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"Größe wird ein Faktor sein": Kepler Fonds feiern Jubiläum im Wandel - Fondsnews


15.05.18 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Am 21. April 1998 wurde die Kepler Fonds KAG als Tochter der RLB OÖ gegründet, so die Experten von "FONDS professionell".

Aus den damals weniger als einer Milliarde Euro an verwaltetem Vermögen in fünf Publikumsfonds seien heute rund 16 Milliarden Euro und 136 Fonds geworden. Gemessen am verwalteten Vermögen sei Kepler damit hinter Amundi, der Raiffeisen KAG und der Top-platzierten Erste Sparinvest (rund 33 Milliarden Euro) die Nummer vier unter den heimischen KAGs.

Der Zuspruch des Marktes rechtfertige aus Sicht von Michaela Keplinger-Mitterlehner, Generaldirektor-Stellvertreterin der RLB OÖ, das Bestehen einer eigenen Kapitalanlagegesellschaft. "Es hat sich gezeigt, dass wir mit Kepler unmittelbar auf Kundenbedürfnisse reagieren und Neuerungen schnell umsetzen können", so Keplinger-Mitterlehner. 2008 habe man zum Beispiel mit der Einführung von Laufzeitenfonds auf das gesteigerte Sicherheitsverlangen von risikoaversen Kunden reagiert: "Dadurch haben wir viele Kunden behalten, die sonst vielleicht in den Sparbereich gegangen wären", habe die RLB-OÖ-Vize-Chefin vor Journalisten in Wien gemeint.

Laufzeitenfonds seien Anleihenfonds, die im Unterschied zum klassischen Pendant mit fixem "Ablaufdatum" versehen seien und meist bis zum Ende gehalten würden (gegen Gebühr auch davor verkaufbar). Die Anleihen, ihr Risiko und ihre Fälligkeit könnten daher exakt mit der Laufzeit abgestimmt werden.

"Mit Spezial-Themen wie Ethik, Anleihen oder Minimum Varianz (gesenktes Portfoliorisiko, Anm.) können wir uns auch auf dem großen deutschen Markt gegenüber der Konkurrenz behaupten", so Keplinger-Mitterlehner, die auf zahlreiche Auszeichnungen in den vergangenen Jahren auf dem Markt verweise. Die drei Hauptregionen für Kepler in Deutschland seien der Süden, Frankfurt und der Raum Hamburg. Der Sinn als eigene KAG innerhalb der Raiffeisen-Bankengruppe sehe die Expertin gegeben, sie rechne aber mit einer weiteren Konsolidierung unter den heimischen KAGs.

Nicht zuletzt sehe man das am eigenen Sektor: 2013 habe die Raiffeisen KAG (die heimische Nummer zwei), 75 Prozent an der Raiffeisen Salzburg Invest KAG (eine der kleinsten in Österreich) übernommen. "Die Salzburger sind ja schon auf dem Weg der Integration. Wir sind für die Kepler Fonds zuversichtlich, dass wir weiter wachsen und expandieren, in dem wir auf Spezialisierung setzen. Aber es stimmt: Größe wird ein Faktor sein", so Keplinger-Mitterlehner auf Nachfrage.

Auch Andreas Lassner-Klein, Geschäftsführer der Kepler-Fonds KAG, habe mit Blick auf die gestiegenen Regulierungserfordernisse gemeint: "Die kleinen KAGs werden kaum eine Chance haben". Um international zu reüssieren, müsse man für den eigenen Investmentansatz besondere Kernkompetenzen finden. Kepler mache das zum Beispiel als Anleihenspezialist durch die Beimischung kleinvolumiger Emissionen mit höheren Zinsaufschlägen, so Lassner-Klein.

Die Fondsgesellschaft habe nach eigenen Angaben seit der Finanzkrise 2008 bis März 2018 ihre Assets under Management um 112 Prozent steigern können. Der heimische Fondsmarkt habe derweil um 43 Prozent zugelegt. Von den 16 Milliarden Euro in den Kepler Fonds würden fünf Milliarden auf Veranlagungen von Privatkunden entfallen.

Eigene Wege gehe der Raiffeisensektor in Oberösterreich übrigens nicht nur mit einer KAG sondern auch im Fondsvertrieb. Zwar werde die österreichweit für die Raiffeisen-Bankengruppe gültige Masterliste für Fremdfonds ebenfalls angewandt, wie Keplinger-Mitterlehner gesagt habe. Allerdings sei diese Liste an Fremdfonds, die aktiv den Kunden angeboten würden, in Oberösterreich länger als anderswo, wie die RLB-Vize ohne genaue Zahlen zu nennen bestätigt habe. (15.05.2018/fc/n/s)