Xetra-Gold: "Goldpreise im Wochenvergleich wenig verändert"


03.04.20 15:49
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Verglichen mit den vorhergehenden drei Wochen waren die Marktbewegungen und Tagesschwankungen häufig etwas weniger ausgeprägt, so Michael Blumenroth, Rohstoffanalyst für den Xetra-Gold bei der Deutschen Börse AG.

Es sei überflüssig zu erwähnen, dass Covid-19 und dessen schrecklicher Vormarsch über den Globus weiterhin das allgemeine Leben sowie die Finanzmärkte fest in seinen Klauen halte. Zum einen hinsichtlich der gesundheitlichen, zum anderen in Bezug auf die realwirtschaftlichen Auswirkungen.

Nachdem vergangene Woche bereits die Zahl von 3,3 Mio. Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA für einen kleinen Schock gesorgt habe, sei es diese Woche mit 6,6 Mio. Neuanträgen zu einer Verdoppelung dieser Zahl gekommen. Um es ins Verhältnis zu setzen: Der "Rekord" für die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosigkeit habe zuvor bei 0,6 Mio. Neuanträgen gestanden.

Auch wenn einige andere Konjunkturdaten aus den USA erstaunlicherweise etwas besser gewesen seien als prognostiziert, so sei der Arbeitsmarkt natürlich wie in allen anderen Ländern auch im Fokus. Aus Spanien seien gestern ebenfalls recht ernüchternde Arbeitsmarktdaten gekommen. Alles hänge nun scheinbar davon ab, wie schnell sich der Anstieg der Corona-Infektionen eindämmen lasse, und wann es zu einer Beendigung der Lock-Down-Maßnahmen komme.

An den Märkten für Staatsanleihen sei es in dieser Woche etwas auf und ab gegangen - was an dem einen Tag gewonnen worden sei, sei oft am nächsten Tag verloren worden. Auffällig sei der starke Anstieg des US-Dollar gegen viele Währungen gewesen, sei es der Euro, seien es Rohstoffwährungen oder Schwellenländerwährungen. So habe zum Beispiel der Südafrikanische Rand auf ein Allzeittief zurückgesetzt, was tendenziell auf dem Goldpreis gelastet habe (je schwächer der Rand, desto lukrativer für die dortigen Produzenten, Gold zu verkaufen).

Gold werde im direkten Wochenvergleich heute Morgen somit etwas niedriger umgesetzt als am Freitag vergangener Woche um diese Zeit; vergangenen Freitag habe der Goldpreis noch bei 1.622 USD/Unze gelegen. Zu Wochenbeginn am Montag sei es gleich am Wochenhoch bei 1.640 USD/Unze gehandelt worden. Mit dem ansteigenden Kurs des US-Dollar habe Gold dann bis Dienstagabend auf 1.569,50 USD/Unze zurückgesetzt. Seitdem handele es in ständigem Auf und Ab zwischen 1.570 und 1.620 USD/Unze. Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten hätten Anleger gerade gestern wieder beherzt beim Gold zugreifen lassen. Aktuell werde es etwas tiefer bei 1.613 USD/Unze gehandelt.

Der Euro habe im Wochenverlauf deutlich nachgegeben. Der US-Dollar werde nun einmal als sicherer Hafen nachgesucht. Zum anderen sei die US-Notenbank FED sicherlich jene Bank, die weltweit für alle anderen Zentralbanken richtungsweisend sei.

Der Preis von Xetra-Gold sei somit während der üblichen Handelszeiten im Wochenverlauf sogar angestiegen, nämlich von 47,25 EUR/Gramm am vergangenen Freitagmorgen über ein Wochentief von 46,25 EUR/Gramm am Mittwoch bis auf 48,05 EUR/Gramm heute Morgen zum Handelsstart.

Marktbewegungen würden sicher auf absehbare Zeit vom Coronavirus und dessen Folgen beherrscht. Sichere Häfen könnten gefragt bleiben. (03.04.2020/fc/a/e)