grundbesitz global RC Fonds: Was trotz Preisboom für Immobilien spricht


21.11.19 10:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - 11 Millionen Euro für ein High-End-Apartment in der neuen Hamburger Elbphilharmonie, 38.588 Euro pro Quadratmeter: Der Betongold-Boom treibt die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland, so die Experten von DWS im Kommentar zum grundbesitz global RC Fonds (ISIN DE0009807057 / WKN 980705).

Zwar nicht überall so extrem wie in Hamburgs absoluter Top-Lage - aber dennoch deutlich: Im Schnitt hätten sich Häuser und Wohnungen in Deutschland seit 2004 um rund 45 Prozent verteuert. Trotz der gestiegenen Preise sei die Nachfrage nach Immobilien nach wie vor hoch, wie Zahlen belegen würden: Investoren hätten im ersten Halbjahr 2019 mit etwa 8 Milliarden Euro bei Wohnobjekten zugegriffen. Nicht nur die Kaufpreise, auch die Mieten hätten in den vergangenen Jahren kräftig angezogen - vor allem in den Ballungszentren. In Berlin etwa seien sie zwischen 2000 und 2019 jährlich im Schnitt um 2,8 Prozent gestiegen. Das sei erfreulich für Eigentümer, belaste aber Mieter zunehmend. Daher wolle der Berliner Senat jetzt einen Mietendeckel einführen.

Investoren würden sich fragen: Lohne ein Einstieg auf dem aktuellen Niveau überhaupt noch? "Zwar könnten die diskutierten staatlichen Eingriffe für Unsicherheit sorgen, allerdings liefern die Fundamentaldaten in vielen Regionen Deutschlands immer noch gute Argumente für den Kauf von Wohnimmobilien", erkläre Taskin Mutlu, Immobilienfondsmanager bei der DWS. Ein Grund: Es gebe immer mehr Haushalte, aber die Baugenehmigungen würden mit dem Anstieg nicht Schritt halten. "Das könnte die Angebotsknappheit vielerorts sogar noch verstärken", so der Fondsmanager. "Schlagen die diskutierten staatlichen Eingriffe keine zu hohen Wellen, dürften die Besitzer von Wohnimmobilien weiterhin von relativ stabilen Einnahmen und einer hohen Wertbeständigkeit ihrer Immobilien ausgehen", so Mutlu. Hinzu kämen neue Trends, die möglicherweise die Nachfrage noch befeuern könnten, zum Beispiel Co-Living: In dieser modernen Form der WG würden einzelne Zimmer innerhalb einer Wohnung vermietet - hochwertig möbliert, mit Reinigungsdienst, Internetzugang und manchmal sogar inklusive Spotify-Vertrag.

Abgesehen von Investments in Wohnimmobilien könnte nach wie vor ein Blick in Richtung Gewerbeimmobilien wie etwa Büros oder Shoppingcenter für Investoren interessant sein. Sie würden im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine echte Investmentalternative darstellen: "Obwohl auch hier die Kaufpreise in einigen Marktsegmenten bereits stark gestiegen sind, bieten Gewerbeimmobilien in Europa wie zum Beispiel Büros nach einer Prognose der DWS bis zum Jahr 2023 Renditechancen deutlich oberhalb der Inflationsrate", sage Fondsmanager Mutlu. "Im Vergleich zu den in Deutschland beliebten konservativen Anlageformen kann sich das sehen lassen." Deutsche Staatsanleihen zum Beispiel würden derzeit quasi keine laufende Verzinsung mehr bieten. Diese werde maßgeblich vom Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bestimmt - und die EZB habe deutlich gemacht, dass sie an ihrer Politik des billigen Geldes so schnell nichts ändern werde. Zwar würden Immobilien keine Zinsen ein wie Anleihen bringen. Aber dafür würden sie stetige Mieterträge abwerfen, die Anlegern von offenen Immobilienfonds zum Beispiel über regelmäßige Ausschüttungen zugute kommen könnten.

Offene Immobilienfonds könnten Anlegern neben Ausschüttungen aber noch weitere Vorteile bieten: Professionelle Fondsmanager würden ein Portfolio aus ganz unterschiedlichen Bausteinen wie Büros oder Hotels, aber auch Logistikimmobilien aus verschiedenen Städten und Ländern aufbauen. Diese breite Streuung dämpfe die Risiken einzelner Märkte. Schwächele ein Standort oder Sektor, könnten andere diesen Effekt abfedern. Das gelte übrigens auch für das gesamte Ersparte des Anlegers: Weil sich die tendenziell eher langfristig orientierten Immobilienfonds in der Regel relativ unabhängig vom Aktienmarkt entwickeln würden, könnten sie das gesamte Depot stabilisieren. (Ausgabe vom 20.11.2019) (21.11.2019/fc/a/f)






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