SPDR ETFs: Fünf spannende europäische Sektoren für aktuelle Investment-Herausforderungen


16.09.21 14:50
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Auf dem Weg zum Jahresende könnten die Anleger mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert werden, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Da es keine Einheitslösung gebe, würden die Experten von State Street Global Advisors glauben, dass Sektoren selektiv eingesetzt werden könnten, um spezifische Probleme wie Inflation, Tapering und Portfolioqualität anzugehen. Innerhalb der Sektoren würden die Experten von State Street Global Advisors derzeit Europa gegenüber den USA oder globalen Engagements bevorzugen.

Praktisch alle Anleger würden sich höhere Renditen und ein geringeres Risiko wünschen, aber der Weg zur Erreichung dieser Ziele scheine in den letzten vier Monaten von 2021 komplizierter denn je. In Anbetracht der vielen Probleme, mit denen wir uns in dieser Post-COVID-Welt konfrontiert sehen, scheint es derzeit nicht so einfach zu sein, Wachstum gegen Value oder zyklisch gegen defensiv zu entscheiden, so die Experten von State Street Global Advisors.

Eine Möglichkeit, sich den Märkten zu nähern, bestehe darin, die größten Probleme zu betrachten, mit denen die Anleger konfrontiert seien, und diejenigen zu lösen, die für ihre Aussichten, ihr Portfolio oder ihre Renditeanforderungen am relevantesten seien.

Wir alle beobachten die Daten - so wie die Anleger das Tempo der wirtschaftlichen Erholung und der Inflation beobachten, so beobachten auch Jerome Powell und Co. das Tempo der Reduzierung der Wertpapierkäufe, so die Experten von State Street Global Advisors. Dies verleihe den Wirtschaftsdaten eine große Bedeutung für die Märkte und spiele eine Rolle für Sektorinvestitionen. Sektoren würden eine historisch bewährte Möglichkeit bieten, auf verschiedene makroökonomische Szenarien zu setzen.

Die Experten von State Street Global Advisors würden Europa bevorzugen, insbesondere im Vergleich zu den USA. Die Region verfüge über geldpolitische Anreize, die von den Zentralbanken bereitgestellt würden, und über fiskalische Pläne, einschließlich des EU-Konjunkturprogramms, die eine erhebliche Unterstützung darstellen würden. Auf der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche sei die Prognose für das BIP-Wachstum der Eurozone für 2021 zuversichtlich auf fünf Prozent angehoben worden. Mit einem Abschlag von etwa 15 Prozent gegenüber dem MSCI ACWI und dem Doppelten gegenüber dem S&P 500 sowie relativ attraktiven Dividendenrenditen gebe es ein Bewertungsargument für den MSCI Europe.

Die Experten von State Street Global Advisors würden die großen Probleme und möglichen Lösungen in den europäischen Sektoren betrachten:

Inflation: Rohstoffe

Ob vorübergehender Druck oder nicht, die derzeitige Inflationsphase dauere länger an, als die meisten Kommentatoren erwartet hätten, und Anleger, die davon profitieren möchten, könnten sich für Rohstoffe interessieren. Der europäische Rohstoffsektor sei zu 33 Prozent mit Bergbauwerten gewichtet, also mit Herstellern von Industriemetallen, die als Teil des Rohstoffkomplexes in diesem Jahr einen sprunghaften Anstieg erlebt habe.

Entscheidend für die Weitergabe von Preissteigerungen durch diese Unternehmen sei das Angebot, wobei die Unternehmen bei ihren Investitionsplänen bisher diszipliniert zu sein und keine neuen Bergbaukapazitäten zu schaffen. Selbst bei einer Erhöhung könne es viele Jahre dauern, bis solche Anlagen in Betrieb genommen würden, sodass das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage noch einige Zeit lang angespannt bleibe. Rohstoffe wie z.B. Kupfer würden weiterhin stark nachgefragt. Etwa im Baugewerbe, bei der Durchführung von Projekten, die durch fiskalische Ausgaben ermöglicht würden, und bei der Erfüllung neuer grüner Märkte, wie etwa Elektrofahrzeuge.

Ein Blick auf die von State Street erhobenen Daten zu den institutionellen Handelsströmen zeige, dass in den letzten Monaten Käufe bei Unternehmen der Grundstoffindustrie (Bergbauunternehmen, Chemieproduzenten und Lieferanten von Baumaterialien) zu beobachten gewesen seien. Während die starke Nachfrage nach Verpackungen und Spezialchemikalien für Konsumgüter zu robusten Volumina geführt habe, habe die sich erholende Industrieproduktion (gemessen an den Markit PMIs) die Nachfrage nach vielen Rohstoffen angekurbelt.

Tapering: Finanzwesen

Es sei viel darüber gesprochen worden, wann das Tapering beginnen könnte, aber weniger darüber, wie es zu lösen sei. Während die Federal Reserve die Schlagzeilen beherrsche, sei dies auch ein Thema für die EZB und die Bank of England. Die Politik all dieser Zentralbanken werde für die Finanzunternehmen in Europa von Bedeutung sein. Die Verringerung der quantitativen Lockerung sei der erste Schritt zur Normalisierung der Politik. Sobald die Reduzierung der Anleihekäufe beginne, werde sich der Markt unweigerlich darauf konzentrieren, wann die erste Leitzinserhöhung stattfinden werde. Steigende Anleiherenditen und eine steiler werdende Renditekurve wären für die Banken von Vorteil und würden sich auf ihre Anleihe- und Kreditzinsen auswirken, die die Nettozinsmargen bestimmen würden.

Banken würden 45 Prozent des europäischen Finanzsektors ausmachen und sogar noch mehr, wenn man die Bankgeschäfte der Investmentbanken mit einbeziehe. Lebens- und Sachversicherer (der Anteil der Versicherungen liege bei 31 Prozent) könnten ebenfalls von höheren Renditen aufgrund höherer Anleiherenditen profitieren. In der Zwischenzeit habe die Gesundheit der Finanzmärkte vielen Versicherungsanbietern sowie den Börsen und Finanzdienstleistungsunternehmen, die den Rest des Sektors ausmachen würden, geholfen.

Ein weiteres Thema, das uns den Rest des Jahres beschäftigt, werden wahrscheinlich Dividenden und Aktienrückkäufe sein, so die Experten von State Street Global Advisors. Die Ausschüttungen der europäischen Banken seien während der schlimmsten Phase der COVID-Krise eingeschränkt worden. Die Rückkehr von Aktienrückkäufen und Dividendenerhöhungen würde von den Anlegern sehr begrüßt werden.

Qualität: Gesundheitswesen

Der Gesundheitssektor könnte den Portfolios der Anleger ein gewisses Maß an Qualität bieten, eine geringere Volatilität oder defensives Wachstum ermöglichen. Der Sektor verfüge über all diese Eigenschaften aufgrund seiner Produkte und Dienstleistungen, die von einer wachsenden, alternden und wohlhabenderen Weltbevölkerung zunehmend nachgefragt würden. Das Qualitätsmerkmal zeige sich in hohen Kapitalrenditen, einem gesunden Cashflow und stabilen Erträgen.

Für diejenigen, die eine bequeme Investition in der Mitte des Zyklus suchen würden, seien Pharma- und Biotech-Unternehmen und ihre Zulieferer tendenziell weniger anfällig für steigende Zinsen. Während die COVID-Pandemie den Unternehmen mit erfolgreichen Test- und Impfstofflösungen erhebliche Gewinne beschert habe, gebe es auch Potenzial für Anbieter, die von gestrichenen medizinischen Operationen und Arztbesuchen betroffen gewesen seien. Da sich das Virus weiter ausbreite, würden Tests, Antikörpertherapien und Auffrischungsimpfstoffe wahrscheinlich weiterhin gefragt sein. In der Zwischenzeit habe sich die mRNA-Technologie zu einem Schlüsselbereich für Innovationen entwickelt.

Die politische Einmischung der USA in die Preisgestaltung von Arzneimitteln, eine stärkere Regulierung und die Durchsetzung des Kartellrechts würden bestehen bleiben. Diese scheinen aber im Vergleich zu COVID und den Konjunkturprogrammen auf der Agenda von Präsident Biden nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, so die Experten von State Street Global Advisors. Dennoch würden die Experten Europa bevorzugen, weil es weniger stark dem politischen Risiko der USA ausgesetzt sei.

Diversifizierung: Immobilien

Die meisten Anleger, mit denen wir in letzter Zeit gesprochen haben, wollen weiterhin in Aktien investiert bleiben, möchten aber auch ihre Risiken reduzieren, so die Experten von State Street Global Advisors. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sei die Diversifizierung nach Anlageklassen, geografischen Einkommen und sektoralen Faktoren. Immobilien würden häufig als alternative Anlageform genutzt, da sie von einer anderen wirtschaftlichen Dynamik angetrieben würden und eine relativ geringe Korrelation mit Aktien aufweisen würden. Der Zugang zu Immobilien über einen Fonds mit REITs und Immobiliengesellschaften, die eine Reihe von Branchen abdecken würden, biete eine weitere Möglichkeit der Diversifizierung.

In diesem Jahr sei es im europäischen Immobiliensektor zu einer Fusion der beiden größten börsennotierten Aktien gekommen, wodurch ein Kraftpaket auf dem deutschen Wohnungsmarkt entstanden sei. Andere Beteiligungen innerhalb des Sektors seien gut auf die Wiedereröffnungstrends im Einzelhandel, in Büros und anderen Gewerbebetrieben vorbereitet.

Immobilienbesitz solle einen natürlichen Schutz vor Inflation bieten. Die Mieten und Werte von Immobilien würden tendenziell steigen, wenn die Preise steigen würden und viele Mietverträge seien an die Inflation gebunden. Dies unterstütze den Cashflow und damit das Dividendenwachstum und sorge für einen zuverlässigen Einkommensstrom auch in inflationären Zeiten.

Gegensätzliche Gelegenheit: Energie

Die meisten Anleger würden akzeptieren, dass das Potenzial für höhere Renditen mit einem höheren Risiko einhergehe, und Energie sei ein typisches Beispiel dafür. Der europäische Sektor habe im ersten Quartal 2021 zu den Top-Performern gehört, im zweiten Quartal eine Kehrtwende gemacht und sei (bis vor kurzem) das Schlusslicht im bisherigen Quartal gewesen. Während der jüngsten Underperformance seien die Gewinnprognosen als Reaktion auf die gestiegenen Rohölpreise und das eingeschränkte Angebot weiter gestiegen, sodass der Sektor deutlich unterbewertet sei.

Von hier aus könne der Sektor denjenigen helfen, die nach einer positiven Inflationsanfälligkeit, einer starken Gewinnstimmung und extremen Bewertungstiefs suchen würden. Energie werde häufig zur Positionierung von Wirtschaftsaussichten verwendet und sei ein wichtiger Bestandteil der Reflationierung im Jahr 2021 gewesen. Es gebe Anzeichen dafür, dass dieser Trade zurückkehren könnte. Energie-ETFs hätten im vergangenen Monat wie auch im bisherigen Jahresverlauf die höchsten Nettozuflüsse unter den europäischen Sektor-ETFs verzeichnet.

Wie die Sektoren Immobilien und Gesundheit sei auch der Energiesektor in den Portfolios institutioneller Anleger im Durchschnitt stark untergewichtet. Ein großer Teil der Unpopularität des Energiesektors sei auf die Verantwortung für CO2-Emissionen zurückzuführen und die Notwendigkeit diese zu reduzieren. Die europäischen Öl- und Gasunternehmen hätten schneller reagiert als ihre internationalen Konkurrenten. Wir sind noch weit davon entfernt, dass die großen Akteure den Klimawandel anerkennen, aber die großen Konzerne verfügen über das technische Wissen, die logistische und geografische Reichweite, um die für den Wandel erforderlichen Lösungen zu liefern, so die Experten von State Street Global Advisors.

Anleger, die in die oben beschriebenen Themen investieren möchten, könnten dies mit SPDR ETFs tun, z.B.: SPDR MSCI Europe Materials UCITS ETF, SPDR MSCI Europe Financials UCITS ETF (ISIN IE00BKWQ0G16 / WKN A1191R), SPDR MSCI Europe Health Care UCITS ETF (ISIN IE00BKWQ0H23 / WKN A1191S), SPDR FTSE EPRA Europe ex UK Real Estate UCITS ETF (ISIN IE00BSJCQV56 / WKN A14P7G) und SPDR MSCI Europe Energy UCITS ETF (ISIN IE00BKWQ0F09 / WKN A1191P). (Ausgabe vom 14.09.2021) (16.09.2021/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
271,50 € 270,65 € 0,85 € +0,31% 22.10./17:36
 
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