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Fondsmanager: Talente sind gesucht - Fondsnews


16.05.16 11:04
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Geht es nach dem Vermögensverwalter AllianceBernstein, müssen sich Asset-Manager bei ihren Kunden wieder Vertrauen erarbeiten, so die Experten von "FundResearch".

Nachdem sich die Branche in den vergangenen Jahren mächtig aufgebläht habe, sei es nun an der Zeit disziplinierter zu wirtschaften. Der Trend sei nicht neu: Bereits seit Jahren würden Fonds-Investitionen oftmals in die preiswerteren und passiv-gemanagten ETFs fließen. Ein Grund dafür sei das Unvermögen von vieler Portfoliomanager, ihre Benchmark zu schlagen.

Vergangenes Jahr habe die ETF-Sparte weltweit knapp 200 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen generiert, wohingegen aktiv gemanagte Aktienfonds einen Abfluss von Geldern in Höhe von 124 Milliarden US-Dollar hätten verkraften müssen. Sogar Anleihefonds würden langsam aber sicher dem starken ETF-Sog erliegen.

Peter Kraus, Chief Executive und Asset-Manager bei AllianceBernstein (AuM: 479 Milliarden US-Dollar) sei der Meinung, dass die Industrie an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt sei. Sie schaffe es nicht den Markt zu schlagen und habe zudem ein Größenproblem. Ab einem bestimmten Punkt weiche der Ehrgeiz die Benchmark zu schlagen der Anstrengung nicht underzuperformen. "Unser Rat an die Industrie lautet deshalb: Diszipliniert euch. Wir schneiden uns ins eigene Fleisch, wenn wir zu groß werden", so Kraus in der Financial Times.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe der New Yorker Investmentmanager Kapazitätsobergrenzen für seine Fonds eingeführt, um so sicherzugehen, dass die Größe eines Fonds nicht zulasten der Performance gehe. "Zum Schluss kauft man nämlich immer mehr Aktien, mit immer weniger Überzeugung." Die Zahl der Fonds in den USA hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren auf über 20.000 (inkl. Tranchen) verdoppelt; hier habe die Zahl talentierter Fondsmanager, zumindest gefühlt, nicht mithalten können.

Kraus sehe die anwachsende ETF-Branche skeptisch, da in seinen Augen die Investoren auf das nächste Unglück zugesteuert hätten, aus lauter Angst vor Underperformance. Zwar sei viel zu viel Geld für aktive Investments auf dem Markt; doch schlagartig von einem Extrem in das andere umzuschwenken sei nicht die Lösung. "Wenn den Leuten die Risiken bei ETFs bewusst wären, würden sie bedachter vorgehen", so der Investmentmanager. (News vom 13.05.2016) (16.05.2016/fc/n/e)