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Morningstar: Passiv-Konkurrenz zwingt Fonds in Rabattschlacht - Fondsnews


20.05.19 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie aus einer aktuellen Auswertung der Fondsratingagentur Morningstar hervorgeht, sind aktiv verwaltete Aktienfonds in Europa seit der Finanzkrise deutlich günstiger geworden, so die Experten von "FONDS professionell".

Demnach seien die Fondsgebühren seit Mai 2009 von durchschnittlich 1,91 Prozent auf 1,60 Prozent gefallen. Das entspreche einer Kostenreduktion um knapp 16 Prozent. Betroffen seien laut Morningstar alle Kostenkomponenten, allerdings jeweils in unterschiedlichem Maße.

So seien die Management-Gebühren aktiv verwalteter Fonds seit Ende 2017 von 1,19 auf 1,12 Prozent gesunken. Entsprechend seien auch die laufenden Kosten, bei denen die Management-Gebühren den größten Block ausmachen würden, von 1,56 auf 1,44 Prozent zurückgegangen. Weniger ausgeprägt seien die Rückgänge bei den Transaktions- und den Performance-Gebühren gewesen.

"Das deutet darauf hin, dass die Manager aktiv verwalteter Fonds aktuell vor allem bei der Management-Fee den Rotstift ansetzen", sage Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah. Ob die Kostensenkungen ausreichen würden, um den Siegeszug der noch preisaggressivere Passiv-Konkurrenz auszubremsen, halte er allerdings für fraglich. Denn auch ETFs seien in Europa seit 2009 deutlich günstiger geworden. Hier seien die Kosten von durchschnittlich 0,90 auf heute 0,42 Prozent zurückgegangen.

Bislang zumindest scheine nichts den Vorstoß der "Index-Imitate" aufzuhalten: Seit dem zweiten Quartal 2009 hätten Aktien-Indexfonds in Europa Mittelzuflüsse von 452 Milliarden Euro verbuchen können, während die Zuflüsse bei aktiv verwalteten Fonds in den vergangenen zehn Jahren mit 262 Milliarden Euro deutlich geringer ausgefallen seien, zeige die Morningstar-Auswertun. Inzwischen belaufe sich der Marktanteil von Aktien-Indexfonds am gesamten Aktienfondsmarkt in Europa auf knapp 28 Prozent. Ende 2009 habe die Quote noch bei 15 Prozent gelegen. "Da eine immer größer werdende Anleger-Community verstanden hat, dass tiefe Kosten das beste Rezept für den Anlageerfolg sind, dürften Indexfonds angesichts ihres preislichen Vorsprungs auf der Überholspur bleiben", schlussfolgere Masarwah. (20.05.2019/fc/n/s)