XAIA Credit Debt Capital-Fonds: 01/2021-Bericht, Kreditinvestoren verhalten optimistisch - Fondsanalyse


22.02.21 10:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Debt Capital nutzt Bewertungsunterschiede zwischen verschiedenen Refinanzierungsinstrumenten von Schuldnern aus, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Dabei strebe der Fonds einen Ertrag von 3-Monats-Euribor plus 4,5% p.a. nach Kosten an, unabhängig von der allgemeinen Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er nutze vor allem Preisdifferenzen zwischen Instrumenten unterschiedlicher Seniorität eines Referenzschuldners. Dafür investiere der Fonds zumeist in Schuldverschreibungen eines Emittenten und gehe eine geeignete Absicherungsposition über Aktienderivate ein. Dabei werde die Absicherungsposition in der Erwartung aufgebaut, dass sie einen strategieadäquaten Gleichlauf (Korrelation) zur Anlageposition aufweise und zudem mögliche Extremereignisse aufseiten der Schuldner, wie z.B. eine Insolvenz, ausgleiche.

Als Anlageinstrumente stünden alle Instrumente der Kapitalstruktur zur Verfügung, wobei typischerweise in Anleihen, Wandelanleihen, strukturierte und Hybrid-Anleihen sowie in Schuldverschreibungen investiert werde. Zur Absicherung würden Aktienderivate und gegebenenfalls Kreditderivate eingesetzt. Darüber hinaus würden Zins- und Währungsrisiken über geeignete Absicherungsinstrumente weitgehend neutralisiert.

Der Start ins neue Jahr sei von Kreditinvestoren verhalten optimistisch aufgenommen worden, was sich an den eher seitwärts tendierenden Credit-Indices ablesen lasse. Deutlich euphorischer gewesen sei hingegen die Stimmung an den Aktienmärkten, wo unter anderem der DAX und der S&P 500 neue Allzeithochs markiert hätten. Eine kleinere Marktschwäche habe letztendlich dazu beigetragen, dass sich die Bewegungen in beiden Asset-Klassen zum Monatsende hin wieder etwas relativiert hätten. Dass die Unsicherheit ob der Kursentwicklungen speziell an den Aktienmärkten definitiv nicht auf Vorkrisenniveau sei, zeige ein Blick auf den oftmals als Unsicherheitsindikator herangezogenen VIX-Index, welcher etwa zehn Vola-Punkte höher notiert sei als vor einem Jahr.

Vor allem im letzten Quartal des vergangenen Jahres habe sich abgezeichnet, dass viele Emittenten die aktuell vorteilhaften Bedingungen (niedriges Zinsumfeld bei gleichzeitig hohem Anlagebedarf) nutzen würden, um sich neues Fremdkapital am Finanzmarkt zu beschaffen bzw. bestehende Anleihen in längere Laufzeiten zu rollen. Dieser Trend sei im Januar fortgesetzt worden. Die Tatsache, dass selbst im HY-Markt die angekündigten Neuemissionen fast immer am unteren Limit (oder auch darunter) der erwarteten Finanzierungskosten mit teilweise nachträglich aufgestocktem Emissionsvolumen hätten platziert werden können, zeige deutlich die immense Nachfrage am Markt. Die hohe Nachfrage habe sich aber auch in Form von niedrigeren Risikoaufschlägen speziell bei CCC-Papieren gezeigt, welche die besser gerateten HY-Papiere im Januar outperfomt hätten. Zum Monatsende liege die Distress Ratio, also der Anteil der HY-Anleihen mit einem Cash Preis unter 80%, sowohl im amerikanischen als auch im europäischen Markt bei unter 2% und damit auf bzw. nahe der historischen Tiefststände. Letztendlich würden diese Bewegungen in einer Fortsetzung der Kompression der Credit Spreads bezogen auf die Kreditwürdigkeit resultieren. Dieser Effekt sei derzeit im Speziellen auch bei europäischen Banken zu beobachten, was sich in diesem Fall besonders gut an den CDS-Spreads für unterschiedliche Senioritäten desselben Instituts ablesen lasse.

Das oben erwähnte hohe Niveau der impliziten Volatilitäten bei Aktienoptionen bedeute, dass eine Aktienabsicherung selbst trotz gestiegener Aktienkurse im Vergleich zu der Risikokompensation auf einem Kreditinstrument vergleichsweise teuer sei. Dies wiederum schmälere die Attraktivität klassischer Kapitalstruktur-Positionen (gegenläufige Instrumente die Eigen- und Fremdkapitalstruktur betreffend).

Wir haben im Januar zwei Positionen geschlossen, bei denen sich jeweils die Anleiheposition überproportional positiv im Vergleich zur zugehörigen Absicherung entwickelt hat, sodass das Mispricing zwischen den beiden Instrumenten komplett realisiert werden konnte, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Eine dritte Position hätten die Experten ebenfalls abgebaut, da die Wahrscheinlichkeit für den ursprünglich erwarteten Szenariopfad deutlich abgenommen habe und der Trade damit kaum weitere Werthaltigkeit vorhalten könne. Für eine weitere Position hätten die Experten mit dem Abbau begonnen, da sie auch hier keinen weiteren Ertrag durch das Auflösen von Preisverwerfungen erwarten würden.

Im Gegenzug hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH mit dem Aufbau einer Position im europäischen Bankensektor begonnen, bei der Instrumente verschiedener Senioritäten der Fremdkapitalstruktur in einem geeigneten Laufzeitband zum Einsatz kämen. Positionen dieser Art hätten mit der Kompression der Credit Spreads inzwischen wieder an Attraktivität gewonnen. Da derzeit nur wenige klassische Debt-Equity-Positionen unseren Anforderungen zum Aufbau genügen, fokussieren wir uns aktuell auf Preisverwerfungen in Bezug auf die Fremdkapitalstruktur, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Dabei würden Vor- bzw. Nachrangigkeiten, aber auch die Fälligkeitenstruktur bzw. deren Änderungen in die Überlegungen miteinbezogen. Für die Performance von 73 Bp im abgelaufenen Monat habe es keine speziellen Treiber bezüglich Sektor oder Art der Kapitalstruktur gegeben, sondern verteile sich breit über das Portfolio.

Die positive Marktstimmung im Januar sollte aus Sicht der Experten der Universal-Investment-GmbH nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese zum Großteil auf den massiven Eingriffen der Zentralbanken, die letztes Jahr beschlossen worden seien und noch Monate anhalten würden, fuße. Die fundamentalen Probleme speziell im Hinblick auf hohe Schuldenquoten und eine mögliche Zombifizierung der Unternehmen bestünden nach wie vor und hätten sich zum Teil noch verstärkt. Das seien die Hauptgründe, weshalb die Experten der Universal-Investment-GmbH den aktuellen Zustand der Finanzmärkte als deutlich fragiler ansähen als der Blick rein auf die Kursentwicklung vermitteln könnte. Die Experten der Universal-Investment-GmbH seien davon überzeugt, dass temporäre Marktschwächen unumgänglich seien und neue Opportunitäten ermöglichen würden. (Ausgabe vom 29.01.2021) (22.02.2021/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
1.035,43 € 1.035,36 € 0,07 € +0,01% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0644384843 A1JCNM 1.036 € 987,58 €