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Fondsbarometer: Nervenprobe im Oktober - Fondsnews


07.11.18 14:33
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Oktober 2018 brachte fast alle Fondsbesitzer gehörig ins Schwitzen, eine kräftige Korrektur in der Mehrzahl der Märkte bescherte 52 von 56 Regionen- und Branchenfonds Verluste, wie das aktuelle "FONDS professionell"-Fondsbarometer zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Dass der Monat Oktober aus Börsensicht gefürchtet werde, sei in diesem Jahr wieder einmal gut nachzuvollziehen gewesen. Nach einem bisher durchwachsenen Jahresverlauf seien Fondssparer vom Herbst mit zum Teil deutlichen Wertverlusten begrüßt worden. Was wirklich für den Stimmungsumschwung gesorgt habe, sei wie stets in solchen Fällen nicht wirklich klar. Eine Mischung aus Angst vor einem Ende der Hochkonjunktur und Sorge angesichts eines fast zehn Jahre anhaltenden Aufschwungs an vielen Aktienmärkten habe eine Verkaufswelle ausgelöst, von der nahezu alle Regionen und Branchen betroffen gewesen seien. Aber genauso rasch wie die Nervosität aufgekommen sei, habe sie sich auch wieder gelegt. Schon vor Monatsende habe eine Erholung eingesetzt, die bisher anhalte.

Wie die monatliche Auswertung zeige, seien nur "Brasilien-" und damit auch "Südamerika-Fonds" von Verlusten verschont geblieben. Allerdings sei dies ausschließlich auf den Wahlsieg des rechtskonservativen Jair Bolsonaro zurück zu führen. Der Politiker werde zwar auch im West äußerst kritisch beurteilt, aus Investorensicht gelte er jedoch als "marktfreundlich". Und sollte er tatsächlich gegen die Korruptionsprobleme des Landes angehen, könnte dies auch der Börse weiterhin helfen.

An der Nulllinie hätten sich im Oktober "Versorger" und Fonds halten können, die in "Edelmetalle" investieren würden. Man könnte daraus schon eine Handlungsanleitung für die nächste Panik ableiten: Wenn es an den Börsen tatsächlich zu einer nachhaltigeren Trendwende komme, seien Edelmetall-Fonds mangels anderer Alternativen vermutlich keine schlechte Alternative. Alle anderen Aktienfonds würden hingegen - wie der Oktober gezeigt habe - im Fall einer stärkeren Panik mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen. Wie die Aufstellung der Experten zeige, hätten die Verluste im Oktober zwischen zwei und 13 Prozent gelegen. Wie ein global diversifiziertes Aktienportfolio in solch einem Fall abschneiden würde, zeige die Kategorie "Welt", die im Vormonat 5,73 Prozent billiger geworden sei.

Fürs erste scheine die Gefahr eines nachhaltigen Absturzes der Aktienmärkte gebannt zu sein. Der Montagsbeginn sei im November positiv verlaufen. Viele Analysen seien im Verlauf der Turbulenzen auch zu dem Schluss gelangt, dass es aus fundamentaler Sicht noch keine gravierenden Anzeichen für ein Ende des weltwirtschaftlichen Aufschwungs gebe.

Der wichtigste Treibstoff für die Aktienbörsen seien aber die Zinsen. Bisher würden Anleger nur in den USA wieder Zinsen für ihre Einlagen erhalten, in Europa und Japan gebe es real nach wie vor keine Renditen für Spareinlagen. Solange es hier keine grundlegende Veränderung gebe, könne das positive Aktienumfeld intakt bleiben. Der Oktober habe allerdings auch gezeigt, wie groß die Nervosität der Investoren bereits sei, und wenn eine Wende bei Zinsen erkennbar werde, dürfte es extrem schnell gehen.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS professionell" Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Dezember. (07.11.2018/fc/n/s)