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Fondskosten: Was beim Anbieter ankommt - und was beim Vertrieb


21.09.21 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Asset Manager müssen sich regelmäßig für angeblich zu hohe Verwaltungsgebühren rechtfertigen, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Vertriebskosten würden im Schnitt 38 Prozent der Gebühren eines UCITS-Fonds ausmachen. Zu diesem Ergebnis komme der europäische Branchenverband Efama in einer aktuellen Erhebung. Bei Misch- und Aktienfonds liege die Quote im Mittel bei 39 Prozent, Rentenprodukte kämen auf 36 Prozent, heiße es in der Studie "Perspective on the costs of UCITS", für die rund 2.100 Sondervermögen analysiert worden seien. An die Asset Manager selbst würden demnach nur 41 Prozent der Gebühren fließen. Den Rest würden sich das Finanzamt, die Verwahrstelle und andere Beteiligte teilen.

Damit rüste sich die Efama für die Diskussion um angeblich überhöhte Fondskosten. Nicht nur Verbraucherschützer, auch die europäische Wertpapieraufsicht kritisiere regelmäßig die Produktgebühren, die die Rendite der Anleger zum Teil massiv schmälere. Mit ihrer Studie könne die Efama nun argumentieren, dass es gar nicht die Produktanbieter seien, die für die hohen Kosten verantwortlich seien - sondern die Vertriebe.

Der Auswertung des Verbands zufolge gehe bei einigen aktiv gemanagten Produkten mehr als die Hälfte der Gebühren für den Vertrieb drauf. Von insgesamt 1.125 analysierten Aktienfonds hätten 458 zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtgebühren an den Vertrieb weiter geleitet. Bei 107 Sondervermögen liege dieser Anteil sogar bei 50 bis 60 Prozent. Mit Blick auf Rentenfonds falle das Ergebnis moderater aus: Von 750 ausgewerteten Portfolios würden 298 zwischen 30 und 40 Prozent der Gebühren an den Vertrieb weiterleiten, bei 221 seien es zwischen 40 und 50 Prozent.

Die Studie beleuchte auch, was die erwähnten Anteile für die Gebühren insgesamt bedeuten würden. Über alle Anlageklassen hinweg würden sie jährlich 1,68 Prozent des Fondsvermögens betragen. Davon würden im Mittel 0,64 Prozentpunkte auf den Vertrieb entfallen. Bei Aktienfonds, die durchschnittlich 1,96 Prozent kosten würden, seien es 0,77 Prozentpunkte. Für Rentenportfolios im UCITS-Mantel würden im Schnitt Gesamtkosten von 1,34 Prozent anfallen. 0,49 Prozentpunkte davon würden an die Sales-Partner gehen. Die Asset Manager selbst, so die Efama, würden dagegen im Schnitt nur 0,69 Prozent des Fondsvermögens für ihre Leistungen erhalten - obwohl sie das Produkt letztlich entwickeln und betreuen würden. (News vom 20.09.2021) (21.09.2021/fc/n/s)