Aufgeraucht: Weshalb der Cannabis-Hype an der Börse vorbei ist - Fondsnews


22.11.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die einst performancestarken Aktien von Cannabis-Produzenten sind für Anleger seit einigen Monaten ein Grund zur Trauer: Die meisten der Firmen erwirtschaften keine oder nur kleine Gewinne - oder müssen sogar wachsende Verluste ausweisen, berichtet die Neuer Zürcher Zeitung (NZZ), so die Experten von "FONDS professionell".

Der kanadische Marihuana-Index sei demnach von seinem Höchststand von 972 Punkten im Januar 2018 auf 211 Punkte am 17. November abgesackt. Auch entsprechende Branchenfonds wie der WS-HC-Hanf Industrie Aktien Global würden laut Berechnungen den Fondsdatendienstes Mountain View zu den größten Verlierern der vergangenen zwölf Monate leiden und zählen.

Ursprünglich hätten Anleger große Hoffnungen in die Branche gesetzt. Einer der Anlässe für ihren Optimusmus: Vor etwas mehr als einem Jahr habe die kanadische Regierung unter Premier Justin Trudeau ein Versprechen aus dem Wahlkampf 2015 eingelöst. Seit Oktober 2018 dürfe Marihuana ohne strafrechtliche Folgen für "Freizeit- und Erholungszwecke" verwendet werden. Trudeaus Ziel sei dabei weniger gewesen, der Cannabis-Industrie zur Blüte zu verhelfen, sondern dem Schwarzmarkt das Wasser abzugraben.

Die Branche habe daraufhin das Gründerfieber gepackt: Eine Vielzahl an neuen Marihuana-Firmen sei aus dem Boden geschossen und habe sofort an die Börse gedrängt. "Alte und neue Produzenten und ihre Zubringer überboten sich in Heilsbotschaften und Renditeversprechen, und es gab am Anfang viele Publikationen zum Thema", erinnere sich die NZZ. Warnende Stimmen seien in den Wind geschlagen worden. Nun sei statt Kursrausch Katerstimmung angesagt.

Zwei Hauptursachen habe der Cannabis-Crash laut NZZ: Zum einen sei es nur wenigen der Jungunternehmen gelungen, sich rasch mit Firmenpartnern zusammenzutun, die in anderen konsumnahen Sektoren aktiv seien. Zum anderen finde der Hauptteil des Marihuana-Business trotz Trudeaus' Vorstoß weiter im Dunkeln statt: Schätzungen würden davon ausgehen, dass der legale Markt derzeit nur zwischen zwölf bis 30 Prozent der Transaktionen abdecke, der Schwarzmarkt also nach wie vor dominiere. (22.11.2019/fc/n/s)





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