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ETFs vor Rekordwert - neue EU-Richtlinie bringt zusätzlichen Schub - Quirin Privatbank profitiert - ETF-News


15.11.17 13:29
quirin bank

Berlin (www.fondscheck.de) - Auf einen neuen Rekordwert von 650 Milliarden Euro könnte das Volumen börsennotierter Indexfonds (ETFs) in Europa schon im kommenden Jahr steigen. Das belegen Schätzungen der volkswirtschaftlichen Abteilung der Quirin Privatbank.

So habe sich das Kapital der erst zur Jahrtausendwende in Europa eingeführten ETFs allein in den letzten fünf Jahren verdreifacht. "Mit ETFs können Privatanleger kostengünstig und transparent an der Wertentwicklung der weltweiten Kapitalmärkte teilhaben", erkläre Professor Dr. Stefan May, Kapitalmarktforscher und Leiter des Anlagemanagements der Quirin Privatbank. "Deshalb spielen ETFs schon seit Gründung unseres Finanzinstituts vor zehn Jahren die zentrale Rolle in unserer Vermögensverwaltung für Privatkunden. Als unabhängige und provisionsfrei arbeitende Privatbank haben wir inzwischen ein marktführendes Know-how in diesem Bereich und prüfen jeden ETF auf Herz und Nieren, bevor er ins Depot der Anleger gelangt." Dies würde angesichts eines immer unübersichtlicher werdenden ETF-Marktes zunehmend wichtiger, so May.

Anders als die meisten Investmentfonds würden viele ETFs keine aktive Aktien-Auswahl betreiben. Sie würden bestimmte Märkte wie z. B. den europäischen Aktienmarkt nur durch Besitz der Aktien etwa des EURO STOXX 50 nachbilden. Deshalb würden bei ETFs auch kaum Gebühren anfallen, da keine Fondsmanager bezahlt werden müssten. "ETFs passen perfekt zu unserer Philosophie - allerdings müssen es die Richtigen sein", erkläre Professor May. So lehne die Quirin Privatbank jegliche Provisionen von Fondsmanagern ab, die ihr für den Verkauf von Fondsanteilen an Bankkunden geboten würden. Sie finanziere sich allein aus den Honoraren der Kunden für ihre Leistungen. "Nur so können wir wirklich unabhängig und über ein breites Spektrum von Anlageprodukten beraten", erkläre Stefan May. Zugleich verfolge die Bank bei der Vermögensverwaltung nicht den Versuch, durch Auswahl bestimmter Aktien den Gesamtmarkt dauerhaft schlagen zu wollen - und setze daher schwerpunktmäßig auf geeignete ETFs.

Für provisionsorientierte Banken und Anlageberater dagegen seien ETFs völlig uninteressant. "Die höchsten Provisionen erhalten sie von Fonds, die mit einer angeblich besseren Aktienauswahl oder sonstigen Aktivitäten höhere Renditen als der Markt versprechen", wisse Professor May. "Ein Verspechen, das letztlich aber nicht gehalten werden kann", so der Anlageexperte.

Ab 2018 könnte die EU-Richtlinie zur Verbesserung der Transparenz und Integrität der Märkte und des Anlegerschutzes (MiFID II) aber etwas ändern. "Ab kommendem Jahr müssen provisionsbezahlte Anlageberater ihren Kunden genauestens offenlegen, was sie an Provisionen beim Verkauf von Fondsanteilen kassieren", so Professor May. Das würde vielen Kunden die Augen dafür öffnen, dass sie die vermeintlich "kostenlose" Provisionsberatung in Wirklichkeit teuer zu stehen komme. Und die Bankberater würden sich fast gezwungenermaßen mit ETFs beschäftigen müssen - wenn sie ihren Kunden überhaupt noch etwas Vernünftiges anbieten wollten. (15.11.2017/fc/n/e)