SPDR ETFs Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Bereit für einen zweiten Energieschub


22.07.21 15:50
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Die Tendenz zur Reflation hat eine Pause eingelegt, da die Anleger davon ausgehen, dass die aktuellen Inflationsursachen vorübergehend sind und das Wachstum seinen Höhepunkt erreicht haben könnte, so die Experten von State Street Global Advisors.

Dennoch würden die Experten glauben, dass dies zu früh sei, solange sich einige Teile der Wirtschaft noch nicht erholt hätten. Bedenken über neue Corona-Varianten und etwaige Verzögerungen bei der Auslieferung von Impfstoffen könnten dagegen Kaufgelegenheiten bei zyklischen und Value-Anlagen bieten. Verbesserte Gewinnaussichten würden hier die relativen Bewertungen attraktiver erscheinen lassen und viele Anleger seien noch untergewichtet. Passend zu dieser Einschätzung sei der Energiesektor einer der Sector Picks der Experten im Q3 Sector & Equity Compass. Sie würden in diesem Sektor Chancen in den Bereichen Welt, USA und Europa sehen.

Die Zahlen im Sector & Equity Compass würden zeigen, wie stark die relative Performance von Energie im zweiten Quartal und im ersten Quartal gewesen sei und wie sie die Charts hinsichtlich der Zuflüsse in Sektor-ETFs und in Einzeltitel durch institutionelle Anleger angeführt habe. State Street Custody-Daten würden auch die deutliche Untergewichtung durch institutionelle Anleger zeigen.

In der ersten Jahreshälfte 2021 habe der US-Energiesektor eine Nettogesamtrendite von 42 Prozent erzielt (mit MSCI World Energy +30% und MSCI Europe Energy +17%), was auf die besseren Aussichten für Öl- und Gasprodukte und die Möglichkeit, höhere Rohstoffpreise weiterzugeben, zurückzuführen sei. Die umfassenden Anhebungen der Gewinnprognosen hätten die Energieunternehmen zu günstig erscheinen lassen und an den Aktienmärkten sei es zu einem Gerangel um Value-Engagements gekommen.

Die deutlichen Kursgewinne seien trotz des wachsenden Widerstands gegen fossile Brennstoffe zustande gekommen. Regierungen, Gerichte, Aktionäre und Aktivisten hätten sich gegen die Öl- und Gasproduzenten aufgestellt und würden versuchen, deren Produktion und letztlich auch die Emissionen einzuschränken. Sogar die IEA (Internationale Energieagentur), ein Verfechter der Industrie, habe im letzten Quartal eine Kehrtwende vollzogen und vor der Notwendigkeit gewarnt, die Erschließung neuer Ölfelder zu stoppen und ölbasierte Kraftwerke auf dem Weg zu "Net Zero" auslaufen zu lassen.

Es liege ein langer und teurer Weg zur Energiewende vor uns, aber dies werde nun von den Investoren besser verstanden, spiegele sich in den Bewertungen wider und sei zunehmend Teil der Managementpläne der Unternehmen. Wir würden zweifellos mehr von den Öl- und Gasunternehmen hören, wenn sie sich mit Kohlenstoffemissionen befassen würden und dies könnte die Unterstützung von Investoren gewinnen, die den Sektor aus Umweltgründen gemieden hätten.

Im vergangenen Jahr habe die OPEC+-Allianz die globale Ölindustrie vor den Folgen der Pandemie gerettet, indem sie umfangreiche Produktionskürzungen vereinbart habe. Das scheine sich nun zu ändern, denn die großen Ölproduzenten hätten sich gerade auf eine Anhebung der Fördermenge ab August geeinigt. Die neue Vereinbarung beseitige ein hohes Maß an Unsicherheit über das Rohölangebot und die bescheidene Erhöhung scheine sich nicht auf die Preisprognosen der Broker für den Rohstoff auszuwirken.

Die Rohöl-Futures der Sorte Brent würden derzeit bei 71 US Dollar pro Barrel gehandelt und seien damit nicht weit von ihrem diesjährigen Hoch entfernt (mit einem Tiefststand von 51 USD). Dieser Preis spiegele die anhaltende Ölversorgungskrise und die niedrigen Lagerbestände (insbesondere in den USA) wider. Zu der angespannten Angebotssituation komme der erhebliche Nachfrageanstieg durch die wieder anspringende Konjunktur weltweit. Seit Beginn der Impfkampagnen habe die Mobilität der Bevölkerung zugenommen, was die Nachfrage im Transportwesen erhöht habe, sowie die Erholung der Industrieproduktion und der Nachfrage nach Rohstoffen. Die hohen Rohölpreise dürften die Aktienkurse im Energiesektor weiterhin stützen. Weitere Impulse könnten von einer Anhebung der Dividendenzahlungen (die während der Pandemie gekürzt worden seien, um Barmittel zu sparen) und möglichen Aktienrückkäufen ausgehen.

Aktien im Energiesektor seien stark korreliert, würden auf ähnliche Weise auf Marktbewegungen reagieren und Sektor-ETFs zu einem effektiven Anlageinstrument machen. Angesichts des Umfangs des internationalen Handels und der Bedeutung des Ölpreises für die Fundamentaldaten des Sektors seien die Renditen in USD ähnlich, aber auf regionaler Ebene gebe es Unterschiede.

Der US-Sektor habe einen hohen Anteil an vorgelagerten Explorations- und Produktionsaktivitäten, die eine größere operative Hebelwirkung auf die Rohölpreise hätten. Er enthalte auch viele große Ausrüstungs- und Dienstleistungsunternehmen, die von einer späteren Erholungsphase nach einer Rückkehr der Investitionsausgaben profitieren könnten.

Der europäische Energiesektor sei stark konzentriert und fokussiere sich auf 12 Titel, angeführt von ehemaligen nationalen "Dividenden-Champions", die für ihre Ausschüttung bekannt gewesen seien, aber sich im letzten Jahr zur Kürzungen gezwungen gesehen hätten. Die Einkommensverteilung dürfte sich in diesem Jahr deutlich verbessern. Die europäischen Explorations- und Produktionsunternehmen würden einen schnelleren Wandel zeigen, was sich in pragmatischen Veränderungen im Betrieb zeige und dem Willen den Kohlenstoffausstoß zu reduzieren.

Anleger, die in den Energiesektor investieren möchten, könnten dies mit SPDR ETFs tun. Dazu würden folgende ETFs gehören: Der SPDR MSCI World Energy UCITS ETF, der SPDR S&P U.S. Energy Select Sector UCITS ETF (ISIN IE00BWBXM492 / WKN A14QB0) sowie der SPDR MSCI Europe Energy UCITS ETF. (22.07.2021/fc/a/e)





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