Erweiterte Funktionen

Auf der Suche nach alternativen Fondsstrategien - Fondsnews


03.05.16 14:48
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Anleihen und Aktien laufen im Gleichklang, so die Experten von "FundResearch".

Den "risikolosen Zins" gebe es de facto auch nicht mehr. So verwundere es nicht, dass sich immer mehr Anleger alternativen Anlagestrategien zuwenden würden, die unabhängig von Börsentrends positive Renditen versprechen würden.

In der Vergangenheit seien Mischfonds die Lieblinge der Anleger gewesen. Kein Wunder: Sowohl die Aktien- als auch die Anleihenmärkte hätten in den vergangenen Jahren geboomt. Die Herausforderung für viele Mischfonds bestehe nun darin, dass der Anleihenmarkt kaum noch attraktive Investitionschancen biete. Gehe es an den Aktienmärkten steil nach unten, wie zuletzt Anfang dieses Jahres, könnten Mischfonds ihre eigentliche Stärke - die Diversifikation auf zwei entgegengesetzt korrelierende Anlageklassen - kaum noch ausspielen.

Bei der Suche nach Lösungen, die unabhängig von Börsentrends positive Renditen erwirtschaften könnten, würden deshalb immer mehr Anleger alternative Investmentfonds favorisieren, die der europäischen Investment-Richtlinie UCITS entsprechen würden. Die neuen Konzepte würden sich derzeit zum neuen Verkaufsschlager mausern: Seit Anfang 2015 sei das verwaltete Vermögen der sogenannten Liquid Alternatives bereits um rund ein Drittel auf 326 Milliarden Euro gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2013 habe sich das Bestandsvolumen nahezu verdoppelt. Besonders gefragt seien alternative Multi-Asset-Fonds sowie Long/Short- und marktneutrale Aktienfonds gewesen.

Die größte Stärke alternativer Fonds liege wohl darin, dass sie kaum mit anderen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen korrelieren würden. Das werde dadurch erreicht, dass die Fondsmanager beispielsweise Teile des Fondsvermögens in weniger liquide Anlagen investieren oder mit Hebeleffekt am Optionsmarkt agieren würden. Liquid Alternatives könnten dadurch einen Diversifikationsbeitrag leisten, um Portfolios in schwierigen Marktphasen zu stabilisieren.

Eine Analyse des Hamburger Verlags- und Analyseunternehmens Absolut Research zeige, dass eine Reihe alternativer Strategien im ersten Quartal deutlich geringere Maximalverluste aufgewiesen habe, als sie an den Aktienmärkten aufgetreten seien. Während der MSCI World, gemessen in Lokalwährungen der enthaltenen Aktien, bei Betrachtung der Monatsrenditen einen Maximalverlust von sieben Prozent aufgewiesen habe und das Quartal durch die Mitte Februar einsetzende Rally mit einer Rendite von minus zwei Prozent beendet habe, hätten Equity Long/Short-Fonds nur vier bis fünf Prozent an Wert verloren. Managed-Futures-Fonds, die im März leichte Verluste erlitten hätten, hätten im 1. Quartal 2016 dennoch einen Gewinn erzielen können.

Obwohl Liquid Alternatives oftmals Hedgefonds-Strategien nutzen würden, seien sie durch die Anwendung der UCITS-Regeln täglich handelbar. Damit seien sie nicht nur für institutionelle Investoren, sondern auch für Privatanleger geeignet. Wie die Absolut Research-Studie zeige, würden tatsächlich immer mehr private Anleger diese Möglichkeit nutzen und zu Liquid-Alternatives-Fonds greifen, um Verluste am Aktienmarkt abzufedern sowie einen Ersatz für gering verzinste Anleihen zu haben.

So sei der Analyse zufolge das verwaltete Vermögen von Multi-Asset-Fonds sowie Long/Short- und marktneutralen Aktienfonds innerhalb von zwölf Monaten auf 121 Milliarden Euro (+ 4 Milliarden Euro) bzw. 105 Milliarden Euro (+ 5 Milliarden Euro) gestiegen. Aus alternativen Anleihefonds hätten sich Investoren hingegen zurückgezogen. Das verwaltete Vermögen in dieser Fondskategorie sei um 6,5 Milliarden Euro auf nunmehr 84 Milliarden Euro gesunken.

Dass sich dieses Fondssegment immer nachhaltiger etabliere, zeige auch ein Blick auf die Größe der Produkte. Unter den mehr als 950 analysierten Fonds würden sich mittlerweile knapp 80 Fonds befinden, die mindestens eine Milliarde Euro verwalten würden. Einige Fonds seien sogar noch deutlich größer. Der größte Fonds in diesem Segment verwalte mittlerweile mehr als 30 Milliarden Euro. (03.05.2016/fc/n/s)