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"Supermacht" China: Warum Anleger ihre Allokationen überdenken sollten


28.01.20 14:23
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - China - ein Land so groß wie die USA. Mit dem zweitgrößten Aktienmarkt gehört es zu den wirtschaftlich einflussreichsten Ländern. Nun erobert China auch die Welt der Anleger, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Das Land öffne zunehmend den Markt für ausländische Investoren. Die Gründe seien dabei so alt wie vielfältig: Ein eingeschränkter Marktzugang für ausländische Investoren, mangelnde Datentransparenz und die unzureichende Berücksichtigung in den globalen Referenzindices würden dazu gehören. Doch das ändere sich seit einiger Zeit: China öffne zunehmend den Markt für ausländische Investoren, während chinesische Unternehmen vermehrt international agieren und Waren und Dienstleistungen auf der ganzen Welt anbieten würden. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Kaufkraftparität (KKP) sei China die größte Volkswirtschaft der Welt - bis 2030 werde sie es auch am nominalen BIP sein. "China ist ein großer, ausgereifter und widerstandsfähiger Markt, der zu wichtig ist, um mit anderen Schwellenländern verwässert zu werden", sei Chanchal Samadder, Head of Equities bei Lyxor ETF, überzeugt. "Unseres Erachtens ist es an der Zeit, dass Anleger ihren Ansatz zur Allokation von Schwellenländeraktien überdenken."

Denn der Stellenwert von China-Aktien verschiebe sich zusehend. Dies werde entsprechend von Indexanbietern reflektiert: So hätten MSCI und FTSE Russell Festlandaktien aus China in ihre Referenzindizes aufgenommen, ebenso wie der S&P Dow Jones gegen Ende des vergangenen Jahres. "Viel mehr europäische Investoren investieren ihr Geld in chinesische Unternehmen wie die Technologiegiganten Baidu, Alibaba und Tencent, um vom Erfolg dieser Unternehmen zu profitieren", so Samadder weiter.

Größe und weiteres Wachstum - anhand der Kausalitäten ergebe sich die Frage dem Experten zufolge von selbst: Könne China überhaupt noch als "Emerging Market" verstanden werden? "Emerging Markets" sei 1981 als Begriff geprägt worden, als die Welt ganz anders ausgesehen habe. Schon damals sei eine Reihe heterogener Länder zusammengefasst worden, die bestimmte allgemeine Merkmale aufgewiesen hätten, zum Beispiel den Prozess der Marktreform.

In den Emerging Market-Indices gebe es heute noch sehr unterschiedliche Länder, von Wirtschaftsmächten wie China bis zu Ländern mit sehr unterschiedlichen Größen und Renditetreibern, wie Südafrika, Thailand und Mexiko. Trotz eines bemerkenswerten Wachstums in Bezug auf BIP, Konsum und Bevölkerung sei der Anteil der Schwellenländer an der weltweiten streubesitzbereinigten Aktienmarktkapitalisierung mit 11,8 Prozent weiterhin niedrig. Die Schwellenmärkte, insbesondere China und Indien - die Wachstumstreiber von Asien - würden unterinvestiert bleiben. "Die potenzielle langfristige Chance für Anleger ist zu groß, um sie zu ignorieren. Angesichts der Größe und der zunehmenden Bedeutung des chinesischen Marktes halten wir es für sinnvoll, China als eigenständige Allokation zu betrachten", so Samadder.

ETFs könnten Investment-Überzeugungen auf saubere und einfache Weise Ausdruck verleihen. "Ein reiner Emerging Market-ETF lässt Anlegern die Wahl: Er spiegelt das Universum der Schwellenländer wider und schließt China vollständig aus. Das entspricht unserem Grundsatz, dass das Land nun als eigenständige Anlage betrachtet werden sollte", so Samadder. Anleger könnten dadurch von den dynamischsten Entwicklungsländern weltweit profitieren und eine unabhängige Allokation in China vornehmen. Ein weiterer Vorteil: Auf diese Weise könne das Engagement in China angepasst werden, ohne andere Schwellenländer kaufen oder verkaufen zu müssen. Auch die Kehrseite werde berücksichtigt: Eine solche Lösung gebe Anlegern ebenso die Möglichkeit, chinesische Aktien gezielt zu meiden.

"Egal, wie die persönliche Einschätzung zu China und den Schwellenländern für die Zukunft aussieht - es ist sinnvoll zu überdenken, wie und ob man in die asiatische Supermacht investieren möchte", schließe Samadder. (28.01.2020/fc/a/e)