SPDR ETFs Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Aufwärtstrend für europäische Hochzinsanleihen


28.07.21 14:35
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Obwohl Hochzinsanleihen in letzter Zeit durch die Unsicherheit neuer COVID-Varianten vor Herausforderungen standen, sehen wir immer noch Gründe, eine übergewichtete Positionierung in dieser Anlageklasse beizubehalten, insbesondere in europäischen Hochzinsanleihen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Das Wachstum in Europa sei nach wie vor stark, die Unternehmen scheinen in guter Verfassung zu sein und die Unterstützung durch die EZB werde wohl bestehen bleiben.

Die jüngsten Turbulenzen bei den Risikoanlagen seien durch die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen COVID-Varianten ausgelöst worden. Hochzinsanleihen hätten zu den betroffenen Anlageklassen gehört, wobei sich die Spreads zu Staatsanleihen im Juli ausgeweitet hätten. Der Abbau übermäßig übergewichteter Positionen in Hochzinsanleihen sei auch darauf zurückzuführen gewesen, wie eng die Spreads geworden gewesen seien, aber es gebe Gründe, übergewichtete Positionen in Hochzinsanleihen und insbesondere in europäischen Hochzinsanleihen beizubehalten.

Das Wachstum sei immer noch stark. Die Wirtschaftsdynamik möge sich nicht mehr beschleunigen, bleibe aber stark. Der endgültige Composite PMI für den Euroraum vom Juni sei höher gewesen als der vom Mai, was darauf hindeute, dass der Aufschwung weiterhin fest verankert sei. Angesichts des Anstiegs der COVID-Infektionen sei die Frage berechtigt, inwieweit sich dies als nachhaltig erweisen werde. Aber der bevorzugte Weg der Politiker scheine jetzt zu sein, zu impfen und dann zu lernen, mit der Krankheit zu leben. Es sei schwer vorstellbar, dass es zu einer neuen Runde wirtschaftlicher Lockdowns komme. Darüber hinaus bleibe die Finanzpolitik locker, wobei die Ausgaben von sofortigen Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen auf längerfristige Investitionsstrategien umgestellt würden.

Die Unternehmen scheinen in guter Verfassung zu sein. Das große Risiko für den Hochzinsmarkt seien nach wie vor Herabstufungen und Zahlungsausfälle. Die Kombination aus staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und günstigen Finanzierungsbedingungen habe jedoch dazu geführt, dass die Bilanzen der Unternehmen in guter Verfassung seien. Dies zeige sich in Europa, wo sowohl die Ratingagenturen S&P als auch Moody's für das zweite Quartal 2021 ein Verhältnis von Heraufstufungen zu Herabstufungen von deutlich über 1 ausweisen würden.

Politische Unterstützung durch die EZB werde beibehalten. Die Auswirkungen des neuen geldpolitischen Rahmens der EZB seien auf der letzten Sitzung deutlich gemacht worden: Die EZB werde noch lange Zeit Anleihen kaufen. Die Käufe von Unternehmensanleihen hätten sich im bisherigen Jahresverlauf auf insgesamt 46,4 Mrd. EUR belaufen und obwohl sie sich nicht auf den Markt für Hochzinsanleihen erstrecken würden, dürften die Mittelzuflüsse in Staatsanleihen und Investment-Grade-Kredite, die die Renditen gedrückt hätten, dafür sorgen, dass das Streben nach Rendite als Marktthema bestehen bleibe.

Die Renditeaufschläge für Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen seien aus historischer Sicht nach wie vor eng, aber für den Bloomberg Barclays Liquidity Screened Euro High Yield Bond Index liege der optionsbereinigte Renditeaufschlag (OAS) mit rund 290 Basispunkten immer noch deutlich über den Tiefstständen der letzten fünf Jahre von knapp über 200 Basispunkten. Dasselbe gelte für den US-High Yield Spread, wo der Bloomberg Barclays US Corporate High Yield Bond Index Spread nur 30 Basispunkte von den Tiefstständen entfernt sei, die Anfang Juli 2021 erreicht worden seien.

Der europäische Index stelle auch einen relativ besseren Wert dar, da die direkten Renditen des US-Index zwar höher sein mögen, dies aber auf die höhere Rendite der zugrunde liegenden Staatsanleihen zurückzuführen sei. Tatsächlich seien die Spreads der beiden Indices bemerkenswert ähnlich, d.h. der zusätzliche Renditegewinn, den ein Anleger durch die Übernahme von Kreditrisiken ohne Investment-Grade-Rating in den jeweiligen Märkten erhalte, sei sehr ähnlich. Da die Ratings der beiden Indices gleich seien, scheine dies auf den ersten Blick nicht widersprüchlich zu sein. Allerdings sei der US-Index in der Regel mit einer breiteren OAS gehandelt worden als sein Pendant im Euroraum, und die OAS sei in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 50 Basispunkte breiter gewesen, was zum Teil darauf zurückzuführen sei, dass der US-Index eine um ein halbes Jahr längere Duration aufweise.

Kurz gesagt, Anleger in europäische Hochzinsanleihen würden bei gleichem Renditeanstieg gegenüber dem risikolosen Zinssatz ein geringeres Kursrisiko eingehen. Das höhere Wachstum und die höhere Inflation in den USA in Verbindung mit den Gerüchten über eine Zinsanpassung (die für den Spätsommer erwartet werde) würden bedeuten, dass man bei der Duration in den USA weiterhin vorsichtig sei. Die Duration möge den Anlegern Anfang Juli geholfen haben, aber die Renditen für US-Hochzinsanleger seien wesentlich volatiler. Auffallend sei der bemerkenswert stetige Anstieg der europäischen Hochzinsanleihen. Die Marktschwankungen im Juli hätten nur begrenzte Auswirkungen auf den Bloomberg Barclays Liquidity Screened Euro High Yield Bond Index gehabt, da die Ausweitung des Spreads gegenüber Staatsanleihen fast vollständig durch die Verschiebung der niedrigeren Renditekurven der Staaten ausgeglichen worden sei.

Anleger, die in hochverzinsliche Anleihen investieren möchten, könnten dies mit SPDR ETFs tun, z.B. SPDR Bloomberg Barclays Euro High Yield Bond UCITS ETF und SPDR Bloomberg Barclays 0-5 Year U.S. High Yield Bond UCITS ETF (ISIN IE00B99FL386 / WKN A1W3VZ). (28.07.2021/fc/a/e)






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