN CH0106027128 / WKN A0YCVW). Deutlich mehr Käufe als Verkäufe mache Schübel bei Xetra Gold und dem Physical Gold Euro Hedged-ETC aus.

"Auch die anderen Edelmetalle wurden gern, allerdings ohne eindeutige Tendenz gehandelt", registriere Schübel. Zu den beliebtesten Produkten hätten der WisdomTree Physical Platinum und der iShares Physical Silver gehört.

Für Gold sei der Anstieg von 4,0 Prozent auf 1.581 US-Dollar bislang ein Jahresauftakt nach Maß gewesen. Bei konservativer Betrachtung sehe Nitesh Shah den Preis des gelben Edelmetalls Ende 2020 um 1.640 US-Dollar die Feinunze. Hielten die Spannungen im Nahen Osten an oder nähmen die Zollstreitigkeiten unkontrollierbare Ausmaße an, sei nach Auffassung von Wisdom Tree gar ein Goldpreis von über 2.000 US-Dollar möglich. Ökonomisch befinde sich die Welt am Scheideweg. Ein versöhnlicher Verlauf bezüglich der Handelskonflikte käme eher zyklischen Anlagen zugute, zulasten von Gold. In diesem eher pessimistischen Gold-Szenario laute die Prognose von Shah für das Jahresende 1.470 US-Dollar.

Klar scheine, dass wichtige Notenbanken zunächst die Geldschleusen weit geöffnet halten würden. Die gestrigen Auslassungen von Federal Reserve-Chef Powell etwa würden nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg eine weitere Zinssenkung womöglich im zweiten Quartal einschließen.

Dieser künstliche Antrieb für die Weltwirtschaft verursache nach Meinung von Thorsten Polleit von Degussa Ungleichgewichte an den Kapitalmärkten. Die Null- und Negativzinsen sowie steigende Vermögenspreise hätten die Kaufkraft des Geldes weiter ausgehöhlt. Dieser Umstand spreche laut Polleit für einen weiteren Anstieg der Edelmetallpreise. Die Feinunze Gold sehe der Analyst Ende 2020 um 1.700 US-Dollar, Silber werde bis etwa 25 und Platin auf rund 1.256 US-Dollar anziehen. Abwärtspotenzial bis etwa 1.536 US-Dollar vermute er in Palladium.

Zentralbanken hätten dem World Gold Council zufolge übrigens im vergangenen Jahr die zweithöchsten Goldkäufe auf Sicht von 50 Jahren getätigt. 15 Notenbanken hätten demnach ihre Goldbestände im letzten Jahr aufgestockt, am stärksten die türkische. Die Gesamtnachfrage nach Gold sei dennoch um 1 Prozent auf 4.356 Tonnen gefallen. Ein höherer Rückgang sei durch hohe ETC-Zuflüsse aufgefangen worden, wie Weinberg anmerke. Diese hätten sich laut World Gold Council auf 401 Tonnen summiert. Damit hätten sich die Zuflüsse in Gold-Produkten im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. (Ausgabe vom 30.01.2020) (31.01.2020/fc/a/e)





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