Alexander Wagner: "Wir glauben fest an aktives Management" - Fondsnews


29.05.19 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Mit einem verwalteten Fondsvolumen von rund 19 Milliarden Euro ist der Privatfonds: Kontrolliert von Union Investment inzwischen der größte in Deutschland aufgelegte Fonds - noch vor dem Top Dividende der DWS, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Redaktion habe das Konzept von Fondsmanager Alexander Wagner genauer hinterfragt.

Auf den ersten Blick wirke der Mitte 2010 aufgelegte Privatfonds: Kontrolliert von Union Investment wie ein Dachfonds. Über 90 Prozent des Wertpapiervermögens des mit einem Volumen von knapp 19 Milliarden Euro größten in Deutschland aufgelegten Fonds seien in hauseigene sowie gruppenfremde Investmentfonds investiert. Im gemeinsamen Analysegespräch mit Dirk Arning, Vorstand des Researchhauses Drescher & Cie., könne Alexander Wagner als verantwortlicher Fondsmanager nachvollziehbar erläutern, warum eine Einordnung als Dachfonds zu kurz greifen würde. Wagner verweise dabei auf das von ihm mitentwickelte Fondskonzept, das in erster Linie auf einer durchaus komplexen Volatilitätssteuerung beruhe.

Als eine Art Motor hinter dem Fondskonzept stehe der von Union Investment entwickelte sogenannte "M4-Ansatz". Die Abkürzung stehe für vier wesentliche Elemente, die das Management des Fonds bestimmen würden. "Multi Asset" bedeute, dass der Fondsmanager in nahezu alle Assetklassen investieren könne, unter "Multi Instrument" verstünden die Union-Leute die Nutzung verschiedenster Anlagevehikel wie hauseigene und fremde Investmentfonds, ETFs, aber auch Einzelwerte sowie Optionen und Derivate. Unter dem Aspekt "Multi Management" setze Wagner nicht nur auf die Expertise der hauseigenen Kollegen in Fondsmanagement und Analyse, sondern auch auf die Ideen externer Fondsmanager. Und unter dem Stichwort "Multi Alpha" werde versucht, möglichst viele und unterschiedliche Ertragsquellen für den Fonds zu nutzen.

In den meisten Jahren seit der Auflage habe das ausgereicht, um den Durchschnitt seiner Peergroup "Mischfonds Euro defensiv global" zu übertreffen. 2013 und 2017 sowie auch im bisherigen Jahresverlauf habe Wagner sogar den Vergleichsindex der Gruppe schlagen können, obwohl das Übertreffen einer Benchmark gar nicht zum Grundkonzept des Fonds gehöre. Sein eigentliches Ziel einer maximalen Schwankungsbreite des Fondswerts von vier Prozent habe der Fondsmanager erreicht, für 2018 stehe allerdings erstmals seit sechs Jahren mit positiver Performance ein dickes Minuszeichen von sieben Prozent vor der Wertentwicklung. Anlass genug, dem Konzept einmal etwas näher auf den Grund zu gehen.

Die besten Zitate aus dem Gespräch mit Union-Investment-Fondsmanager Alexander Wagner:

"Dass der Privatfonds: Kontrolliert inzwischen der größte in Deutschland aufgelegte Fonds ist, hat zum einen sicher etwas mit der Vertriebskraft der Volks- und Raiffeisenbanken zu tun. Zum anderen hat dabei auch eine bisher nie erlebte Situation an den Spar- und Anlagemärkten eine Rolle gespielt. In einer Phase extrem niedriger Zinsen suchen einerseits viele Bankkunden natürlich nach Alternativen zu traditionellen Anlageformen wie Sparbuch oder Festgeld. Andererseits lohnt es sich auch für die Banken selbst nicht mehr, Kundengelder auf Sparbüchern zu halten."

"Wir nutzen derivative Instrumente sowohl zu Absicherungszwecken als auch um bestimmte Quoten besser steuern zu können. Speziell in Bezug auf das kurzfristige Erhöhen oder Absenken der Aktienquote im Fonds eignet sich der Einsatz von Derivaten, denn das sind liquide Instrumente, die sich gerade im Management großer Volumina bewähren und vor allem kostengünstig sind."

"Ein Fonds mit diesem Konzept und dieser Größe lässt sich nur erfolgreich managen, wenn man arbeitsteilig vorgeht. Konkret bedeutet das: Ich selbst arbeite sehr stark Top-Down-getrieben und treffe die Entscheidungen in Bezug auf die generelle Allokation, die Aufteilung des Fonds in Bezug auf Regionen und Sektoren sowie im Hinblick auf die Duration des Anleihensegments. Wenn es um die dafür sinnvolle Auswahl von Einzeltiteln geht, dann greife ich auf die Expertise meiner Kollegen zurück."

"Wir kaufen grundsätzlich keinen Zielfonds, mit dessen Fondsmanager wir nicht vorher persönlich gesprochen haben. Meine Kollegen und ich führen in einem Jahr rund 500 solcher Gespräche, um herauszufinden, wie die Performance eines bestimmten Fonds zustande kommt und wie dessen Risikomanagement funktioniert. Das ist ein extrem wichtiger Teil unser Zielfondsauswahl."

"Wir glauben fest an aktives Management, sowohl intern wie auch extern. Für einen Portfoliomanager ist es natürlich immer nur dann sinnvoll, einen aktiven Fonds zu kaufen, wenn er davon überzeugt ist, dass dieser Fonds ihm einen Mehrwert nach Kosten liefert, der höher ist als das Ergebnis eines entsprechenden Index oder eines passiven Instruments." (29.05.2019/fc/n/s)





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