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Warum Kryptowährungs-ETPs für Investoren positiv sein könnten


29.01.20 10:40
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Investmentlandschaft stark verändert, so David Abner, Senior Digital Assets Advisor bei WisdomTree.

Aufgrund der stark gestiegenen Zahl von Exchange Traded Products (ETPs), die den Investoren zur Verfügung stünden, sei es heute sehr viel einfacher als früher, ein kostengünstiges Portfolio aufzubauen, das ein Engagement in breit gefächerten Anlagen ermögliche.

Gold sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ETPs den Investoren das Leben leichter machen würden. Zwar habe schon vor der Einführung von ETPs auf mehrere Arten in Gold investiert werden können, z.B. durch den Kauf von Barrengold und ein Investment in Goldminengesellschaften, doch es habe keine einfache, kostengünstige Möglichkeit, gegeben um vom Auf und Ab des Goldpreises zu profitieren. Die Einführung von Gold-ETCs - durch die an Gold interessierte Investoren ein Engagement in dem Edelmetall schnell und effizient über ein börsennotiertes Wertpapier erlangen könnten - sei für die Investoren bahnbrechend gewesen.

Kryptowährungen seien möglicherweise die nächste Anlageklasse, die von der Einbindung in einen ETP-Wrapper, also eine ETP-Produkthülle, profitieren könnten. ETPs würden dem Investment in Kryptowährungen voraussichtlich eine neue Dimension verleihen, in mehrerer Hinsicht: Sie könnten die Art und Weise verbessern, auf die Kryptowährungen gehandelt würden, die Transparenz erhöhen und die Gebühren senken, die mit einem Investment in diese neue Anlageklasse verbunden seien. Obwohl die Volatilität in dieser neu aufkommenden Anlageklasse hoch sein könne, befasse sich David Abner hier mit den Hauptvorteilen eines Investments in Kryptowährungen mittels eines ETPs.

Ein Investment in Kryptowährungen sei bisher häufig recht unübersichtlich gewesen. Beispielsweise hätten sich Investoren zunächst an einer digitalen Kryptowährungsbörse anmelden müssen. Dabei sei zu bedenken, dass nicht alle Börsen Zugang zu allen Kryptowährungen geben würden. Um Krypto-Vermögenswerte vor Diebstahl zu schützen, hätten die Investoren daraufhin eine Wallet-Struktur für die Speicherung der Kryptowährung sowie ein Speichersystem für die Wallet-Angaben einrichten müssen. Krypto-Vermögenswerte würden nicht auf dieselbe Weise durch institutionelle Depotbanken geschützt, wie dies bei anderen Anlagen der Fall sei, und einige der größten Kryptowährungsverluste seien auf den Verlust privater Wallet-Schlüssel zurückzuführen. Insgesamt sei das Investieren in Kryptowährungen sehr viel komplizierter gewesen als das Investieren in andere Anlageklassen wie Aktien.

ETPs würden hier für weitreichende Veränderungen sorgen, da sie es den Investoren ermöglichen würden, in Kryptowährungen auf dieselbe Weise zu investieren wie in einen einfachen Indexfonds. Der Investmentvorgang werde dadurch nicht nur rationalisiert, sondern auch kostengünstiger. Ebenso werde er den Investoren den Schutz und die Sicherheit bieten, den sie von modernen Investmentprodukten gewohnt seien. Außerdem werde die ETP-Struktur es den Investoren ermöglichen, mehrere unterschiedliche Investments anhand ähnlicher Messgrößen zu vergleichen, wodurch sie beim Vergleich der Performance und beim Treffen optimaler Investmententscheidungen unterstützt würden.

Transparenz sei eine weitere Schlüsseleigenschaft von Kryptowährungs-ETPs. Die zugrunde liegenden Anlagen, die durch ein ETP gehalten würden, seien letztendlich für die Bewertung des Produkts und seinen Handelspreis auf dem Markt verantwortlich. Aus diesem Grund sei die vollständige Transparenz dieser Anlagen in einem Fonds entscheidend. Diese Eigenschaft mache es möglich, dass ETPs seit ihrer erstmaligen Notierung 1993 zu oder nahe ihrem Zeitwert gehandelt würden.

Der Kryptowährungsmarkt werde voraussichtlich von dieser Transparenz profitieren, da sie das Vertrauen der Investoren stärken dürfte. Die Investoren würden sich bei einer auditierten Website des Emittenten anmelden können, die genau zeige, wie viele Münzen den ausgegebenen Fondsanteilen entsprächen. Gleichzeitig würden sie in der Lage sein, Nettoinventarwerte (NAV) zu generieren, um die Fondsbewertungen zu bestätigen. Des Weiteren dürfte die Klarheit über die in einem ETP enthaltenen Werte das Risiko drastischer Prämien und Abschläge ausschließen.

Letztendlich würden Kryptowährungs-ETPs die Investoren durch eine Erhöhung der Liquidität unterstützen. Wie sich dies bereits bei Gold und anderen Anlagen gezeigt habe, die früher schwer zugänglich gewesen seien, hätten ETPs dazu beigetragen, einen zentralisierten Liquiditätspool für Handel und Bewertungen zu schaffen.

Die Liquidität einer Kryptowährung könne durch die Tatsache erschwert werden, dass die Nominalwerte von mehreren Börsen aggregiert würden. Dieses Problem werde jedoch durch die Struktur von ETPs behoben. Außerdem könnte der zentralisierte Handel an mehreren regulierten Börsen es ETP-Anbietern ermöglichen, als Konsolidierer der zahlreichen Liquiditätsquellen bei Kryptowährungen aufzutreten. Davon würden voraussichtlich alle Marktteilnehmer über das gesamte Spektrum hinweg profitieren.

Die Einführung von Gold-ETCs habe sich stark auf den Goldmarkt ausgewirkt, da der Vorgang des Investierens in Gold dadurch sehr viel einfacher geworden sei als er es früher gewesen sei. Gold-ETPs würden heute Anlagen im Wert von über 100 Milliarden USD halten (Quelle: World Gold Council, 30. September 2019. Gesamtsumme: 134 Milliarden USD). Da wir uns in Richtung einer digitalen Zukunft bewegen, ist es wahrscheinlich, dass ETPs eine ähnliche Rolle dabei spielen werden, den Investoren zu einem Portfolio-Engagement in Kryptowährungen zu verhelfen, so David Abner, Senior Digital Assets Advisor bei WisdomTree, weiter. (29.01.2020/fc/a/e)