nordIX Treasury plus- und nordIX Basis Fonds: Wiederanlage als Problem - Fondsanalyse


22.11.19 12:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Es ist eine verrückte Welt - negative Zinsen sind das neue Normal, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Deutsche Staatsanleihen würden selbst bei 30 Jahren Laufzeit mit einer kaum wahrnehmbaren Rendite von knapp über null rentieren, und sogar Anleihen von Siemens versprächen erst ab einer Laufzeit von sechs Jahren eine positive Rendite. Ein Silberstreif am Zinshorizont sei nicht in Sicht.

Jens Franck, Portfolio Manager beim Hamburger Fixed-Income-Spezialisten nordIX, erläutere im Gastbeitrag, welche innovativen Fixed-Income-Lösungen nordIX ihren Investoren biete, um Erträge im Niedrigzinsumfeld zu erwirtschaften.

25 Prozent der weltweit ausstehenden Investment-Grade-Anleihen würden inzwischen eine negative Rendite aufweisen. Für all diejenigen, die in Anleihen investiert seien, sei dies eigentlich eine gute Nachricht: Wer Anfang 2019 eine Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit gezeichnet habe, freue sich darüber, dass der Titel heute mit einem Kurs von knapp über 105 Prozent gehandelt werde; eine Year-to-Date-Performance von über 5,56 Prozent. Wer nun aber darüber nachdenke, die Kursgewinne zu realisieren, sei unausweichlich mit der Frage konfrontiert, wie die Erträge sinnvoll reinvestiert werden könnten, ohne neuerliches Risiko aufzubauen.

Welche drei Strategien setze nordIX in seinen verwalteten Sondervermögen ein, um Rendite zu erwirtschaften und Erträge zu optimieren?

Idee 1: Mehr Rendite im höheren Rang

Auch wenn die Zinsentwicklung, insbesondere für den Banken- und Versicherungssektor, eine Bürde darstelle, sei die Branche, gerade angesichts der stetig steigenden regulatorischen Anforderungen, als Anleiheschuldner in der Regel eine solide Wahl. Möchten Investoren mit Rentenpapieren der "Financials" eine positive Rendite erzielen, sei allerdings meist der Blick in die zweite Reihe, also in den Bereich der Nachranganleihen, erforderlich. Hier fänden sich Möglichkeiten, auch im Laufzeitenband unter fünf Jahren noch Renditen von mehr als drei Prozent zu realisieren. Ein Beispiel sei eine 2028 fällige, allerdings 2023 vorzeitig kündbare Nachranganleihe höheren Ranges (Tier-2 beziehungsweise Ergänzungskapital) der IKB Bank. Die Anleihe biete immer noch eine Einstandsrendite von 4,85 Prozent auf den Call 2023 gerechnet und generiere damit eine positive Realverzinsung, zumal die Bank aus regulatorischer Sicht vollumfänglich berichte.

Ein weiteres Beispiel sei eine "Restricted" Tier-1-Anleihe der niederländischen Versicherungsgruppe ASR Nederland NV. Die Anleihe sei ursprünglich 2017 mit einem Kupon von 4,625 Prozent begeben worden, nun habe die Emittentin den Kapitalmarkt erneut "angezapft" und die ursprüngliche Emission von 300 Millionen Euro um weitere 200 Millionen aufgestockt. Der Titel habe Investoren eine stolze Einstandsrendite von über vier Prozent geboten. Die ASR ist nach unserem Dafürhalten solide aufgestellt und hat für das erste Halbjahr 2019 sowohl aus regulatorischer als auch aus ökonomischer Sicht überzeugende Zahlen geliefert. Die wichtige Solvency-II-Ratio belaufe sich auf ausreichende 191 Prozent, und die nicht minder bedeutsame Combined- beziehungsweise Schaden-Kosten-Ratio liege in allen Segmenten deutlich unter den vergleichbaren Werten des Jahres 2018.

Idee 2: Abschöpfen von Neuemissionsprämien

Wer sich aktiv mit den Neuemissionen am Anleihenmarkt beschäftige, erkenne immer wieder vielversprechende Gelegenheiten, bei denen ein Emittent die Platzierung seiner neuen Anleihen durch einen entsprechenden Renditeaufschlag erleichtern wolle. Ein Beispiel sei eine Neuemission des französischen Unternehmens La Poste, der staatlichen Postgesellschaft, die im September 2019 mit einem Kupon von 0,375 Prozent auf den Markt gekommen sei. Mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Rating von "A" eine solide, aber auch nicht außerordentlich verlockende Ausstattung. Attraktiv an diesem Titel, der zu einem Preis von 99,953 Prozent auf den Markt gekommen sei, sei allerdings die Neuemissionsprämie von etwa 20 Basispunkten im Vergleich zu bestehenden Anleihen desselben Emittenten mit gleicher Laufzeit gewesen. Wer die Anleihe zum günstigen Zeichnungspreis erworben habe, habe sich über eine sehr positive Kursentwicklung freuen können, da der Titel den Renditeaufschlag in Form von Kursgewinnen relativ schnell aufgegeben habe.

Auch wenn dieser Kursanstieg auf ein Niveau von mehr als 101 Prozent innerhalb weniger Wochen nicht nur auf den Abbau der Neuemissionsprämie, sondern ganz wesentlich auch auf Zinseffekte zurückzuführen sei, könne durch die Teilnahme an solchen Neuemissionen doch in vielen Fällen ein attraktiver Zusatzertrag vereinnahmt werden. Dieser sei oft höher als der laufende Kupon des zugrunde liegenden Titels. Im Einzelfall hänge es sehr von der Ausstattung der neuen Anleihe, vom ausstehenden Volumen und von der Liquidität des Titels ab, ob und in welchem Zeitraum sich der Preis einer Neuemission an die ausstehenden Anleihen annähere und ob tatsächlich eine Neuemissionsprämie realisiert werden könne.

Idee 3: Prämieneinnahmen mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps)

Eine dritte Alternative zur Steigerung des Ertrags bei Wiederanlagen sei die Nutzung von Credit Default Swaps, die allerdings nur institutionellen Investoren beziehungsweise Investmentfonds vorbehalten sei. Der Anlagenotstand am Anleihenmarkt und die Erwartung der positiven Wirkung des neuen Anleihenkaufprogramms der EZB würden in vielen Fällen zu einer nachfrageinduzierten Einengung der Credit Spreads führen, die Preise der am Markt erhältlichen Anleihen seien hierdurch häufig höher als der unter Berücksichtigung des Kreditrisikos theoretisch angemessene Preis. In diesem Fall könne es sinnvoll sein, statt eines Anleihekaufs den Verkauf eines Credit Default Swap (CDS) in Erwägung zu ziehen; beide Transaktionen würden einhergehen mit der Übernahme des Kreditausfallrisikos durch den Emittenten. Mitunter übersteige die Prämie, die man bei Veräußerung des CDS erhalte, den in der Rendite der Anleihe enthaltenen Risikoaufschlag.

Beispielhaft sei der französische Immobilienentwickler Unibail-Rodamco genannt, der über ein solides "A"-Rating verfüge: Wer als Sicherungsgeber für andere Investoren auftrete und diese bei Zahlungsausfall von Unibail-Rodamco entschädige, erziele eine Überrendite von 0,21 Prozent per annum gegenüber dem Kauf einer vergleichbaren Anleihe desselben Emittenten. Aus Risiko- und Renditesicht seien sowohl der Käufer der Anleihe als auch der Sicherungsgeber der Kreditausfallversicherung dem gleichen Risiko ausgesetzt, nämlich dem Zahlungsausfall.

Die nordIX AG sei auf die Entwicklung und Umsetzung von Fixed Income- und Credit-Strategien spezialisiert und bringe diese Kompetenz unter anderem beim Management des nordIX Treasury plus und des nordIX Basis UI ein. (Ausgabe 3/2019) (22.11.2019/fc/a/f)






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