Fondswirtschaft fließen im ersten Halbjahr 42 Milliarden Euro zu - Fondsnews


13.08.19 13:01
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die deutsche Fondswirtschaft erzielte im ersten Halbjahr ein Neugeschäft von netto 41,9 Milliarden Euro, berichten die Experten vom BVI.

Das sei mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, als ihr 40,6 Milliarden Euro zugeflossen seien. Das Neugeschäft stamme überwiegend von offenen Spezialfonds mit 38,3 Milliarden Euro. In offene Publikumsfonds seien 1,8 Milliarden Euro geflossen. Geschlossene Fonds hätten 1,7 Milliarden Euro erzielt. Freie Mandate hätten netto keine neuen Gelder verzeichnet. Seit Jahresanfang sei das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen von 2.954 Milliarden Euro auf 3.226 Milliarden Euro gestiegen. Das entspreche einem Anstieg um 9 Prozent. Von dem Gesamtvermögen würden 1.772 Milliarden Euro auf offene Spezialfonds, 1.053 Milliarden Euro auf offene Publikumsfonds, 390 Milliarden Euro auf freie Mandate und 11 Milliarden Euro auf geschlossene Fonds entfallen.

Immobilienfonds würden die Absatzliste der offenen Publikumsfonds von Anfang Januar bis Ende Juni 2019 mit 6,1 Milliarden Euro Netto-Zuflüssen anführen. Das sei mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (2,8 Milliarden Euro). Das von Immobilienfonds verwaltete Netto-Vermögen sei in den letzten zwölf Monaten um 11 Prozent auf 104 Milliarden Euro gewachsen. Aktienfonds hätten im ersten Halbjahr netto 0,7 Milliarden Euro neue Gelder erhalten. Dazu hätten aktiv gemanagte Produkte 2,8 Milliarden Euro Zuflüsse beigesteuert. Aus Aktien-ETFs seien 2,1 Milliarden Euro abgeflossen. Insgesamt würden Aktienfonds mit 385 Milliarden Euro das meiste Vermögen verwalten. Mischfonds hätten 0,3 Milliarden Euro neue Gelder verzeichnet. Rentenfonds und Geldmarktfonds hätten mit insgesamt 3 Milliarden Euro Abflüssen den Absatz der Publikumsfonds belastet. Allein aus Euro-Kurzläufer-Rentenfonds seien 7,2 Milliarden Euro geflossen.

Bei den offenen Spezialfonds habe die Auslagerung des Portfoliomanagements in den vergangenen Jahren zugenommen. Von den 1.677 Milliarden Euro der Wertpapier-Spezialfonds würden konzernfremde Vermögensverwalter 738 Milliarden Euro managen. Das entspreche einem Anteil von 44 Prozent. Ende 2012 seien es 37 Prozent gewesen.

Ein Grund dafür sei, dass viele institutionelle Anleger für das Management bestimmter Assetklassen wie Unternehmensanleihen oder Wertpapiere aus Schwellenländern spezialisierte Asset Manager zum Beispiel aus den USA auswählen würden. Zudem würden ausländische Vermögensverwalter das Portfoliomanagement für Fonds als Zugang zum deutschen Markt nutzen, ohne eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft zu gründen. Bei den offenen Immobilien-Spezialfonds, die insgesamt ein Netto-Vermögen von 95 Milliarden Euro verwalten würden, sei der Anteil in den letzten Jahren rasch gestiegen. Vor sieben Jahren hätten Manager außerhalb des Konzerns noch 4 Prozent des Netto-Vermögens gesteuert, inzwischen seien es 26 Prozent. (13.08.2019/fc/n/s)